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   MARIE ANTOINETTE - Forum Foren-Übersicht -> Die Bourbonen - Marie Antoinettes französische Familie
Autor: Brissotin Verfasst am: Do Aug 07, 2008 11:49 am Titel:
Lolo hat Folgendes geschrieben:
1. Da ich gerade die Pompadour-Bio lese, beschäftigt mich natürlich auch Louis XV momentan sehr. In dieser Biografie wird er als sehr melancholisch, schwierig und politisch uninteressiert dargestellt. Zumindest soweit ich bisher gelesen habe und das ist etwas über die Hälfte, so bis zum Jahr 1753 ca.

2. An einer Stelle wird beschrieben, wie der Kriegsminister Argenson sich über die vielen Zerstreuungen des Königs mokiert und über dessen Unbereitschaft an mehr Gesprächen mit seinen Ministern teilzunehmen.
Dann beschwert sich der österreichische Botschafter Kaunitz darüber, dass Louis ständig auf Vergnügungen und Jagden ist, aber seine Regierungsgeschäfte vernachlässigt und nicht in der Lage ist, seine Aufmerksamkeit längerfristig einer pol. Angelegenheit zu widmen. Er schliesst daraus, dass Louis XV unfähig sei zu herrschen.

3. Die Ausgaben, die er der Favoritin bewilligt erregen auch am Hof einiges Unbehagen und im ganzen Land beklagt man die Ergebnisse des Aachener Friedens ( http://de.wikipedia.org/wiki/Frieden_von_Aachen_(1748) ), zusätzlich sorgen mehrere Missernten für eine Hungersnot.

4. Louis XV reagierte auf den Volkszorn sehr störrisch, in dem er sein Volk als undankbar bezeichnete und keine Anstalten der Versöhnung machte.
Aus dem Vielgeliebten war ja längst der Vielgehasste geworden, was sogar soweit ging, dass ein Anschlag in Versailles auf den frisch geborenen Duc de Bourgogne, Louis' Enkel, fingiert wurde.

1. Kann sein, dass das Buch alt ist (von wann ist denn die 1. Auflage?) oder dasss der Autor einer veralteten Auffassung aufsitzt. Die neueren Biographien zu Louis XV werden eigentlich von Peter Claus Hartmann in "Die Französischen Könige und Kaiser der Neuzeit 1498 - 1870. Von Ludwig XII. bis Napoleon III.", C. H. Beck 2006 zusammengefasst. In den neueren Büchern, so Hartmann, ist man von der Fehleinschätzung zu Louis XV eigentlich abgewichen. Er gilt heute als einer der intelligentesten und politisch interessiertesten Bourbonen, die jemals auf dem Thron saßen. An Intelligenz soll nur Henri IV ihm ähnlich gewesen sein.

2. Argenson ist drollig. Man muss dazu sagen, dass Louis XV ungefähr zu dieser Zeit begann an den Außenministern vorbei seine Außenpoltik zu betreiben. Das Secret du Roi hatte ich bestimmt schon irgendwann erwähnt.

3. Das sind gleich einige Punkte. Was gern 1748 vermengt wurde war der Sieg von Fontenoy mit der Lage Frankreichs am Ende des Krieges. Dem Sieg von Fontenoy waren große Feierlichkeiten gefolgt, wovon man sich in Frankreich scheinbar verblenden ließ. Aus dem Grunde wurde auch d'Argenson fallen gelassen (deswegen sagte ich, dass er sich beschwert, finde ich drollig), da dieser für den scheinbar ungünstigen Frieden von Aachen verantwortlich gemacht wurde. Man müsste für eine nützliche Antwort die ganzen diplomatischen Verhältnisse 1748 aufrollen. Ich beschränke mich daher auf einen Thread im GF hinzuweisen, der schon einiges deutlich macht: http://www.geschichtsforum.de/f288/die-franz-sische-b-ndnispolitik-deutschland-1715-1774-a-22568/ Kurzum Frankreich stand 1748 fast ohne Verbündete dar und stand kurz davor die gesamten Besitzungen in Kanada zu verlieren. Mit dem Frieden von Aachen konnten zumindest einige im Krieg verlorene Posten in Übersee zurück erstattet werden, allerdings auf Kosten, dass Frankreich nichts in Europa dazu gewann. Die Lage Frankreichs war 1748 also weitaus weniger rosig als von den Franzosen selber verkannt. Louis XV hatte keineswegs Lust wie Louis XIV im Span. Erbf.krieg ohne Verbündete mit dem Rücken zur Wand zu kämpfen. Ich denke das spricht eher für den Realitätssinn von Louis XV.
Zu den Missernten kann ich momentan nichts sagen. Das ist wohl höhere Gewalt zum einen und zum anderen durch den Mangel an einer Magazinhaltung wie in Preußen verschuldet.

4. Welcher Volkszorn? Wann soll es diesen gegeben haben? Es gab bisweilen Aufstände, welche vom Adel durchaus auch gesteuert wurden. Aber Volkszorn? Wann gab es den? Welche Ursachen soll er gehabt haben? Wenn die Pariser mal wieder unzufrieden waren, dann würde ich das nicht als Volkszorn bezeichnen. Das gab es unter Louis XIV auch. Hungerrevolten und dergl. waren unter dem Vorgänger vermutlich sogar noch häufiger als unter Louis XV, da wird scheinbar gern mit zweierlei Maß gemessen.


Autor: Lolo Verfasst am: Do Aug 07, 2008 2:58 pm Titel:
Das Buch ist wahrscheinlich schon älter und allerhöchstens noch mal neu aufgelegt worden. Ich habe es gerade nicht zur Hand, daher kann ich nicht nachsehen. Es erleichtert mich ein wenig zu hören, dass jüngere Publikationen ein etwas anderes Bild von Louis XV zeichnen, denn irgendwie wollte ich das nicht so recht glauben.
Da es ja eine Biografie über die Pompadour ist, wird sowieso alles im Kontext ihres Einflusses beobachtet, d.h. wenn sich Minister usw. über den König mokieren, dann soll das wahrscheinlich verdeutlichen, dass dies eigentlich eine Kritik an seiner Mätressenwirtschaft darstellt und weniger eine Erklärung seiner pol. Unfähigkeit. Zumindest würde ich es jetzt so auffassen.

Unruhen, die durchaus nicht nur lokal sind, sondern die Hauptstadt und grosse Teile des Landes betreffen, würde ich schon ernst nehmen, ob das Wort "Volkszorn" da passt, sei mal dahingestellt. Ich war zumindest erstaunt, dass es so offenen Protest auch schon vor 1789 gab, das war mir (wie ich zugeben muss :rotwerd ) bis dato nicht bekannt. Vielleicht hat die Biografin da auch übertrieben. Ansonsten war es vielleicht gut, dass sich der Unmut auf die bürgerliche Mätresse konzentrieren konnte und nicht (wie später) auf die Monarchie.

Was hat es mit der Unberechenbarkeit des Königs auf sich? Geht der von dir aufgeführte Autor auch von dieser Einschätzung aus?

Lolo


Autor: Brissotin Verfasst am: Fr Aug 08, 2008 8:24 am Titel:
Lolo hat Folgendes geschrieben:


Was hat es mit der Unberechenbarkeit des Königs auf sich? Geht der von dir aufgeführte Autor auch von dieser Einschätzung aus?

Mit Unberechenbarkeit war vermutlich die Vorgehensweise gemeint, mit welcher sich Louis XV seiner Minister entledigte. Mir ist da vor allem die bei Monsieur le Duc in Erinnerung. Für Gewöhnlich verhielt sich Louis XV, wenn jemand bei ihm in Ungnade fiel und sich Louis XV schon sicher war, dass er ihn absetzen würde, besonders freundlich gegenüber diesem Verantwortungsträger. So sagte er diesen am Vorabend ihrer Entlassung, an welchem er besonders höflich und schmeichelhaft zu diesen Ministern war, dass er sie morgen erwarte. So konnten diese Minister vor seiner Entlassung nicht mehr gegen den König intrigieren oder diesen damit belästigen, dass er ihn nicht entlassen soll. Des Morgens bisweilen auf dem Weg zum König wurde dann der Minister verhaftet und in die Verbannung geschickt.

Für die weniger schlauen Außenstehenden sah es dann so aus, als ob die Handlungen des Königs unberechenbar waren, da es so wirkte, als ob er jemanden der eben noch in höchster Gunst stand, so rasch verbannen konnte. Ich denke aber diese Handlungsweise entsprang zum einen der Intelligenz des Königs (Intrigen, Opposition verhindern) und der Schüchternheit (offenem Streit mit Minister aus dem Weg gehen).


Autor: Lolo Verfasst am: So Aug 10, 2008 9:04 pm Titel:
Witzig, dann hat er sich wohl nicht nur seinen Ministern gegenüber so verhalten, denn ich erinnere mich da an eine Szene, als die Pompadour ganz aufgelöst und unglücklich war, weil der König sich so über Gebühr reizend und aufmerksam ihr gegenüber verhalten hat, so dass sie dachte, er würde sie am nächsten Tag vom Hof jagen wollen. :zwinker Was er dann aber doch nicht tat. Immerhin schien diese Strategie von ihm wohl sehr bekannt zu sein. Aber so richtig festnageln konnte man ihn natürlich trotzdem nicht darauf und insofern war es schon clever von ihm. Lange Erklärungen und Einwände ersparte er sich dadurch.


Lolo


Autor: Princesse_de_Lamballe Verfasst am: Do Jan 29, 2009 3:03 pm Titel:
In der Dubarry-Bio von Joan Haslip hab ich eine ganz drollige Stelle über die Petit Appartements von Louis XV gelesen:
Zitat:

[...]Hier führte der König von Frankreich sein Privatleben weitab vom Schauspiel und der Pracht des Spiegelsaals. Hier hatte er seine Bibliothek und seine Küche, wenn es ihm Vergnügen bereitete, kleine Festmähler für ein paar Freunde zu kochen. Hier befanden sich seine Vorräte an Zuckerkonfekt, seine Vogelhäuser und sein Teleskop [...]


Er hat also tatsächlich selbst für seine Freunde gekocht- wisst ihr darüber vielleicht mehr? Das ist ja wirklich ein erstaunliches Hobby für den König :zwinker Aber er scheint das essen ja geliebt zu haben, das mit den Vorräten an Zuckerkonfekt kann ich jedenfalls nachvollziehen rofl


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Do Jan 29, 2009 3:09 pm Titel:
"Festmähler für ein paar Freunde" ... wie süß !

Ich muss bei Louis XV. irgendwie immer an einen typischen Großvater denken und hab dabei stets seine herzliche, tiefe und unbeschwerte Lache aus "Lady Oscar" im Kopf rofl

Zu erfahren, dass er sich gern so häuslich und familiär gab, macht ihn mir noch sympathischer.


Autor: Lolo Verfasst am: Do Jan 29, 2009 3:40 pm Titel:
Ich glaube die Aussage bedeutet eher, der König habe privat in seiner eigenen Küche kochen lassen. Dass er selbst am Kochtopf stand, bezweifle ich stark, aber er ging dort vielleicht gucken und roch an den Töpfen, was er in der Palastküche sicher nie getan hätte... rofl


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Mo Mai 10, 2010 8:26 am Titel:
Heute ist der 236. Todestag des "Bien-Aimé".



Am 10. Mai 1774 starb König Louis XV. an den Folgen einer Pockenerkrankung.
Möge er in Frieden ruhen.

Ich muss zugeben, ich mag den König sehr gern.



Autor: Sternchen83 Verfasst am: Mo Mai 10, 2010 9:52 am Titel:
Nach den Bildern war er ein gutaussehender Mann.
Möge er in Frieden ruhen...


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Mo Mai 10, 2010 10:54 am Titel:
Sternchen83 hat Folgendes geschrieben:
Nach den Bildern war er ein gutaussehender Mann.

Mr. Green Ja, das dachte ich auch. Mr. Green

Upps, ich seh grad, das schwarz-weiß-Bild von oben ist am Rand ja schlecht bearbeitet Shocked ... zu meiner Verteidigung: ich war's nicht Laughing ; hab es aus dem www.


Zum König:
Wie schätzt ihr Louis XV ein ?
Ich find es schwer, ihn einzuschätzen... ich mag ihn, weiß aber nicht, warum.
Sein Faible für junge, sehr junge Frauen hingegen find ich pervers, wenn ich bedenke, dass er sich als alter Mann so junge Dinger ins Bett holte.


Autor: Lolo Verfasst am: Mo Mai 10, 2010 3:33 pm Titel:
Hmm, was den letzten Punkt betrifft, fürchte ich, es würde jeder Mann so halten mit den Frauen - wenn er könnte! Im Normalfall können die Männer nur nicht so wie sie wollen. Wink Da gibt es gesellschaftliche Konventionen, und außerdem interessieren sich junge Frauen im Normalfall nicht für gebrechliche alte Männer, es sei denn sie haben außergewöhnlichen Intellekt oder Reichtum und Macht zu bieten. Insofern hat meiner Meinung nach Louis XV nur das ausgelebt, was der Biologie des Mannes entspricht. Ich werfe ihm das nicht wirklich vor, zumindest nicht in den Jahren, als er schon Witwer war. Aber gut, dazu hat vermutlich jeder eine andere Meinung. Man sieht es ja in der heutigen Gesellschaft, dass Frauen oft nicht anders denken und sich auch lieber nach lebensfrohen jüngeren Männern umsehen als nach Gleichaltrigen oder Älteren. Laughing


Ich mag Louis eigentlich sehr gut leiden, vor allem seine sentimentale Ader schätze ich irgendwie. Er war so gar nicht fatalistisch eingestellt und wohl auch nicht der Überzeugung, das auf Erden das Jammertal durchschritten wird, bevor das Himmelreich der Genüsse sich öffnet. Er hat das Leben geschätzt und geliebt, was oft damit einhergeht, dass man große Todesfurcht hat. Politisch gesehen, kann ich ihn schlecht einordnen, er schien keine wirklich klare Ausrichtung gehabt zu haben, wie beispielsweise sein Großvater.

Lolo


Autor: prince d'amour Verfasst am: Mo Mai 17, 2010 7:18 pm Titel:
@ Lolo

Meinst du mit seinem Urgoßvater Ludwig XIV?
Es wird zwar oft davon gesprochen jedoch war Ludwig XVI sein Ur- Urgroßvater.

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Beschäftigt man sich mit Louis XV stellt ma fest das es viel weniger "Bastarde" hatte als seine Vorgänger (Ludwig XIV). Was denkt ihr an was es gelegen hat? Vor allem das Madame Dubarry nicht Schwanger wurde verwundert mich sehr.
Anscheinend schien alles zu funktionieren denn ca. 1772 erst gestand Louis XV, herzog Richelieu er habe seine manneskraft fast eingebüßt, nur noch Madame Dubarry könne ihr befriedigen.

Was meint ihr?


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Mo Mai 17, 2010 7:38 pm Titel:
prince d'amour hat Folgendes geschrieben:

Meinst du mit seinem Urgoßvater Ludwig XIV?
Es wird zwar oft davon gesprochen jedoch war Ludwig XVI sein Ur- Urgroßvater.

Ludwig XVI war ein Ur-Urgroßvater ?
Bevor wir jetzt alles durcheinanderwürfeln - es geht ja hier um Ludwig XV:

Louis XV. (1710-1774)
.
.
Louis de Bourgogne (1682-1712)
= Vater von Louis XV.
.
.
Louis de Bourbon, "Le Grand Dauphin" (1661-1711)
= Großvater von Louis XV.
.
.
Louis XIV. (1638-1715)
= Urgroßvater von Louis XV.

Der Sonnenkönig, Louis XIV., war der Urgroßvater von Louis XV.
Louis XV. wiederum war der Großvater von Louis XVI.
Das wiederum macht den Sonnenkönig (Louis XIV.) zum Ur-Ur-Urgroßvater von Louis XVI.


Autor: Trianon Verfasst am: Mo Mai 17, 2010 7:48 pm Titel:
prince d'amour hat Folgendes geschrieben:

Beschäftigt man sich mit Louis XV stellt ma fest das es viel weniger "Bastarde" hatte als seine Vorgänger (Ludwig XIV). Was denkt ihr an was es gelegen hat? Vor allem das Madame Dubarry nicht Schwanger wurde verwundert mich sehr.
Anscheinend schien alles zu funktionieren denn ca. 1772 erst gestand Louis XV, herzog Richelieu er habe seine manneskraft fast eingebüßt, nur noch Madame Dubarry könne ihr befriedigen.

Was meint ihr?


Darüber haben wir schon im Mme Dubarry Thread gesprochen:
http://marie-antoinette.forenking.com/ftopic-452-45-0-asc.html?view=Array

Da teilweise ja angenommen wird dass Mme Dubarry vor der Beziehung zum König eine Tochter zur Welt gebracht hat, dürfte das "Problem" wohl eher auf seiner Seite liegen. Aber genau wird man das wohl erst herausfinden können, wenn eine Mutterschaft wirklich belegt ist.


Autor: Antoinette Verfasst am: Di Mai 18, 2010 11:46 am Titel:
Er war sogar Ludwigs Ur-Ur-Großvater? Shocked Ich dachte immer, er wäre nur "Opa" gewesen.


Autor: Trianon Verfasst am: Di Mai 18, 2010 12:54 pm Titel:
Leider sind dazwischen so viele Generationen verstorben, sonst wäre Ludwig XVI. wohl Ludwig XVIII. geworden. Generell sehr schade eigentlich, denn wer weiß was diese Thronerben so alles erreicht oder gemacht hätten.
Aber gut zurück zum Thema Wink


Autor: prince d'amour Verfasst am: Di Mai 18, 2010 4:42 pm Titel:
Ohh sorry leute ich habe Louis XV Vater als Großvater gezählt Embarassed .


Autor: prince d'amour Verfasst am: Do Nov 11, 2010 11:04 am Titel:
Hallo, Smile

mir ist gerade beim Durchstöbern von Wikipedia aufgefallen das Luwig XV und seine Nachfolger mit dem Hause Valoise verwandt sind. Ich dachte immer es gäbe keine Nachfolger dieser Dynastie. Auch bezogen auf Katharina de Medici.

Katharina de Medici & Heinrich II.
/
Elisabth von Valoise & Phillip II.
/
Viktor Amadeus I. & Christine von Frankreich
/
Henriette Adelheid von Savoyen & Ferdinand Maria von Bayern
/
Maria Anna von Bayern & Ludwig, Dauphin de Viennois
/
Louis de Bourbon & Maria Adelaide von Savoyen
/
Ludwig XV.

Vielleicht passt es jetzt nicht zum Thema aber waren dann nicht Ludwig XV und die Comtesse de la motte Cousine und Cousin?

lg


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Do Nov 11, 2010 12:51 pm Titel:
Dass die Königshäuser untereinander verwandt sind, ist doch aber nichts besonderes.


prince d'amour hat Folgendes geschrieben:
Vielleicht passt es jetzt nicht zum Thema aber waren dann nicht Ludwig XV und die Comtesse de la motte Cousine und Cousin?

"Entfernt verwandt" wird es hier wohl eher treffen Wink
Auf königlichem Weg sind die beiden dennoch nicht verbunden, denn:

Jeanne soll ja von Henri de Luz de Saint-Rémy abstammen. Dieser wiederrum war ein unehelicher Sohn von König Henri II. von Frankreich (Ehemann von Katharina von Medici).
In Sachen "gemeinsame Vorfahren" treffen sich Jeanne de la Motte und Louis XV. also im Jahre 1557 - dem Geburtsjahr von Henri de Luz de Saint-Rémy, in dessen Blut auch das von König Henri II. fließt.
1545 wurde im königlichen Zweig Elisabeth von Frankreich als eheliche Tochter von Henri II. geboren. Aus ihrer Linie stammte dann Louis XV.

Als "Cousin" und "Cousine" würde ich Louis XV und Jeanne de la Motte daher nicht bezeichnen, da zuviele Generationen dazwischen liegen.
Entfernt verwandt scheinen sie aber zu sein.


Autor: Amalia-Katharina Verfasst am: Do Nov 11, 2010 6:50 pm Titel:
ohnmacht ich versuche da gerade den überblick zu behalten Wink
ich habe auch schon bemerkt wenn ich von wikipedia seite zu anderen gehubst bin und wiederrum auf andere geklickt habe wer eigendlich mit wem verwant ist Mr. Green den familienbaum möchte ich nicht gestallten


Autor: prince d'amour Verfasst am: Do Nov 11, 2010 7:44 pm Titel:
Genau das wollte ich wissen, Danke Maria Antonia Smile .
ich war nur so verwirrt durch den Film Die Halsbandaffäre.
Dort wurde ja gesagt das der gesamte Zweig Valoise ausgestorben ist.
Ich dachte das es somit überhaupt keine Nachkommen Heinrichs II. und Katharinas gab.

Jetzt bin ich wieder im Bilde Very Happy


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Do Nov 11, 2010 7:55 pm Titel:
"Ausgestorben" in dem Sinne, dass die direkte, königliche Valois-Linie - in Frankreich nunmal nur durch männliche Nachfolge gesichert - erloschen ist. Das stimmt insoweit schon.
Dass das Valois-Blut über die ins Ausland verheiratete Prinzessin im Prinzip ja weitergetragen wurde, spielt aus Dynastie-Sicht keine Rolle Wink


Autor: Trianon Verfasst am: Do Nov 11, 2010 7:57 pm Titel:
Der Zweig der Valois ist im Prinzip auch ausgestorben - die männliche und damit direkte Linie. Klar durch die Töchter wurde zwar das Blut der Valois weitergegeben, aber die Nachkömmlinge waren ja im Prinzip keine Valois mehr.
Aber gut, das hat ja jetzt hier nix verloren. Wink

Zu MariaAntonias Frage bezüglich der Einschätzung:
Ich weiß nicht, mir ist er zwar sympathisch, sehr sogar, aber irgendwie wird er immer so dargestellt es hätte er sich nicht wirklich fürs Regieren usw interessiert. Ich hab mich bis jetzt noch nicht wirklich intensiv mit ihm beschäftigt - immer so am Rande - daher kann ich nicht sagen in wie weit das zutrifft oder nicht.
Aber irgendwie mag ich den Privatmensch an ihm - häsulich, privat, kleine Gesellschaften. Das genaue Gegenteil von seinem Vorgänger. Aber auch die amüsanten Anekdoten machen ihn für mich sympathisch - dass er zB selbst Kaffee für seine Gäste gekocht hat oder dass er sich als kleiner Junge auf dem Boden der Spiegelgalerie gelegt hat um die Gemälde betrachten zu können - allerliebst Mr. Green


Autor: Forenking Verfasst am: Do Nov 11, 2010 7:57 pm Titel: Ähnliche Themen




Autor: Lolo Verfasst am: Fr Nov 12, 2010 4:55 pm Titel:
Geht mir ähnlich, Trianon. Ich mag ihn, weiß aber zuwenig über ihn. Hoffe, das kann irgendwann auch mal in Angriff genommen werden. Das mit dem Kaffee-Kochen kenn ich von der Pompadour-Bio von Lever. Oder war es die Dubarry-Bio? Egal, jedenfalls kann ich mich ein wenig mit ihm identifizieren, was seine Melancholie angeht. Er hatte ja eine schwermütige Seite, die er stets durch Ablenkungen verdrängen wollte. Auf jeden Fall ein interessanter Mensch, der immerhin auch sehr lange König war! Schon komisch, dass er in der allgemeinen Geschichtsbetrachtung im Vergleich mit Louis XIV. & XVI. so untergeht.

Lolo


Autor: prince d'amour Verfasst am: Fr Nov 12, 2010 7:50 pm Titel:
Ich finde ludwig XV sogar interessanter als seinen großen Vorfahr.
Kennt ihr ein Buch was über ihn handelt was interessant und historisch korrekt geschrieben ist?

Stimmt denn eigentlich das er ein großer Katzen-Narr war?

lg


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Fr Nov 12, 2010 9:25 pm Titel:
Ein gutes Buch soll die von Olivier Bernier sein.
Ich glaube, Duc de Berry oder Brissotin hatten sie mir vor langer Zeit mal empfohlen.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die Biografie zwar habe, aber noch immer nicht gelesen hab.
Bernier hatte auch eine Biografie über Ludwig XIV. geschrieben.


prince d'amour hat Folgendes geschrieben:
Stimmt denn eigentlich das er ein großer Katzen-Narr war?

Im Gegensatz zu seinem Enkel, war Louis XV ein Katzenfreund Mr. Green
Das hab ich auch schon gehört und finde das sehr sympatisch (*selber-Katzen-Fan-bin*).


Autor: Lolo Verfasst am: Fr Nov 12, 2010 10:13 pm Titel:
Mochte denn Louis XVI. keine Katzen? (Wenn ich mal kurz offtopic fragen darf...)

Ich hab irgendwas in Erinnerung von Katzen auf dem Dach vom Chateau, aber ich kriegs nicht mehr zusammen.

Lolo


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Sa Nov 13, 2010 9:38 am Titel:
Laughing
Angeblich soll doch Louis XVI beim Klo-Gang von einer Katze am Allerwertesten angegriffen worden sein. Die hatte sich wohl in der Schüssel ein Nachtquartier gesucht.
Er hasste Katzen und schoss ab und zu vom Dach des Schlosses aus auf sie.
(Oder so ähnlich.)

Ich nehme mal an, es gab sehr viele Katzen in Versailles, wenn sein Vorgänger die Stubentiger so liebte Laughing


Autor: Johanna_Gabriela Verfasst am: Fr Dez 24, 2010 4:47 pm Titel:
Antoinette hat Folgendes geschrieben:
Er war sogar Ludwigs Ur-Ur-Großvater? Shocked Ich dachte immer, er wäre nur "Opa" gewesen.


Das ist nicht richtig - zwischen Ludwig XV. und Ludwig XVI. liegen "nur" 4 Generationen.

Ur-Großvater, Großvater, Vater, Sohn.

Ludwig XV. - dessen Sohn - dessen Enkel - und desse Ur-Enkel/Ludwig XVI.


Autor: PeterH Verfasst am: Sa Dez 25, 2010 8:40 pm Titel: Ludwig XV
Grüss euch Ludwig XV regierte Frankreich von 1715 bis 1774 fast 60 Jahre.Zuerst regierte der Herzog Louis Philipp von Orleans für ihn, später machten auch die Madame Pompadur und Dubarry für ihn Politik.
Von Ludwig XV stammt der Satz " Nach mir die Sintflut ".Wenn man solche Sprüche losläst wundert es einen eigentlich nicht wenn es später dann zur Revolution kam.

Freundlichen Gruss Very Happy


Autor: Antoinette Verfasst am: Sa Dez 25, 2010 10:48 pm Titel: Re: Ludwig XV
PeterH hat Folgendes geschrieben:

Von Ludwig XV stammt der Satz " Nach mir die Sintflut ".

War der Satz nicht von der Pompadour?


Autor: Trianon Verfasst am: So Dez 26, 2010 1:24 am Titel:
Ja stammte von der Marquise de Pompadour die ihn angeblich zu Ludwig XV. gesagt hat als die Nachricht der Niederlage bei Roßbach (1757) eintraf Wink
Die Marquise hat sich später wirklich stark für Politik interessiert bzw sich eingemischt, Mme duBarry würd ich da jedoch raushalten. Sie hat sich zwar durchaus für ihre Günstlinge eingesetzt, aber wirkliche Politik hat sie nicht betrieben.

Aber bleiben wir doch beim Thema Politik. Mich würde interessieren was denn bei ihm stimmt. Teilweise liest man ja dass er sehr wenig politisch tätig war bzw seine königlichen Pflichten des Regierens nur sehr ungern und "sporadisch" gemacht hat.
Auf der anderen Seite ist er ja die politische Allianz mit Österreich eingegangen und er hat sowohl Lothringen als auch Korsika dem Reich Frankreichs zuführen können.
Kriegsmäßig scheint er ja nicht soo erfolgreich gewesen zu sein bzw liest man von einigen Niederlagen sowie dem Verlust fast aller franz. Kolonien.


Autor: PeterH Verfasst am: Mo Dez 27, 2010 8:43 pm Titel: Ludwig XV der Vielgeliebte
Grüss euch hier in Wikipedia ein Link über ihn.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_XV.

Bilder
http://www.google.de/images?q=Ludwig%20xv&rls=com.microsoft:de:IE-SearchBox&oe=UTF-8&rlz=1I7ADSA_de&redir_esc=&um=1&ie=UTF-8&source=og&sa=N&hl=de&tab=wi

Freundlichen Gruss Very Happy


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Mo Jun 06, 2011 9:10 pm Titel:
Ich krame mal eine alte Sache zum König heraus - das Kochen Mr. Green

Lolo hat Folgendes geschrieben:
Ich glaube die Aussage bedeutet eher, der König habe privat in seiner eigenen Küche kochen lassen. Dass er selbst am Kochtopf stand, bezweifle ich stark, aber er ging dort vielleicht gucken und roch an den Töpfen, was er in der Palastküche sicher nie getan hätte... rofl

In den Memoiren der Madame du Barry berichtet diese davon, dass der König tatsächlich selbst kochte.
Einmal waren sie und die Herzöge von Aiguillon und Richelieu zu Gast beim König und er richtete Omelette an.
Das verbrannte jedoch auf beiden Seiten stark.
Der König störte sich daran jedoch nicht, teilte jedem ein Stück aus und meinte, man kann das durchaus noch essen.
Widerwillig mussten also alle aufessen.

Madame du Barry meinte dazu scherzend, dass man dem Herrscher nicht nur mit dem Herzen gehorche, sondern auch mit dem Magen Mr. Green


Autor: Trianon Verfasst am: Di Jun 07, 2011 11:00 am Titel:
Niedliche Anekdote! Wenn auch sehr ungesund und krebsfördernd, aber was macht man nicht alles un einem König zu gefallen Wink


Autor: Lolo Verfasst am: Di Jun 07, 2011 7:22 pm Titel:
Und damals wussten die das mit dem Krebs ja noch nicht. Wink Erst heute schmeisst man ja alles Angebrannte weg oder kratzt die dunklen Stellen ab...
Die Omelette Geschichte spricht aber dafür, dass der König keine Ahnung vom Kochen hatte. Mal ehrlich, wem brennt denn ein Omelett gleich auf beiden Seiten an? Laughing Ich denke mal, oft hat wahrlich nicht gekocht.

Lolo


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Di Jun 07, 2011 8:57 pm Titel:
Das glaube ich auch Laughing
Er wollte wohl einfach zeigen, dass auch er ein Starkoch sein kann.


Autor: Antoinette Verfasst am: Di Jun 07, 2011 10:33 pm Titel:
Ich find den Gedanken eines kochenden Königs irgendwie niedlich ^^ Das schreit fast nach einee Art "Karikatur" ^^


Autor: Johanna_Gabriela Verfasst am: Mi Jun 08, 2011 11:06 am Titel:
Lolo hat Folgendes geschrieben:
Und damals wussten die das mit dem Krebs ja noch nicht. Wink Erst heute schmeisst man ja alles Angebrannte weg oder kratzt die dunklen Stellen ab...
Die Omelette Geschichte spricht aber dafür, dass der König keine Ahnung vom Kochen hatte. Mal ehrlich, wem brennt denn ein Omelett gleich auf beiden Seiten an? Laughing Ich denke mal, oft hat wahrlich nicht gekocht.

Lolo


Mir. Wink - Um die Frage zu beantworten. - Spass beiseite: Inzwischen bekomm' ich das mit dem Omelett schon ganz gut hin - und wenn wirklich passiert, die Feuerwehr ist um's Eck. *klopf auf holz*

-

Irgendwie bekomm' ich das Bild eines am Herd stehenden Ludwig XV. nicht mehr aus dem Kopf. Wink


Autor: Lolo Verfasst am: Di Apr 24, 2012 4:07 pm Titel:
Beim WDR gab es letzten Monat ein Hörbeitrag zur Hinrichtung Damiens, in dem behauptet wurde, dass Damien unter anderem deshalb ein Attentat auf den König verübte, weil er (der König) pädophil war und Kinder aus den Straßen von Paris raubte. Und eines dieser Kinder soll auch die Tochter von Damien gewesen sein. Also ich muss ehrlich sagen, dass ich das irgendwie unverschämt finde. Im Nachhinein kann man ja alles behaupten, aber schon beim Anhören des Beitrags kommen einem doch einige Fragen:

Es wird behauptet, der König sei sehr unbeliebt gewesen. --- Moment mal, hieß er nicht der Vielgeliebte? Sicher, Kritiker hatte auch er und im Grunde waren vermutlich alle Könige bis zu einem gewissen Grad bei der einfachen Bevölkerung je nach Wohlstand "unbeliebt". Dann wird es so hingestellt, als hätte sich der König überhaupt nicht für die Hinrichtung interessiert und hätte sich geweigert, Berichte davon anzuhören. ABER aus diversen Beschreibungen und Bios weiß man, dass Louis entsetzt war von den Schilderungen und sich in seine Gemächer zurückzog und weinte!
Und natürlich wird obendrein als unantastbare Erkenntnis hingestellt: Der König war pädophil! Demnach hat er sich seine unzählige Mätressen wohl nur als Alibi gehalten, oder wie soll ich das verstehen?

Naja, ich finde es irgendwie eigenartig, wie man versucht Damien irgendwie als Freiheitsvorkämpfer hinzustellen. Sicherlich ist sein Tod ein Schandfleck in der Herrschaft Louis XV., aber Damien war mit Sicherheit auch kein Heiliger, versuchter Mord ist eben auch versuchter Mord, selbst wenn seine Beweggründe im nachhinein als nobel hingestellt werden. Aber das wage ich trotzdem zu bezweifeln.

Lolo


Autor: Trianon Verfasst am: Mi Apr 25, 2012 7:23 am Titel:
Hört sich tatsächlich sehr verdächtig nach einer Art "Verherrlichung" von Damiens und seinen Taten an - fragt sich nur warum?
Nun ja Ludwig XV. war in jüngeren Jahren zwar der Vielgeliebte, aber die Sympathien im Volk hat er sich im Laufe der Jahre so ziemlich gänzlich verspielt. Dazu beigetragen haben sowohl seine Mätressenwirtschaft als auch die Verluste in den Kriegen.
Dass man ihn als pädophil hinstellt ist eine Frechheit, könnte aber vermutlich damit zu tun haben dass seine kurzweiligen Gespielinnen (Hirschpark) äußerst jung waren (um die 14 herum). Heutzutage würde man ein solches Verhalten vermutlich als pädophil bezeichnen, aber das kann man absolut nicht mit damals gleichsetzen. Denn dann müsste die halbe Welt pädophil gewesen sein - wieviele junge Mädchen wurden denn an wesentlich ältere Herren verheiratet?

Zum Verhalten des Königs zur Hinrichtung Damiens kann ich nichts sagen, da besitze ich keine wirklichen Infos. Mir ist lediglich bekannt dass er ihn eigentlich gar nicht hinrichten wollte, dazu aber gezwungen war um dem Volk die königliche Autorität klar zu machen.
Auch die Tatsache dass Damiens eine Tochter hatte und diese zu den Eroberungen des Königs zählte, ist mir neu - hört sich auch eher nach einem Roman an als nach einer Tatsache. Rolling Eyes


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Mi Apr 25, 2012 7:25 am Titel:
Lolo hat Folgendes geschrieben:
Es wird behauptet, der König sei sehr unbeliebt gewesen. --- Moment mal, hieß er nicht der Vielgeliebte? Sicher, Kritiker hatte auch er und im Grunde waren vermutlich alle Könige bis zu einem gewissen Grad bei der einfachen Bevölkerung je nach Wohlstand "unbeliebt".

Das Attentat auf den König wurde am 05.01.1757 verübt.
Ich glaube zwar nicht, dass das Attentat seine Ursache in der Unbeliebtheit des Königs hat, aber interessant hierzu wäre natürlich, wann sich denn der Ruf des Königs ins Negative wandelte. 1757 lag in der zweiten Hälfte seiner Regentschaft (1723-1774).


Zitat:
Er war fest davon überzeugt, dass der Frieden durch den Tod des Königs wiederhergestellt würde.
(Quelle: wiki)

Der Hinweis auf wikipedia zu Damiens zeugt ja eigentlich von religiösen Hintergründen.


Lolo hat Folgendes geschrieben:
Und natürlich wird obendrein als unantastbare Erkenntnis hingestellt: Der König war pädophil! Demnach hat er sich seine unzählige Mätressen wohl nur als Alibi gehalten, oder wie soll ich das verstehen?

Das höre ich nun auch zum ersten Mal Shocked - wobei man ja weiß, dass der König sehr junge Mädchen als Gespielinnen hatte.
ALLERDINGS bezog er diese nicht aus den Pariser Straßen, sondern aus dem Hirschpark ! Dort wohnten die jungen Dinger bekanntlicherweise in gepflegtem und gesundem Zustand und meist aus besserem Hause.
Der MA-Biograph Hermann Schreiber beschreibt, dass der König erst ab der Ära der Madame du Barry (seit der Schließung des Hirschparks) auf unbekannte junge Frauen aus Paris zurückgriff, wobei nicht die Rede von kleinen Kindern ist.


Lolo hat Folgendes geschrieben:
Naja, ich finde es irgendwie eigenartig, wie man versucht Damien irgendwie als Freiheitsvorkämpfer hinzustellen.

Das ist ja leider meistens so Rolling Eyes , dass man irgendjemanden in Verruf bringt und einen Verbrecher zu rehabilitieren versucht.
Eine Schweinerei ist das, vor allem, wenn die Thesen nicht mal annähernd beweisbar sind.

Mich wundert es nur immer wieder, dass man offenbar voraussetzt, dass die halbe Welt weiß, wer Damiens und wer Louis XV waren. Das sind ja nun wirklich keine Personen, die allseits bekannt sind. Beim Sonnenkönig und bei Marie Antoinette ist das was anderes, aber Damiens ? Wer bitte außer den wenigen Geschichtsinteressierten kennt diesen Mann ??? Verwunderlich, dass TV-Sender/Reporter für so jemanden Recherche-Zeit opfern.
Nicht, dass ich solche Recherchen nicht gutheiße, im Gegenteil, ich finde es toll, wenn Geschichtliches herausgegraben wird. Aber mich wundert es eben, dass die Reporter ohne "anzunehmendes Publikum" sich überhaupt mit solchen Themen befassen.


Autor: Lolo Verfasst am: Do Apr 26, 2012 10:31 am Titel:
MariaAntonia hat Folgendes geschrieben:

Nicht, dass ich solche Recherchen nicht gutheiße, im Gegenteil, ich finde es toll, wenn Geschichtliches herausgegraben wird. Aber mich wundert es eben, dass die Reporter ohne "anzunehmendes Publikum" sich überhaupt mit solchen Themen befassen.


Es liegt wohl daran, dass diese Reihe wirklich TÄGLICH ausgestrahlt wird, je nachdem welches Datum gerade ist, widmet man sich einem legendären Vorfall in der Geschichte in einem kleinen Beitrag. Da ist dann wirklich alles dabei, vom Titanic Untergang bis zu kleineren Begebenheiten von denen man noch nie was gehört hat. Auf jeden Fall sehr interessant und empfehlenswert: Klick. Wink

Ich finde das mit der Pädophilie echt übertrieben und wie Trianon schon sagte, müsste man mit heutigen Maßstäben gemessen damals alle als pädophil abstempeln, da sehr junge Heiraten gang und gebe waren und man meistens gerade mal abwartete, bis die Braut empfängnisbereit war.

@MariaAntonia: Das mit dem Hirschpark war doch aber erst nach dem Attentat eingerichtet worden, oder? Im Prinzip dürfte es da keinen direkten Zusammenhang gegeben haben.

Lolo


Autor: eliasdo Verfasst am: Do Apr 26, 2012 10:37 am Titel:
MariaAntonia hat Folgendes geschrieben:
Lolo hat Folgendes geschrieben:
Und natürlich wird obendrein als unantastbare Erkenntnis hingestellt: Der König war pädophil! Demnach hat er sich seine unzählige Mätressen wohl nur als Alibi gehalten, oder wie soll ich das verstehen?

Das höre ich nun auch zum ersten Mal Shocked - wobei man ja weiß, dass der König sehr junge Mädchen als Gespielinnen hatte.


Das habe ich vor kurzem auch das erste mal im Podcast von WDR ZeitZeichen (darf ich das so nennen?) über Damiens gehört und war auch sehr schockiert. Ich denke nicht, dass er ausschließlich pädophil war und andere Maîtressen nur als Alibi hatte aber das er genau so nach sehr jungen Mädchen suchte. Da er ja durchweg an melancholischer Langeweile litt und immer neue Abwechslung wollte. Wahrscheinlich hat er sich gar keinen Kopf dabei gemacht, da man damals mit 13 als volljährig galt. Was heute gottseidank strafbar ist!

Irgendwie ist es mit den zu jungen Geliebten ja auch fast offensichtlich. Es war ja auch gang und gebe Kinder (aus heutiger Sicht) zu verheiraten und - wie bei Louis XIII - zB der Hochzeitsnacht von zwei Kindern strikt beizuwohnen so lange bis es vermeintlich klappte. Ebenso wurden ständig junge Mädchen an alte Knacker verheiratet, was irgendwie - weil es ja anscheinend üblich war - auf den ersten Blick nicht schlimm scheint, es aber doch - grade aus heutiger Sicht - nunmal ist!

Marie-Louise O'Murphy zB war wohl 14 Jahre, als sie A: für Bouchers Bild nackt posierte und B: Maîtresse/Geliebte von Louis XV. wurde. Er hingegen war da schon einer dieser erwähnten "alten Knacker".

Aber nochmal zu dem immer als "Irre" abgestempelten Damien, seinem als wahnsinnig bezeichneten Anschlag und dem Podcast, da wird nämlich auf genau dieses Thema eingegangen. Es wird auf einige Unstimmigkeiten eingegangen, die sich aus den handschriftlichen Aufzeichnungen des Herzog von Croÿ, der mit der Ermittlung zu Damiens in dessen Geburtsprovinz Artois beauftragt war und den daraus später gedruckten und veröffentlichten Versionen. Aber auch auf anscheinend absichtlich zurückgehaltenen Informationen und Zeugenaussagen, die den König als pädophil hätten belasten können und somit den Volkszorn gegen dem Mal-Aimé noch verschärft hätten. Z.B wird nur in der handschriftlichen Originalversion des Herzogs auf Damiens Tochter eingegangen, im Druckwerk werden diese Passagen verschwiegen. Seine Tochter wurde nämlich 7 Jahre vor dem Attentat in Paris von der Polizei - genau wie andere junge Mädchen ihres Alters - grundlos aufgegriffen. Daraus entstand sogar ein Aufstand, Damien fand seine Tochter. Andere Mädchen verschwanden spurlos. Es gab zwar wohl nie einen Zusammenhang zwischen der Entführung und dem Wunsch des Königs nach jungen Mädchen aber da dieses royale Laster wohl schon teilweise vermutet wurde, könnte es natürlich Damiens Hass auf den König und das System geschürt haben. Denn Damiens war Diener u.a. beim Bruder der Mme de Pompadour, die Louis XV, genau wie anscheinend die Dubarry, oftmals Geliebte zugeschanzt hat um ihn bei Laune zu halten. Da gab es sicherlich auch viele zu junge Mädchen in der Auswahl, was Damien spitz gekriegt haben mag und auf die Entführung seine Tochter gemünzt.. ach jetzt habe ich so viel geschrieben.. hört mal rein, echt sehr aufschlussreich.

hier mal der Link
(ich hoffe der ist erlaubt und ich weiss - gehört wahrscheinlich eher zu Damiens, aber ich will damit hier auf seine Motivation Louis XV eine Mahnung zu erteilen eingehen und was sein Vorgehen anscheinend mit den zu jungen Geliebten des Königs und dem Hirschpark zu tun hatte), sehr interessant:
http://gffstream-0.vo.llnwd.net/c1/m/1332241283/radio/zeitzeichen/WDR5_Zeitzeichen_20120328_0920.mp3


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Do Apr 26, 2012 11:48 am Titel:
Lolo hat Folgendes geschrieben:
@MariaAntonia: Das mit dem Hirschpark war doch aber erst nach dem Attentat eingerichtet worden, oder? Im Prinzip dürfte es da keinen direkten Zusammenhang gegeben haben.

Für meine Bourbonen-HP hatte ich mal recherchiert, dass der Hirschpark 1755 eingerichtet wurde. Zumindest wurden die beiden Häuser des Hirschparks 1755 über einen Mittelsmann für den König gekauft.
Gut, natürlich könnte Damiens die Zeit vor 1755 gemeint haben. Zur Zeit des Attentats wurde der Hirschpark wohl aber schon in seiner "Funktion" genutzt.

@ eliasdo:
Stimmt, die Sache mit den jungen Mädchen könnte in dieser Form auch als Gerücht die Runde gemacht haben. Die genauen Dimensionen waren für das Volk (sicher auch für sonst niemanden) so genau zu erfassen. Wenn ein Mädchen verschwand, wäre es ein Leichtes gewesen, zu vermuten, dass dies mit der Gier des Königs in Verbindung stand.
Gerüchte hatten und haben heute noch bekanntlich eine große Macht Mr. Green


Autor: Forenking Verfasst am: Do Apr 26, 2012 11:48 am Titel: Ähnliche Themen





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