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Madame de Pompadour :: MARIE ANTOINETTE - Forum
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   MARIE ANTOINETTE - Forum Foren-Übersicht -> Die Bourbonen - Marie Antoinettes französische Familie
Autor: Princesse_de_Lamballe Verfasst am: Di Jul 29, 2008 6:53 pm Titel:
So ein Zufall heute habe ich ja die Biographie bekommen und genau bis zu der Stelle wo es darum geht gelesen. Darin heißt es der "Hirschpark" war ein hübsch gelegenes Viertel von Versailles wo sich früher ein Wildpark befunden hatte. Dort traf sich der König immer in einem komfortablen und verschwiegenen bürgerlichen Haus für seine Zwecke :zwinker


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Di Jul 29, 2008 7:04 pm Titel:
Er soll den Mädels im Hirschpark ja als polnischer Graf vorgestellt worden sein...


Autor: Lolo Verfasst am: Mi Jul 30, 2008 2:39 pm Titel:
Da ich ja die Frage gestellt hatte, wie man das Vorgehen Mme de Pompadours bewerten könnte, dahingehend, ob es Frankreich zugute kam oder nicht, möchte ich noch mal ein paar Anmerkungen aus der Bio von Lever weitergeben.

Ich finde, dass Bild was von der Pompadour darin gezeichnet wird, ist politisch betrachtet nicht gerade positiv. Sie wird als sehr voreingenommen geschildert und teilweise unbesonnen, zu sehr von ihren Ressentiments oder Sympathien geleitet. Ihre wichtigsten politischen Aktionen bzw. Einflussnahmen waren neben dem Versailler Vertrag die Absetzung des Kriegsministers Argensons und des Großsiegelbewahrers, Marine und Finanzministers Machault d'Arnouville, welche unter ihrer Mitwirkung durch die weitaus unfähigeren Monsieur de Paulmy und Monsieur de Moras ersetzt wurden. Der erste gab sein Amt wegen Überforderung später freiwillig auf.

Selbst der von ihr geförderte Choiseul fragte sie, wie sie zu so einer "lächerlichen Wahl" gekommen sei. Zumal es zusätzlich unklug war, da die beiden entlassenen Minister dem Volk als Verantwortliche für Klagen oder Beschwerden galten, sich fortan aber der Unmut direkt auf den König und seine Mätresse richten würde.

Zudem schätze sie den Ernst der militärischen Verwicklungen des beginnenden Siebenjährigen Krieges falsch ein, da sie immer an einen kurzen siegreichen Krieg glaubte. Den zunehmend besorgten Ratschlägen ihres Vertrauten Abbé de Bernis, dem Aussenminister, schenkte sie kein Gehör. Dieser wollte, dass Louis mit Friedrich II. Friedensverhandlungen aufnah, da die Franzosen mit dem Konflikt mit den Engländern schon über die Gebühr strapaziert waren und ihren Verpflichtungen im Bündnisvertrag mit Österreich kaum nachkommen konnten.

Die Marquise jedoch tat alles um ihr liebstes Kind, die Allianz zwischen Frankreich und Österreich, zu schützen und aufrecht zu erhalten, ohne dabei zu berücksichtigen, dass Frankreich dadurch finanziell sowie machtpolitisch erhebliche Einbussen einstecken musste, da Österreich als die souveränere der beiden Nationen auch militärisch die Führungsrolle in der Allianz übernahm.

Der König zeigte sich hierbei seltsam unbeteiligt, so dass man Madame de Pompadour auch als seine inoffizielle Premierministerin bezeichnete.
Alles in allem scheint es, als habe sie ihr Stolz blind gemacht für die Umstände und hinderte sie daran, ihrem ehemaligen Freund und Lehrer Glauben zu schenken. Eventuell hätte dann Frankreich seine Interessen gegen England in der Folge besser durchsetzen können.

Lolo


Autor: Madame Victoire Verfasst am: Mi Jul 30, 2008 4:30 pm Titel:
Das ist ja interessant, das klingt wirklich so, als hätte sie so einige Fehlentscheidungen gertroffen.
Ob es nicht auch daran lag, daß der König sich einfach zu sehr aus der Politik herausgehalten hat? Denn letzendlich trägt er ja die Verantwortung für die Politik.
Ich muß noch mal nachlesen was in der Biographie von Nancy Mitford darüber steht (ist leider die einzige die ich habe).


Autor: Trianon Verfasst am: Sa Aug 02, 2008 5:18 pm Titel:
Ich hab da mal eine Frage: Und zwar war Madame de Pompadours Mutter aus der Familie de la Motte. Was mich interessieren würde ob sie dadurch mit Jeanne de la Motte verwandt war oder besser gesagt mit deren Mann...


Autor: Princesse_de_Lamballe Verfasst am: Mi Aug 06, 2008 1:31 pm Titel:
Heute habe ich die Münchner Residenz besucht. Ein Raum widmet sich der Porzellan-Sammlung der Wittelsbacher und dort gab es ein besonderes Exponat- ein Schreibset aus Sèvres, das Madame Pompadour gehörte! Angeblich kam es als Geschenk von Marie Antoinette an den bayerischen Hof.









Autor: Lolo Verfasst am: Mi Aug 06, 2008 2:48 pm Titel:
Oh, das ist ja wunderhübsch! Vielen Dank für die Bilder. Allein vom Anschauen wär ich nie drauf gekommen, dass das ein Schreibset ist! rofl




Lolo


Autor: Trianon Verfasst am: Mi Aug 06, 2008 4:35 pm Titel:
Wirklich zauberhaft! Gefällt mir sehr gut und ich wäre ganz entzückt gewesen wenn ich so ein Geschenk bekommen hätte Wink


Autor: fontainebleau Verfasst am: Sa Nov 08, 2008 9:07 pm Titel:
Wollte hier mal einen kleinen I-Net Tipp zu Madame de Pompadour loswerden - http://www.madamedepompadour.com/ eine sehr interessante HP nur über sie !


Autor: Madame Victoire Verfasst am: Mo Nov 24, 2008 11:28 pm Titel:
Bei youtube gibt es folgenden sehr schönen Film-Ausschnitt:
http://de.youtube.com/watch?v=OcqGhbjLinQ&feature=related

Dazu hab ich gleich mehrere Fragen:
- weiß jemand aus welchem Film dieser Ausschnitt ist (gibt es den auf DVD)?
- ist die gezeigte Szene realistisch, also ist M.dePompadour wirklich durch "Beinchenstellen"in ein Becken gefallen? Das sie von den Töchtern des Königs angefeindet wurde ist ja bekannt, aber sind diese so weit gegangen?
- kann jemand übersetzen was sie Madame Louise auf die Bemerkung "Ein Fisch in seinem Element" (soviel verstehe ich noch) erwidert??


Autor: Cécile Verfasst am: Di Nov 25, 2008 9:34 am Titel:
Die Szene ist aus diesem Film:
http://www.amazon.fr/pompadour-Helene-Fougerolles/dp/B00120SA3Q/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=dvd&qid=1227601978&sr=8-2

In wie weit sie authentisch ist weiß ich allerdings nicht.
Der Film war nicht übel, wenn auch etwas langweilig, ich denke man hätte ihr Leben spannender verfilmen können.


Autor: Forenking Verfasst am: Di Nov 25, 2008 9:34 am Titel: Ähnliche Themen




Autor: Trianon Verfasst am: Di Nov 25, 2008 10:59 am Titel:
Hm ich glaub ich hab mal so etwas in der Bio gelesen, auf jeden Fall war irgendetwas mit einem Wasserbecken, ob sie allerdings wirklich hineingefallen ist oder nur ein paar Spritzer Wasser abbekommen hat weiß ich nicht dontknow müsst ich mal nachlesen...


Autor: Lolo Verfasst am: Di Nov 25, 2008 2:25 pm Titel:
Diese Szene wurde auch in der Pompadour-Bio von Evelyn Lever beschrieben, leider habe ich das Buch verborgt und kann nicht nachschlagen. Es war aber wohl so, dass die Pompadour bei einem Spiel in den Brunnen fiel und man sich daraufhin der spöttischen Bemerkung bezüglich ihres bürgerlichen Namens poisson, zu deutsch Fisch, nicht enthalten konnte. Übrigens soll es die Dauphine gewesen sein, die diese Bemerkung fallen ließ. Was aber Jeanne Antoinette darauf hin antwortete weiss ich nicht mehr und kann es auch nicht übersetzen.


Lolo


Autor: Madame Victoire Verfasst am: Di Nov 25, 2008 2:34 pm Titel:
Danke für eure Hilfe. :lächeln
Mir kommt der Film gar nicht so langweilig vor. Zumindest die Kostüme und die Ausstattung finde ich sehr ansprechend.
Ach, es gibt so viele tolle französische Filme. Warum gibts die nicht auf deutsch oder wenigstens auf englisch?

Aus dem Film hab ich noch einen Ausschnitt gefunden
http://de.youtube.com/watch?v=HxgnluTy67Q&feature=related

Das ist ja wirklich ekelhaft!!! Wahrscheinlich auch wieder Anspielung auf ihren Namen (poisson = fisch)??

Sind die Intrigen damals wirklich so weit gegangen?


Autor: Trianon Verfasst am: Di Nov 25, 2008 6:49 pm Titel:
Hm also auf mich wirkt er auch nicht langweilig, wäre wirklich sehr schön wenn es den Film irgendwann vielleicht doch auf Deutsch oder Englisch geben würde...

Also in der Bio von Madame Lever sind schon ziemlich schlimme Dinge beschrieben, egal ob am Hof oder unter dem einfachen Volk, aber ob so etwas in der Art wirklich passiert ist, ich kanns mir fast nicht vorstellen, obwohl am Hof wohl so ziemlich alles möglich war zu dieser Zeit...


Autor: Antoine Verfasst am: Mi Nov 26, 2008 9:26 am Titel:
was denn für schlimme Dinge zum Beispiel?? dontknow

Antoine hello


Autor: Madame Victoire Verfasst am: Do Nov 27, 2008 12:13 am Titel:
Naja, zB das man die Kutsche der Marquise mit Steinen beworfen hat wenn sie vorüberfuhr.
Am Hof selbst wurde sie von einer ganzen Clique angefeindet, bei der auch die Töchter des Königs sehr aktiv waren. Sie nannten die Marquise "Hurenmutter"(den französischen Ausdruck weiß ich nicht mehr), und machten ihr das Leben sehr schwer.

Aber ob ihr wirklich tote Fische in ihr Bett und ihre Gemächer gelegt wurden weiß ich nicht.


Autor: Trianon Verfasst am: Do Nov 27, 2008 9:35 am Titel:
Hab mal gestern wegen der Geschichte mit dem Wasserbecken in der Lever Bio nachgelesen:

Zitat:

Als Madame de Pompadour in Fontainebleau in ein Wasserbecken fiel, soll die liebenswürdige Gemahlin des Dauphins gemurmelt haben, dass es "nur ein Fisch sei, der in sein Element zurückkehre".


Leider steht darin nicht ob bzw. was die Marquise darauf erwiederte dontknow

Dafür hier ein paar Spottverse:
Es machen sich die Großen klein, die Reichen wollen reicher sein, die Fische (Poissons) werden fett und fein.

Tochter eines Blutegels und selbst ein Blutegel, die Poisson ein Weib von höchster Arroganz, stellt in diesem Schloss ohne Furcht und Schrecken die Substanz des Volkes und die Schmach des Königs zur Schau.

Die kleine Hure die gefällt, dem König dem Pantoffelheld, bei ihr ist die ganze Welt man kauft die Ehre dort für Geld. Man hat sie zum Idol erhoben, den Höfling hört man eifrig loben, er kriecht vor ihr dem Hunde gleich und sie, sie macht sich reich reich reich.


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Do Nov 27, 2008 9:43 am Titel:
Madame Victoire hat Folgendes geschrieben:
Sie nannten die Marquise "Hurenmutter"(den französischen Ausdruck weiß ich nicht mehr)

"Maman Putain" ist der frz. Ausdruck gewesen :zwinker


Autor: Madame_Dubarry Verfasst am: Mi Okt 27, 2010 10:48 am Titel:
Madame Pompadour...

Ich wusste ar nicht das sie es so schwer hatte am Hof!

Ich bewundere vor allem das sie der Königin immer respektvoll begegnet ist.
Und dass sie über das sexuelle Verhältnis hinaus ihre Beziehung zum König gehalten hat...

Daran sieht man: Mätresse sein ist ein harter Job!

Wink


Autor: Trianon Verfasst am: Mi Nov 03, 2010 6:13 pm Titel:
Ja alles hat eben seine guten und Schattenseiten. Richtig tauschen möcht ich mit ihr wirklich nicht, ich stell mir so ein Leben überanstrengend vor - kein Wunder dass sie schon relativ früh verbraucht aussah und leider nicht alt wurde.
Sie hat sich komplett zurückgestellt, den König und seine Bedürfnisse über alles gehoben - hat alles getan nur damit der König zufrieden war und ihm aus seinen immer wieder vorkommenden Depressionen zu helfen. Für ihn und seinen sexuellen Appetit hat sie ja sogar die merkwürdigsten Diäten gemacht um ihr Blut in Wallungen zu bringen und "heißblütiger" zu werden. Damit hätte sie beinahe ihre Gesundheit komplett ruiniert und nur ab und zu gönnte sie sich mal ein wenig Abstand von allem.

Allein dafür Hut ab, aber natürlich hatte sie durch dieses Leben auch ungeheure Freiheiten und konnte ihre Leidenschaften ausleben - Schlösser bauen und Einrichten, Diskussionen führen, Politik betreiben etc etc. Ja wie gesagt - alles hat seine guten und schlechten Seiten und jeder muss für sich selbst abwegen ob er damit "leben" kann oder nicht. Ich glaub ich könnts nicht...


Autor: Forenking Verfasst am: Mi Nov 03, 2010 6:13 pm Titel: Ähnliche Themen





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