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   MARIE ANTOINETTE - Forum Foren-Übersicht -> Kunst und Mode
Autor: Madame la Dauphine Verfasst am: Mi März 12, 2008 8:57 pm Titel: Frisuren, Haarmode
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Hinweis von MariaAntonia:
Das Thema > Haar- und Körperpflege wurde geteilt.
Hier also weiter mit der Frisurenmode :zwinker


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Wie lange Haare hatte MA denn ungefähr , ich weiß nur wie lang sie bei Lamballe waren .
Und wie lang waren allgemein die Haare?


Autor: Marie_Thérèse Verfasst am: Mi März 12, 2008 9:38 pm Titel:
also ich weiß es zwar nicht, aber so lang dürften sie nicht gewesen sein, schließlich musste ja noch die Perrücke drauf passen! Oder? dontknow


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Mi März 12, 2008 10:04 pm Titel:
Ich dachte eher, die Haare wurde erst recht lang gehalten, da mit diesen die Frisuren gezaubert wurden. Für die Fülle sorgten Haarteile und Accessoires.
Vielleicht gab es ja auch beides... sowohl Komplettperrücken, als auch Frisuren aus dem eigenen Haar inkl. Haarteile.


Autor: Trianon Verfasst am: Do März 13, 2008 7:27 am Titel:
soviel ich weiß haben sie die haare mit in die perücke eingeflochten und dann mit haarteile dazugegeben, aber es wird sicher auch wie bei den männern komplettperrücken...


Autor: Brissotin Verfasst am: Do März 13, 2008 9:26 am Titel:
MariaAntonia hat Folgendes geschrieben:
Ich dachte eher, die Haare wurde erst recht lang gehalten, da mit diesen die Frisuren gezaubert wurden. Für die Fülle sorgten Haarteile und Accessoires.
Vielleicht gab es ja auch beides... sowohl Komplettperrücken, als auch Frisuren aus dem eigenen Haar inkl. Haarteile.

Es gibt, hatte ich das nicht schonmal geschrieben (?), erhaltene Damenperücken und Herrenperücken. Genaueres kann Cécile vielleicht zu den Damenperücken sagen. Jedenfalls sieht man die Perückenformen in der Encyclopédie - im Abschnitt zum Perückenmacher, hierbei gibt es auch Damenperücken wie auch Haarteile zu sehen. http://commons.wikimedia.org/wiki/Encyclop%C3%A9die?uselang=de

Wie es bei Marie Antoinette selbst war, kann ich nicht sagen. Dazu habe ich mich nicht genug mit ihr beschäftigt. Ich würde auf eine Kombination aus Haarteilen für die Locken und eigenen Haaren tippen, ohne mich darauf festlegen zu wollen, da ich aus eigenen Versuchen weiß, dass man erstaunlich hoch mit wenigen Hilfsmitteln die Eigenhaaare aufbauen lassen kann. Die hohen Frisuren waren ja eine Mode, welche sich auch bei den Herren in zurückhaltenderer Form für gewöhnlich widerspiegelte.

Ich würde zu den Frisuren aber an eurer Stelle einen eigenen Thread machen. Denn das hat mit dem Baden in Versailles nur begrenzt zu tun.


Autor: Trianon Verfasst am: Do März 13, 2008 9:31 am Titel:
ich schätze das bei den nicht so hohen frisuren die eigenen haare miteingearbeitet waren, bei den hohen (für feste und bälle) werden es wahrscheinlich komplette perrücken gewesen sein...

gibt es in versailles nicht eigene badegemächer??


Autor: Brissotin Verfasst am: Do März 13, 2008 9:44 am Titel:
antoinette_verehrer hat Folgendes geschrieben:
bei den hohen (für feste und bälle) werden es wahrscheinlich komplette perrücken gewesen sein...

Hast Du für Deine Vermutung Anhaltspunkte? Ich weiß, dass die wirklich sehr hohen mit eigenen Haaren auch machbar sind aus eigenem Versuch. Wenn es von den ganz hohen Ballfrisuren Perücken gab, warum haben sich dann keine erhlaten? Ich kenne bis jetzt kein Original.


Autor: Trianon Verfasst am: Do März 13, 2008 10:24 am Titel:
nein, ich hab keine anhaltspunkte für meine meinung, ich kann es mir halt so vorstellen, muss ja nicht gestimmt haben...


Autor: Soiree Verfasst am: Do März 13, 2008 12:45 pm Titel:
Sagen wir so, generell sind für die Frisuren des 18. Jahrhunderts lange Haare recht praktisch, da man fast jede Frisur damit ganz gut hin bekommt (Zofen sind allerdings von Vorteil! :zwinker )
Für das späte 18te sind recht lange Haare meiner Meinung nach beinahe notwendig, sollte frau diese Haarfülle nicht besitzen, kann bzw. muß sie natürlich auf Haarteile zurückgreifen. Bei mir genügte für die Frisur auf meinem Avatar ein Haarpolster, Haarteile waren nicht nötig.
Für die frühen Frisuren sind dann allerdings nicht ganz so lange Haare vielleicht etwas praktischer, denn je länger die Haare, desto schwerer sind sie natürlich und man braucht recht viele Haarnadeln, um sie hochzustecken...


Autor: Trianon Verfasst am: Do März 13, 2008 12:57 pm Titel:
ja, muss dir zustimmen :lächeln


Autor: Brissotin Verfasst am: Do März 13, 2008 1:00 pm Titel:
Soiree hat Folgendes geschrieben:
Sagen wir so, generell sind für die Frisuren des 18. Jahrhunderts lange Haare recht praktisch, da man fast jede Frisur damit ganz gut hin bekommt (Zofen sind allerdings von Vorteil! )

Für das späte 18te sind recht lange Haare meiner Meinung nach beinahe notwendig, sollte frau diese Haarfülle nicht besitzen, kann bzw. muß sie natürlich auf Haarteile zurückgreifen. Bei mir genügte für die Frisur auf meinem Avatar ein Haarpolster, Haarteile waren nicht nötig.

Für die frühen Frisuren sind dann allerdings nicht ganz so lange Haare vielleicht etwas praktischer, denn je länger die Haare, desto schwerer sind sie natürlich und man braucht recht viele Haarnadeln, um sie hochzustecken...

Ja Zofen oder Friseure brauchte man bzw. braucht man ob als Mann oder Frau von Stand für diese aufwändigen Frisuren. Von daher nehme ich an, werden die Dienstboten, wenn sie eine etwas schwierigere Frisur brauchten, die sie sich nicht schnell gegenseitig machen konnten, eine billige Perücke verwendet haben. Aber zu dem Thema sind meine Erfahrungen aus Primärquellen zwiespältig. Zum einen sollen Dienstboten ihr Haarpuder verstreut haben und daher die Gefäße, die zu Tisch gebracht wurden, immer extra vor dem Puder bewahrt worden. Zum anderen sind die meisten erhaltenen Perücken ungepudert, was eher darauf schließen ließe, dass Perücken eher selten und stattdessen eher die eigenen Haare gepudert wurden. Du verstehst, worauf ich hinaus will, Soiree?

Cécile hat schon eine richtig hohe Frisur nur mit extrem vielen Haarklammern und den eigenen Haaren hinbekommen.

Stimmt lange Haare für die Zeit der Mme. de Pompadour sind doof bei Damenfrisuren. Man muss sich entscheiden mit den eigenen Haaren für späte Zeit mit langen Haaren oder die frühere mit kurzen.


Autor: Soiree Verfasst am: Do März 13, 2008 1:22 pm Titel:
Ich habe zwar keinerlei Erfahrungen mit Perücken, ich brauche sie ja eigentlich auch nicht, aber ich habe mir das auch vor einiger Zeit schon überlegt und kann mir ebenfalls eher vorstellen, daß die eigenen Haare vorwiegend gepudert wurden und die Perücken eher weniger. Die eigenen Haare mußten ja eh zwangsläufig irgendwann gewaschen werden.
Aber wie war es mit den Perücken, wusch man sie auch hin und wieder und frisierte sie neu?
Puder haftet ja selbst mit Pomade nicht gerade perfekt und je mehr man verwendet, umso eher verstreut man es, wo man geht und steht eh
Eigentlich bin ich ganz froh, helles Haar zu haben, da braucht man nicht allzu viel Puder, ich gestehe jedoch, ich verwende dann aber auch keine Pomade, denn ich bekomme meine Haare damit am nächsten Tag sicher nicht noch einmal neu frisiert...


Autor: Soiree Verfasst am: Do März 13, 2008 1:25 pm Titel:
Brissotin hat Folgendes geschrieben:

Stimmt lange Haare für die Zeit der Mme. de Pompadour sind doof bei Damenfrisuren. Man muss sich entscheiden mit den eigenen Haaren für späte Zeit mit langen Haaren oder die frühere mit kurzen.


eh Ähm, ich opfere bei meiner Länge aber jetzt trotzdem nicht mal eben 20 oder 30 cm! heul


Autor: Trianon Verfasst am: Do März 13, 2008 1:30 pm Titel:
das musst du ja auch nicht...


Autor: Brissotin Verfasst am: Do März 13, 2008 1:38 pm Titel:
Nee, nee man muss dann halt damit leben, dass man mit der eigenen Haarlänge bestimmte Frisuren nicht ganz so gut hinbekommt. Das geht mir ja genauso. Für die späten Frisuren mit dem Borstenschnitt sind meine Haare auch insgesamtz zu lang, für die ganz frühen mit zwei Zöpfen und die bis weit auf den Rücken reichen sind sie zu kurz. crybaby2

Soiree hat Folgendes geschrieben:

1. Aber wie war es mit den Perücken, wusch man sie auch hin und wieder und frisierte sie neu?
2. Puder haftet ja selbst mit Pomade nicht gerade perfekt und je mehr man verwendet, umso eher verstreut man es, wo man geht und steht Eigentlich bin ich ganz froh, helles Haar zu haben, da braucht man nicht allzu viel Puder, ich gestehe jedoch, ich verwende dann aber auch keine Pomade, denn ich bekomme meine Haare damit am nächsten Tag sicher nicht noch einmal neu frisiert...

1. Keine Ahnung. Das ist eine gute Frage. Wenn man sie nicht pudern brauchte, brauchte man sie eigentlich nicht waschen, wenn man sie wusch wurde sie zwangsläufig ja mit der Zeit anfälliger für Beschädigungen.

2. Ich nehme das Puder auch ohne Pomade, weil es bei einem Pomadenversuch von uns fast garnicht hielt. Aber ich mache mir auch nichts daraus, dass sich das Puder auf dem Haarbeutel oder auf den Schultern verteilt, man sieht es ja auch auf den zeitgenössischen Gemälden.

Ich denke das Pudern von Perücken war nicht so einfach, eben wegen der nötigen Pomade. Die Perücke hat ja kein eigenes Fett wie unsere eigenen Haare. Das wäre für mich eine Erklärung, dass nicht häufig die Originalperücken gepudert sind. Dennoch kommt Haarpomade in den Primärquellen immer wieder vor, kam also zur Anwendung.


Autor: Baron de Batz Verfasst am: Do März 13, 2008 1:42 pm Titel:
Hi

Ich meine auch, dass es im Fall von Marie-Antoinette die echten Haare waren ( die dann bei bedarf durch Haarteile verstärkt wurden)....Sie wurden straff über ein Roßhaarkissen gezogen oder mit Gaze 'gefüllt'...und mit Pomade und Haarnadeln befestigt ...... dann eben dekoriert .......Hinten wurde ein Zopf geflochten und hochgebunden ....der sogenannte "Cadogan" ....

Man sieht das auch deutlich bei den grossen Marmorbüsten von ihr 1781 bzw. 1784 von Boizot....

Ich habe mal gelesen, dass Marie-Antoinette nach irgendeiner Schwangerschaft sehr unter Haarausfall litt und die Haare gekürzt werden mussten ....was zur Folge hatte, dass kurze Zeit später der gesamte Hof "der neuen Mode" folgte und es der Königin gleichtat.... na ja, so richtig glauben kann ich es nicht, aber vorstellen allemal ! Smile

Lg


Autor: Brissotin Verfasst am: Do März 13, 2008 1:51 pm Titel:
Danke, ein schöner Beitrag!
Baron de Batz hat Folgendes geschrieben:

Man sieht das auch deutlich bei den grossen Marmorbüsten von ihr 1781 bzw. 1784 von Boizot....

Ja Büsten finde ich auch immer wieder wegen der Frisuren interessant, weil man bei ihnen rundum gehen kann und etwas sieht, was gewöhnlich auf Porträts verdeckt bleibt oder nur durch einen Spiegel im Hintergrund, wie bei dem berühmten Porträt der Pompadour von Boucher, zu sehen ist.

Die Anekdote mit der Kürzung der Haare kann ich mir auch gut vorstellen. Ich meine, die Menschen bei Hofe und besonders die Damen hatten täglich den Blick fast nur auf die Königin ausgerichtet, kein Wunder, dass man sich stets an ihr orientierte, vielleicht sogar wenn man sie nicht unbedingt mochte.

Ich nehme an, dass sich die Frisuren der Damen einfach öfter änderten, da sie eher dem Wandel der Mode folgten. Daher waren sie sicherlich eher dazu gezwungen, die Haare wachsen zu lassen.

Bei vielen Herren hingegen blieb die Frisur über einige Dekaden gleich. Das ist mir bei einige Porträts des Herzogs Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld und Selbstporträts von Anton von Maron aufgefallen. Einige behielten eine altmodische Frisur über 30 Jahre und mehr, will mir scheinen.


Autor: Trianon Verfasst am: Do März 13, 2008 1:56 pm Titel:
also dass die damen am hofe ihre mode und frisuren deren der königin anpassten ist irgendwie klar, sie wollten sie so gut wie möglich nachahmen, immerhin ist sie ja die erste dame des landes...


Autor: Lolo Verfasst am: Do März 13, 2008 2:20 pm Titel:
Das mit dem Haarausfall habe ich auch schon des öfteren gelesen. Angeblich soll Leonard MA dann eine "Kurzhaarfrisur" verpasst haben. Er nannte sie "à l'enfant" und sie soll wohl ein grosser Erfolg gewesen sein.

Zitat:
Einige behielten eine altmodische Frisur über 30 Jahre und mehr, will mir scheinen.


Das gibt es ja heute auch noch, viele Muttis von heute tragen immer noch die Dauerwelle, die sie als Teenager in den 80ern trugen. rofl Und werden sie noch lange tragen. Meistens ist ein bestimmter Stil aus der Jugend prägend für das ganze Leben. Und wenn ich an die Queen denke, die ist ja ein Paradebeispiel für Hartnäckigkeit! :zwinker



Lolo


Autor: Soiree Verfasst am: Do März 13, 2008 3:54 pm Titel:
Brissotin hat Folgendes geschrieben:

1. Keine Ahnung. Das ist eine gute Frage. Wenn man sie nicht pudern brauchte, brauchte man sie eigentlich nicht waschen, wenn man sie wusch wurde sie zwangsläufig ja mit der Zeit anfälliger für Beschädigungen.

2. Ich nehme das Puder auch ohne Pomade, weil es bei einem Pomadenversuch von uns fast garnicht hielt. Aber ich mache mir auch nichts daraus, dass sich das Puder auf dem Haarbeutel oder auf den Schultern verteilt, man sieht es ja auch auf den zeitgenössischen Gemälden.

Ich denke das Pudern von Perücken war nicht so einfach, eben wegen der nötigen Pomade. Die Perücke hat ja kein eigenes Fett wie unsere eigenen Haare. Das wäre für mich eine Erklärung, dass nicht häufig die Originalperücken gepudert sind. Dennoch kommt Haarpomade in den Primärquellen immer wieder vor, kam also zur Anwendung.


1. Eben, das dachte ich mir auch, sie werden vom Waschen ja keinesfalls besser, die wenigen erhaltenen Perücken, die ich kenne, sind vermutlich auch aus genau diesem Grund aus hellem Haar gefertigt.
Leider habe ich damals die Ausstellung zu diesem Thema nicht gesehen, aber es gibt dazu auch ein Buch, hab ich gesehen:
http://www.amazon.de/Lockenpracht-Herrschermacht-Jochen-Luckhardt/dp/3733803442

2. Auch wenn das nachhaltig den Stoffen, insbesondere der Seide schaden kann, wenn man sieht, daß mancher Justaucorps/Habit im Schulterbereich regelrecht zerschlissen ist, wird vermutlich an der Kombination Puder und Pomade liegen, aber auch die Bourse trug vermutlich dazu bei, indem sie dort den Stoff mit der Zeit einfach mürbe gerieben hat.

Nun, was die Herren betrifft, so ist es nur logisch und erklärlich, daß viele von ihnen ab einem gewissen Alter einfach der mangelnden Haarpracht wegen zur Perücke greifen mußten, während die Damen bei den meisten Schwangerschaften doch eher einen Zahn denn Haare lassen mußten :zwinker

Zuletzt bearbeitet von Soiree am Do März 13, 2008 3:58 pm, insgesamt einmal bearbeitet


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Do März 13, 2008 3:55 pm Titel:
Ich habe mich gerade gefragt, wieviele Stunden MA wohl für ihre berühmten Frisurentürme stillsitzen musste, ehe die "haarigen Kunstwerke" vollendet waren eh
Wenn ich nur an diese Schiffs-Frisur denke...

Kann man irgendwo nachlesen, welchen Aufwand und welche Zeit diese Frisuren in Anspruch genommen haben ?


Autor: Brissotin Verfasst am: Do März 13, 2008 4:00 pm Titel:
Soiree hat Folgendes geschrieben:


Eben, das dachte ich mir auch, sie werden vom Waschen ja keinesfalls besser, die wenigen erhaltenen Perücken, die ich kenne, sind vermutlich auch aus genau diesem Grund aus hellem Haar gefertigt.
Leider habe ich damals die Ausstellung zu diesem Thema nicht gesehen, aber es gibt dazu auch ein Buch, hab ich gesehen:
http://www.amazon.de/Lockenpracht-Herrschermacht-Jochen-Luckhardt/dp/3733803442

Ich habe den Katalog, der sehr interessant ist, da er einen sehr großen Teil der auf Europa verstreuten Originalperücken zusammen trägt. Unter ihnen gibt es sowohl Graue, als auch Braune, Blonde, aber die meisten gehen sehr ins Weiß.
Primär geht es zwar, wie der Titel des Buches nahelegt um Herrenperücken, es ist aber auch die Damenperücke aus München dabei, welche in letzter Zeit in einer Sonderausstellung im Bayerischen Nationalmuseum sogar ausgestellt war.


Autor: Soiree Verfasst am: Do März 13, 2008 4:03 pm Titel:
Das kommt wohl ganz darauf an, wie geschickt der Coiffeur war Wink
Nun ja, eine "normale" Hochsteckfrisur dauert, wenn sie halten soll, schon mal locker eine Stunde oder länger, wie gesagt, je nach Geschicklichkeit und Aufwand, so pauschal läßt sich das wohl nicht sagen...
Ich habe meine Haare auch schon in 15 Minuten halbwegs kunstvoll hochgesteckt bekommen, aber so richtig schön ist das dann natürlich auch nicht gerade unsicher


Autor: Soiree Verfasst am: Do März 13, 2008 4:05 pm Titel:
Brissotin hat Folgendes geschrieben:

Primär geht es zwar, wie der Titel des Buches nahelegt um Herrenperücken, es ist aber auch die Damenperücke aus München dabei, welche in letzter Zeit in einer Sonderausstellung im Bayerischen Nationalmuseum sogar ausgestellt war.


Ja, ich weiß schon welche du meinst, die gefiel mir sehr, vielleicht kann mir meine Zofe die demnächst mal so frisieren, ich allein bekomme das so nicht hin.


Autor: Brissotin Verfasst am: Do März 13, 2008 4:14 pm Titel:
Soiree hat Folgendes geschrieben:


Ja, ich weiß schon welche du meinst, die gefiel mir sehr, vielleicht kann mir meine Zofe die demnächst mal so frisieren, ich allein bekomme das so nicht hin.

Ich fand sie eigentlich recht schlicht. Ich glaube sie ist aus den 1760ern, aber bei den Originalen ist ja, gerade bei den richtig alten, das Problem, dass sie so beschädigt sind, dass man kaum erkennen kann, wie sie in ihren guten Tagen ausschauten.
Die schöne angebliche Allongeperücke in Nürnberg im Germ. Nationalmuseum sieht z.B. eher aus wie ein Wischmopp und hat fast völlig die Form verloren, da gerade hinten die Haare abgerissen sind oder nur fragmenthaft dran hängen.


Autor: Soiree Verfasst am: Do März 13, 2008 4:22 pm Titel:
Brissotin hat Folgendes geschrieben:

Ich fand sie eigentlich recht schlicht. Ich glaube sie ist aus den 1760ern, aber bei den Originalen ist ja, gerade bei den richtig alten, das Problem, dass sie so beschädigt sind, dass man kaum erkennen kann, wie sie in ihren guten Tagen ausschauten.
Die schöne angebliche Allongeperücke in Nürnberg im Germ. Nationalmuseum sieht z.B. eher aus wie ein Wischmopp und hat fast völlig die Form verloren, da gerade hinten die Haare abgerissen sind oder nur fragmenthaft dran hängen.


Ja, schlicht ist sie, ich bekomm sie aber trotzdem ohne Hilfe so nicht hin, allein die Locken sind schon schwierig, da ist eben die Länge wieder ungünstig, den oberen Teil der Haare muß ich ja irgendwo lassen, denn komplett aufrollen und dann feststecken kann man so lange Haare nicht mal eben!

Oha, Wischmopp?! :\
Ist die Ausstellung denn noch irgendwo zu sehen? Interessiert mich ja schon...


Autor: Brissotin Verfasst am: Do März 13, 2008 4:29 pm Titel:
Soiree hat Folgendes geschrieben:

Ist die Ausstellung denn noch irgendwo zu sehen? Interessiert mich ja schon...

Welche meinst Du? Die aus München oder die aus Braunschweig?


Autor: Soiree Verfasst am: Do März 13, 2008 4:33 pm Titel:
Brissotin hat Folgendes geschrieben:
Soiree hat Folgendes geschrieben:

Ist die Ausstellung denn noch irgendwo zu sehen? Interessiert mich ja schon...

Welche meinst Du? Die aus München oder die aus Braunschweig?


Öhm, keine Ahnung, waren die denn verschieden??


Autor: Cécile Verfasst am: Do März 13, 2008 6:56 pm Titel:
@Soiree:
Der Wischmopp ist in Nürnberg im germanischen Nationalmuseum in der Dauerausstellung zu sehen - unbedingt mal hingehen, wenn du in der Gegen bist!!


Autor: Soiree Verfasst am: Do März 13, 2008 7:14 pm Titel:
Cécile hat Folgendes geschrieben:
@Soiree:
Der Wischmopp ist in Nürnberg im germanischen Nationalmuseum in der Dauerausstellung zu sehen - unbedingt mal hingehen, wenn du in der Gegen bist!!


:smt003
Hach, nach Nürnberg verschlägt es mich ja leider nicht so oft, aber fürs nächste Mal gut zu wissen! yes


Autor: Brissotin Verfasst am: Fr März 14, 2008 8:46 am Titel:
Soiree hat Folgendes geschrieben:


Öhm, keine Ahnung, waren die denn verschieden??

Die Ausstellung in Braunschweig - 10. Mai - 30. Juli 2006
Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig - behandelte nur Perücken und die Entwicklung der Frisur in Barock und Rokoko, wobei es noch Ausflüge bis ins 20.Jh. gab.

Hingegen gab es in München zwei Sonderausstellungen, wobei es um das Privatleben von wohlhabenden Bürgern und Adeligen gingen und wo dergleichen wie Perücken, Morgenmäntel, - Schlafmützen und Hemd des 18.Jh. speziell ausgestellt wurden. Zu einer der beiden Sonderausstellungen habe ich noch den Link gefunden. http://www.bayerisches-nationalmuseum.de/presse/herrimhaus/ Neben "Der Herr im Haus" gab es noch ein Pendant, welches zuvor ausgestellt wurde. Die Ausstellung war zwar nur in einem recht kleinen Raum, aber die präsentierten Stücke waren dafür sehr interessant und schön anzuschauen. Leider gibt es von den beiden Münchner Ausstellungen des Bayerischen Nationalmuseums keinen Ausstellungskatalog, obwohl sie so beliebt waren, dass eine verlängert wurde.


Autor: Baron de Batz Verfasst am: Fr März 14, 2008 12:08 pm Titel:
Hallo,

Zeitgenössische Büsten und Skulpturen sind für mich (auch) das beste 'visuelle Zeitzeugnis' eines Menschen, dass es gibt ....erstaunlich wie fein und detailliert manchmal gearbeitet wurde, dass selbst jeder Knopf, jede Spitze oder Naht zu erkennen sind .....
Aus dem Grund mache ich mir auch selten Gedanken darüber, wie MA, Louis, die Tanten, die Pompadour ....etc ausgesehen haben könnten, da die Bildhauer Pigalle, Lemoyne, Houdon... (.... in vielen Fällen auch nicht gerade schmeichelnd) es uns ja ziemlich perfekt gezeigt haben ...

Bei den angehängten Bildern kann man gut erahnen wie der Aufbau einer Frisur war und wie lang Antoinettes Haare - mindestens in der Mitte der 1780er Jahre - gewesen sein müssten, würde man den Cadogan, also den Zopf lösen: ...bis zur Taille! Smile





Weil es sich nur die aller wohlhabendsten Damen leisten konnten, den Friseur für diese Konstruktionen jeden Tag zu konsultieren, gab es wohl hauptsächlich Mitte/Ende/Anfang der 1770/80er Jahre ( wo es 'am buntesten getrieben wurde' ) spezielle Gittervorrichtungen für die Nacht, die es ermöglichten solch "einen Aufbau" (... ich will es mal so nennen) über mehrere Tage zu tragen...... Na ja...ich denke, dieser Druck lastete nur auf den Damen der Gesellschaft, die sich u. a. täglich am Hofe zeigen mussten bzw. wollten ..... in diversen Lust- und Landschlösschen z.B. kann ich mir schon gut vorstellen, es öfter auch mal einfach nur beim Strohhut belassen zu haben (??). ....

Lg


Autor: Brissotin Verfasst am: Fr März 14, 2008 12:38 pm Titel:
Vielen Dank für die tollen eingestellten Fotos. Sie erinnern mich an die Büsten, die ich im Musée Carnavalet in Paris sah.

Großartig, dass sich jemand so intensiv mit dieser Kunst beschäftigt. Die Büsten halte ich für einen sehr wichtigen Mosaikstein in dem Aufspüren des tatsächlichen Aussehens der Menschen, vielleicht noch realistischer als Malerei (von manchen Malern wie Liotard und Wright of Derby abgesehen) und auf jeden Fall eine nötige Ergänzung zu den schriftlichen, zeitgenössischen Beschreibungen.

Zum ganzen Begreifen der Frisuren sind natürlich auch Modeabhandlungen wie das genannte Werk Garsaults, das von Halle ins Deutsche gebracht wurde fundamental wichtig. Daneben kann man auch sehr gut all die Modekupfer der aufkeimenden Modejournale untersuchen, wobei den Frisuren der Damen oftmals ein besonders hoher Stellenwert eingeräumt wurde.


Autor: Madame la Dauphine Verfasst am: Fr März 14, 2008 1:05 pm Titel:
wow die Büste sieht wirkloch perfekt aus! Die Frisur ist wirklich super , sieht irgendwie ganz leicht zum Nachmachen aus rofl

mit was haben sie sich eigentlich die Haare gewaschen?


Autor: Trianon Verfasst am: Fr März 14, 2008 1:14 pm Titel:
ich schätze mal mit wasser und seife, der vielleicht irgendwelche duftessenzen beigemischt wurden oder so...


Autor: Lolo Verfasst am: Fr März 14, 2008 3:01 pm Titel:
Der Zopf in seiner Fülle (wenn man bedenkt, dass ja auch noch andere Haare in Locken , Rollen usw., gelegt wurden) kann unmöglich ganz aus Eigenhaar gewesen sein. Dazu ist er meiner Meinung nach zu dick, so kräftige und viele Haare haben nur ganz wenige. Ich bezweifle, dass das MAs echtes Haar war und bis zur Hüfte ging, aber ich bin da mal ganz vorstichtig. unsicher

Es sei denn der Bildhauer hat bei den Dimensionen etwas geschummelt. :zwinker


Lolo


Autor: Soiree Verfasst am: Fr März 14, 2008 3:36 pm Titel:
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß man so einen Zopf nur mit allen Haaren hinbekommt und da braucht frau schon relativ dickes Haar zu!
Ich vermute, daß bei dieser Frisur Haarteile und Haarpolster durchaus notwendig waren...vielleicht wurden in den eigenen Zopf hinten einfach noch falsche Strähnen mit eingeflochten?!
Kompliziert sieht es tatsächlich nicht aus und ich denke, mit einer geübten Zofe wird das auch nachzumachen sein :zwinker


Autor: Madame la Dauphine Verfasst am: Sa März 15, 2008 10:31 am Titel:
antoinette_verehrer hat Folgendes geschrieben:
ich schätze mal mit wasser und seife, der vielleicht irgendwelche duftessenzen beigemischt wurden oder so...


wurde Seife nicht selten benutzt? Es steht doch überall , das sie selten Seife benutzten , da es "moderner" war , sich nur mit Wasser und Parfum zu waschen... ? dontknow

also , mit was wusch sie sich ihre Haare? Hat man vielleicht irgendwas aus gestampften Blüten gemischt?


Autor: Soiree Verfasst am: Sa März 15, 2008 5:34 pm Titel:
Hierzu empfehle ich mal wieder gern diese Seite:
http://www.marquise.de/de/1700/howto/frisuren/frisuren.shtml

Weiter unten steht auch was zur Haarwäsche...


Autor: Baron de Batz Verfasst am: Sa März 15, 2008 6:32 pm Titel:
Hi,

Vielen Dank für die Infos!
..... und stimmt: die 'l'Autel Royal' Gruppe - zum Beispiel -, aus dem Musee Carnavalet ist vom gleichen Bildhauer wie die Büste: von Louis Simon Boizot ! ....Bei der "Krönungsgruppe" sieht man Marie Antoinette im 'allegorischem Kostüm' , wobei der Zopf lose herabfällt.

Meint ihr nicht, dass wenn man sich den Haar-Aufbau bei der Büste vollgestopft mit Gaze und Kissen vorstellt....das der Zopf, der dann ja die ganzen Haare darstellt, als ihr Eigener betrachtet werden könnte?? ..aber dafür bin ich zu wenig Frau und hatte noch nie so lange Haare, dass ich es beurteilen könnte ;-)...

Zum Waschen fällt mir - abgesehen von dem Bericht - nur ein paar Jahrzehnte später Sisi ein: Cognac und Ei ! ......denn ich glaube, um diese Mengen von Pomade restlos aus dem Haar entfernen zu können, musste man schon zu härteren Mitteln greifen. ...

LG


Autor: Soiree Verfasst am: Sa März 15, 2008 7:36 pm Titel:
Überhaupt Ei als Basis für Shampoo ist doch allgemein bekannt, vielleicht verwendete man das ja auch damals schon, war immerhin günstig und für jedermann zu beschaffen.
Noch ein interessantes Mittel speziell für den Glanz ist Honig.
Wäre auf jeden Fall mal ein Experiment wert, zumal es dazu jede Menge simple Rezepte gibt mit Zutaten, die es auch damals schon gab...

@ Baron
Ich habe gerade mal nach ein paar Bildern geguckt und es ist unter Umständen vielleicht sogar doch möglich, eine solche Frisur mit dem eigenen Haar zu machen, allerdings geht es nur mit sehr dickem Haar.
Meines ist recht dick und ich habe für einen Auftritt einmal folgende Frisur gemacht (mit Hilfe wäre es vermutlich noch ordentlicher geworden, aber es hat schon relativ gut geklappt)

Hier die Bilder:



Und die Rückansicht:



Autor: Brissotin Verfasst am: Mo März 17, 2008 8:40 am Titel:
Schöne Bilder Soiree, ja manchmal bedauere ich, nicht häufiger einen Ausflug in die 80er zu unternehmen. :mein-held

Zum Glück brauchen die Herren nicht so gewaltige Zöpfe, wenngleich für manche Frisuren auch eine große Menge an extrem langen Haaren nötig ist. Wie hier auf einem Stich von Jean Michel Moreau le Jeune:


Aus eigenen Versuchen ist mir bis jetzt immer wieder begegnet, dass bei genügender Erfahrung auch eine Haarwäsche nicht so schlimm ist, wenn man danach die Haare machen will. Dennoch finde ich es auch auffällig, dass in zeitgenössischen Quellen selten von Haarwäschen die Rede ist. Einmal habe ich, ich weiß nicht mehr wo, gelesen, dass ein Herr nicht außer Haus gegangen wäre, weil er sich die Haare gewaschen habe. Aber das scheint wirklich eine ziemliche Ausnahme gewesen zu sein oder aber, was immer denkbar ist, es war so alltäglich, dass man es nicht erwähnte oder immer mal in den morgentlichen Aufstehritualen integriert wurde, wenn man es für nötig hielt.


Autor: Soiree Verfasst am: Mo März 17, 2008 12:04 pm Titel:
Ja, stimmt schon, es gibt kaum Veranstaltungen in den 80ern und wenn, dann umfasst die vorgegebene Zeitspanne gleich noch zusätzlich die 60er und 70er oder gar das Empire eh
Dabei haben wir kürzlich noch in Zeilitzheim festgestellt, daß recht vielen (speziell) Damen unseres Kreises diese Mode sehr gut gefällt!

Vielleicht lassen sich die Haare nach einer Haarwäsche mit den damaligen Mitteln besser frisieren, mit Shampoo (und Spülung) geht das mehr schlecht als recht, da hält zumindest bei mir eine Hochsteckfrisur kaum, ich muß schon 1-2 Tage damit warten - lediglich Locken gelingen hier besser.


Autor: Lolo Verfasst am: Mo März 17, 2008 2:41 pm Titel:
Heutzutage ist ja das Schwierige, dass in fast allen Shampoos (und Spülungen sowieso) Silikone drin sind, die die Oberfläche des Haares umhüllen und es dann "glatter und seidiger" machen. :zwinker Dann wird das frisieren schon bei normalen heutigen Frisuren schwierig. Mit diesen Weichmachern hatten ja die Leute damals nicht zu kämpfen.

@Brissotin: Vielleicht meinte der Mann einfach, dass er nicht rausgehen wollte, weil das Haar noch nass war und er eine Krankheit befürchtete? dontknow


Autor: Soiree Verfasst am: Mo März 17, 2008 2:53 pm Titel:
Lolo hat Folgendes geschrieben:
Heutzutage ist ja das Schwierige, dass in fast allen Shampoos (und Spülungen sowieso) Silikone drin sind, die die Oberfläche des Haares umhüllen und es dann "glatter und seidiger" machen. :zwinker Dann wird das frisieren schon bei normalen heutigen Frisuren schwierig. Mit diesen Weichmachern hatten ja die Leute damals nicht zu kämpfen.


Ja, genau daran liegt es, ich habe vor mehreren Jahren schon mal natürliche Shampoos ausprobiert, ist vermutlich einfach nur Gewöhnungssache, auch da gibt es ja natürliche Mittel, die das Haar glänzen lassen und trotzdem das Frisieren nicht völlig verkomplizieren...

Lolo hat Folgendes geschrieben:

@Brissotin: Vielleicht meinte der Mann einfach, dass er nicht rausgehen wollte, weil das Haar noch nass war und er eine Krankheit befürchtete? dontknow


:smt003


Autor: Baron de Batz Verfasst am: Di März 18, 2008 1:06 pm Titel:
Hi
@Soiree: Vielen Dank für die schönen Bilder... jetzt ist es gut nachvollziehbar !! Smile

LG


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Fr Apr 11, 2008 6:54 pm Titel:
Huhu ! hello

Ich war gestern in Mainz im Landesmuseum. Neben einigen Sonderausstellungen, finden sich dort auch Standard-Ausstellungen von der Zeit des Mittelalters bis ins 20. Jahrhundert.

Im Bereich des Mainzer Barocks musste ich bei dieser Büste (Frisur einer Dame um 1770) schmunzeln, hab gleich an diesen Thread hier gedacht rofl :


Am Hinterkopf war diese Frisur total unspektakulär...

Ein weiterer "Schatz", den das Museum hütet, ist dieses Bildnis der Duchesse de la Trémoille aus dem Jahre 1741, von Jean Marc Nattier.
Wirklich klasse, davor zu stehen und festzustellen, dass Nattiers Stil hier sehr dem seiner Bildnisse von den Töchtern Louis' XV. ähnelt...

Zuletzt bearbeitet von MariaAntonia am Do Jul 30, 2009 6:59 pm, insgesamt einmal bearbeitet


Autor: Soiree Verfasst am: Sa Apr 12, 2008 10:26 am Titel:
Ah, danke für die Bilder! Interessant :lächeln
Hmm, aber wirklich schön finde ich die Frisur der Büste eigentlich auch nicht, irgendwie etwas sehr "lockenlastig" eh


Autor: Lolo Verfasst am: Sa Apr 12, 2008 1:03 pm Titel:
Solche Locken können doch eigentlich nur Haarteile gewesen sein, nehme ich an. Besonders schön finde ich es auch nicht, aber damals war es wahrscheinlich ein echtes Highlight, nicht umsonst wurde diese "Lockenpracht" in einer Büste verewigt.
Eigentlich sollten ja die riesigen Haarteile zusammen mit den ausgestellten Roben das Gesicht in das Zentrum des Gesamtbildes rücken. Aber ich finde immer, dass diese Fisuren eher ablenkend ( und daher in vielen Fällen schmeichelhaft) wirkten. Wie z.B. bei der Dame, dessen Büste oben abgebildet ist. :zwinker

Off topic: Was ist das eigentlich für ein Kleidungsstück, das sie um die Schultern trägt? Ist es nur das Oberteil eines Capes, oder eine bestimmte Art von Tuch?

Lolo


Autor: Soiree Verfasst am: Sa Apr 12, 2008 2:18 pm Titel:
Klar, war modern, keine Frage, aber schön finde ich die Frisur trotzdem nicht recht, da hab ich aus dem Jahrzehnt schon hübschere auf Gemälden und Zeichnungen gesehen...

Hmm, wie ein Fichu, also eines der typischen Schultertücher, sieht es nicht aus, wirkt eher ein bisschen wie ein Stück von einem Mantel mit Pelzkragen (Hermelin?), den man aber nicht ganz abbilden wollte...


Autor: Forenking Verfasst am: Sa Apr 12, 2008 2:18 pm Titel: Ähnliche Themen




Autor: Brissotin Verfasst am: Mo Apr 14, 2008 10:25 am Titel:
Danke für das Einstellen. Very Happy Man sieht ja schön den Unterschied bei der Frisur vom Gemälde Nattiers und der Büste. Daran erkennt man den Wandel über die Jahrzehnte, wobei bei der vorliegenden Büste die Frisur noch garnicht so arg hoch ist.

Ein bisschen grübelte ich über die Datierung. Maria Antonia gab genau die Datierung an, wie sie vom Museum vorgelegt wurde und ich finde die Frisur für 1770 schon sehr hoch, aber da kann ich mich auch irren, denn die Nuancen von Jahr zu Jahr sind nur für echte Kenner einzuschätzen und regional nbatürlich auch zu differenzieren. Erstaunlich finde ich solche farbigen Büsten immer, sie wirken so skuril, wenn man eher die üblicheren strahlendweißen Marmorbüsten im Hinterkopf hat.


Autor: Liebhaber MA´s Verfasst am: Fr Mai 02, 2008 5:00 pm Titel:
gut das im 18 jh.die kahlköpfigkeit vorbei war....oder nicht :question


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Mo Mai 05, 2008 8:43 am Titel:
Liebhaber MA´s hat Folgendes geschrieben:
kahlköpfigkeit

Inwiefern "Kahlköpfigkeit" ?
Ich muss sagen, deine Beiträge verwirren mich jedesmal... du wirfst irgendwas ein, ohne mal ein bissl näher drauf einzugehen.
Wie soll daraus eine Diskussion entstehen dontknow

Was genau meinst du denn hier ?


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Mi Jun 04, 2008 7:26 am Titel:
Hab hier eine Seite über die Haarmode des Rokoko gefunden:
Haarmode des Rokoko

Bin wieder auf das Urteil unserer Experten gespannt Very Happy


Autor: Lolo Verfasst am: Mi Jun 04, 2008 4:31 pm Titel:
Oh ja! Über diese Seite war ich auch schon mal gestolpert und die Zeichnungen finde ich toll. applause Die Beschreibungen und "Epochen" sind ja recht oberflächlich gehalten und gehen nicht so ins Detail, da ist die Gefahr von Fehlern auch nicht so gross. :zwinker

Ich denke, dass es über Haarmode des Rokoko noch viel mehr zu sagen gäbe, aber als Überblick ist es gar nicht so verkehrt.



Lolo


Autor: Brissotin Verfasst am: Di Jun 17, 2008 5:46 pm Titel:
Zu der verlinkten Homepage:
Es handelt sich offenbar um Abzeichungen von Gemälden bzw. Stichen aus der Zeit. Irgendwie finde ich persönlich das meistens unnötig, aber vielleicht ist es für manch einen einfacher die Frisur zu "erkennen" oder zu "durchschauen", wenn die Ästhetik der Darstellung des Gesichts eher den gerade modernen Normen entspricht. Hier sind es wohl verarbeitete Zeichnungen aus den 1970ern oder so. Der Text ist leider sehr allgemein gehalten und zeigt keine Entwicklung hin zu den ganz hohen Frisuren der 1770er. Geschickter wäre es gewesen, Beispiele vielleicht aus den 1760ern einzuschieben.

Bei der Bezeichnung "Hochrokoko" bin ich mir überdies unsicher. Kann sein, dass die Friseure eine andere Einteilung haben, aber mir sind ungefähr die Abschnitte Frührokoko (1715-1740), Hochrokoko (1740-1770) und Spätrokoko (lange Zeit unter Zopfstil fälschlich bezeichnet) (1770-1785) ein Begriff. Dabei sind natürliche konkrete Übergänge schwierig.


Autor: Mischa Verfasst am: Fr Jul 18, 2008 7:40 pm Titel:
Es wird beschrieben, dass MA's Haare vor ihrer Hinrichtung Kurz geschnitten wurde. Da es ja also noch etwas zum Abschneiden gab, muss sie auf jeden fall noch eigenes Haar besessen haben.

Ich denke dadurch, dass die Haare nicht oft gewaschen wurden, waren sie griffig genug, um sie in die Aufwendigen Frisuren mit einzubeziehen. Ich bin der festen überzeugung, das für einige Frisuren, mehrere Haarteile oder sogar Perücken benutzt wurden, aber ich denke das sie ihr eigenes Haar hauptsächlich verwendet hat.

Ich weiß nicht genau wie das mit den Perücken war..
Wurden die immer neu Frisiert? ioder hatte man mehrere Perücken, wo die Frisur nicht verändert wurde?

Wenn das zweite zutrifft, muss MA ja ihre echten Haare verwendet haben, weil sie íhren Friseut Autier ja angeblich überall hin mit nahm.


Autor: Antoinette Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 11:36 am Titel:
Mischa hat Folgendes geschrieben:
Ich bin der festen überzeugung, das für einige Frisuren, mehrere Haarteile oder sogar Perücken benutzt wurden, aber ich denke das sie ihr eigenes Haar hauptsächlich verwendet hat.


Sicher wurde das nicht nur mit eigen Haar veranstaltet. Dafür waren die Frisuren auch zu üppig.
Zu dem Thema kann ich dir dieses Buch empfehlen, das sogar für Friseurlehrlinge gemacht ist Wink
Stilkunde Frisurenkunde "Berufsgeschichte" von Möller, Domnick, Tinnemeier

Und Maria Antoinia postetse etwas weiter oben folgende Page:
MariaAntonia hat Folgendes geschrieben:
Hab hier eine Seite über die Haarmode des Rokoko gefunden:
Haarmode des Rokoko


Autor: Mischa Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 11:47 am Titel:
Uii Danke. Das Buch werde ich mir mal ansehen.

Obwohl ich noch dazu sagen muss, ich habe so einen Übungskopf mit Schulterlangen Haaren. Mit dem Richtigen gestell darunter, ragen die Frisuren auch ohne Haarteil hoch hinaus Wink


Autor: Antoinette Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 11:53 am Titel:
Sicher, Gestelle waren natürlich auch im SPiel. Aber es wurden auch Haarteile aus Pferdehaar, manchmal aus Menschenhaar, verwendet.


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 11:54 am Titel:
Wobei ich mir vorstellen kann, dass manch schwindelerregend-hohe Frisur ohne Gestell nie gehalten hätte, oder ?
rofl


Autor: Antoinette Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 11:56 am Titel:
MariaAntonia hat Folgendes geschrieben:
Wobei ich mir vorstellen kann, dass manch schwindelerregend-hohe Frisur ohne Gestell nie gehalten hätte, oder ?
rofl


Auf jeden Fall ^^ Diese Metallgestelle hatten auch richtig lustige Formen ^^


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 11:57 am Titel:
Hast du Bilder von diesen Gestellen ?
Kann mir die irgendwie nicht sooooo richtig vorstellen unsicher


Autor: Antoinette Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 11:59 am Titel:
Gib mir 5 Minuten und ich scann die Bilder ein Wink


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 12:04 pm Titel:
Cool, ich freu mich applause
Danke, Antoinette !

Hab gerade gelesen, dass die berühmte Schiffsfrisur "La Belle Poule" 60cm lang und 50cm hoch war und durch eines dieser Drahtgestelle gestützt wurde Very Happy

Es sei aber bei den damals beliebten Turmfrisuren auch vorgekommen, dass besonders hochgetürmte Frisuren durch einen Pagen gestützt werden mussten.
Herrje, da hatte man also als Dame von Welt stets den Pagen als ständigen Schatten bei sich... egal, was man gerade tat rofl


Autor: Mischa Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 12:08 pm Titel:
@ Antoinette:

Das ist mir bewusst, das auch Haarteile eingebracht wurden. ich meinte auch lediglich das so kleinere Frisuren auch gut ohne klappen aber mit den Haarteilen hast du natürlich recht & Hohe Frisuren würden auch ohne Gestelle nicht funktionieren.

Ich habe mehr so ein Kissen reingemacht. So eins benuzt Amy Winehouse auch für das tote Tier auf ihrem Kopf :)

Wenn die Haare dann noch Tooupiert & mit Haarlack oder Pomade fixiert sind, ist diese Frisur unverwüstlich. & eine so hohe Frisur klappt auch mit ganz wenig & ganz feinen Haaren

http://www.patrick-cameron.com/images/merchandise/hairpadssmall.jpg

Dieser Friseur macht auch ausgefallene Frisuren & polstert auch mit solchen Haar Kissen.


Autor: Antoinette Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 12:11 pm Titel:
Mischa hat Folgendes geschrieben:
@ Antoinette:
Das ist mir bewusst, das auch Haarteile eingebracht wurden. ich meinte auch lediglich das so kleinere Frisuren auch gut ohne klappen aber mit den Haarteilen hast du natürlich recht & Hohe Frisuren würden auch ohne Gestelle nicht funktionieren.

Entschuldiger, dann hab ich das falsch gelesen.


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 12:11 pm Titel:
Mischa hat Folgendes geschrieben:
eine so hohe Frisur klappt auch mit ganz wenig & ganz feinen Haaren

Na, da hätte ich ja Glück... dachte immer, mit meinem feinen Haar ließe sich da nix machen lachen1


So ein Haarkissen leuchtet mir als Stütze ein.
Im Gegensatz zum Gestell ist es ja gefüllt und bietet wohl auch ein bissl mehr hat und Sicherheit für die Frisur, oder ?

Gab es diese Haarkissen schon im 18. Jahrhundert ?


Autor: Mischa Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 12:20 pm Titel:
@ Antoinette:

Das macht gar nichts.

@ Mria Antonia:

Also halt gibt es auf jeden Fall. & man sieht es kaum, weil es einfach aussieht, wie Toupierte Haare.

Ich denke schon das es diese Kissen früher schon gab. Gerade als ssolche Frisuren erfunden wurden, wurde sicherlich nach lösungen gefunden &ich denke mir das extrem Runde Frisuren nicht mir einem gestell aus Draht eine so weiche Form erhalten können.

[/quote]


Autor: Antoinette Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 12:33 pm Titel:
Folgende Bilder hab ich au7s diesem Buch:
Antoinette hat Folgendes geschrieben:

Stilkunde Frisurenkunde "Berufsgeschichte" von Möller, Domnick, Tinnemeier

Für die Frisur "La velle poule"(das schöne Huhn)
XXX Bilder (Scans aus dem Buch "Stilkunde, Frisurenkunde - Berufsgeschichte" von Möller, Dominik, Tinnemeier) aus urheberrechtlichen Gründen entfernt... sorry ! XXX
(MariaAntonia)


Für die Turmfrisur:
XXX Bilder (Scans aus dem Buch "Stilkunde, Frisurenkunde - Berufsgeschichte" von Möller, Dominik, Tinnemeier) aus urheberrechtlichen Gründen entfernt... sorry ! XXX
(MariaAntonia)


Autor: Brooke Davis Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 12:40 pm Titel:
Wow, vielen Dank für die Bilder! Finde das wirklich krass, diese Frisuren. Da war man doch wirklich total eingeengt und konnte sich kaum bewegen. Dazu dann noch der Reifrock, das strenge Korsett....


Autor: Mischa Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 12:54 pm Titel:
Die Schifffrisur heißt "La Frégate".
"La belle poule" heißt lediglich das Schiff, welches auf der Frisur zu sehen ist. :zwinker

Aber auch von mir ein danke für die Bilder. Ich denke mir ich werde mir das Buch besorgen. war ein sehr guter Tip. Danke.


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 1:43 pm Titel:
Vielen Dank, Antoinette, die Bilder sind klasse applause

Mischa hat Folgendes geschrieben:
Die Schifffrisur heißt "La Frégate".
"La belle poule" heißt lediglich das Schiff, welches auf der Frisur zu sehen ist. :zwinker

Uuups, stimmt, hab den Begriff vorhin selbst falsch verwendet.


Autor: Mischa Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 2:20 pm Titel:
Hier ist eine Anleitung, wie man eine solche Frisur aus dem Film hinbekommt.

http://de.youtube.com/watch?v=CgFkCz4wAmE


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 2:32 pm Titel:
Hier sind ein paar Bilder wie die Frisur "La Frégate" hätte in "real" aussehen können Very Happy :

http://www.maskenbildnerin.info/poule.htm


Autor: Princesse_de_Lamballe Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 4:27 pm Titel:
Ganz ganz tolle und interessante Bilder applause
Ich frage mich, wie eine solche Frisur wohl nach einer durchtanzten Ballnacht ausgesehen haben mag :zwinker Oder tanzte man mit einem solch aufwendigen Styling gar nicht?

hello


Autor: Trianon Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 4:39 pm Titel:
Vielen vielen Dank für die tollen Bilder!
Ich schätze mal dass man mit einem Schiff im Haar eher nicht getanzt hat, aber mit einer etwas dezenteren Frisur glaube ich schon. Und so anstrengende Tänze gab es ja damals noch nicht wirklich, da wird schon aufgepasst worden sein dass nichts runterfallen kann Wink


Autor: Lolo Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 4:43 pm Titel:
Zu den von Antoinette geposteten Anleitungen würde mich mal interessieren, ob diese darstellen wie die entsprechende Frisur zeitgenössisch kreiert wurde, oder ob dies nur eine Anleitung ist, wie man die Frisur heute für Film, Faschung und Party nachbauen kann. Das muss ja nicht ein und dasselbe sein. Steht da irgendwas bei den Anleitungen dabei?

hello Lolo


Autor: Mischa Verfasst am: Sa Jul 19, 2008 8:00 pm Titel:
Habe eben mal aus Zeitung so ein schiff gebastelt, um mir mal ein Bild davon zu machen. Also die 60 cm auf dem Köpf würde ich schon als extrem störend emfinden, aber für Karveval oder so ginge es schon, also als ausnahme.

Dire Anleitungen, sehen schon Zeitgenössisch aus, den heute gibt es bestimmt methoden, die den aufbau noch leichter machen.


Autor: Antoinette Verfasst am: So Jul 20, 2008 11:25 am Titel:
Also im Buch stehen die Bilder nicht im Verzeichnis, daher werden sie für dieses Buch angefertigt sein.

Mischa, ich nehme wohl richtig an, dass dein Avatar von diesen Bildern beruhen. Wäre besser wenn du ein anderes nimmst, da es Probleme mit den Urheberrecht geben könnte.


Autor: Cécile Verfasst am: Mo Jul 21, 2008 12:30 pm Titel:
antoinette_verehrer hat Folgendes geschrieben:
Und so anstrengende Tänze gab es ja damals noch nicht wirklich, da wird schon aufgepasst worden sein dass nichts runterfallen kann Wink


Sach das nich!
http://www.youtube.com/watch?v=cMQDy5lWH7o
(Die Kostüme sind eher bescheiden, aber die Damen tanzen wirklich exzellent!)


Autor: Mischa Verfasst am: Mi Jul 30, 2008 9:32 am Titel:
Na aber MA wird nicht so rumgehüpft sein. Ich denke dieser Tanz wurde eher von Bürgerlichen getanzt.


Autor: Trianon Verfasst am: Mi Jul 30, 2008 10:25 am Titel:
Ja stimmt, sieht eher bürgerlich aus. Bei den höfischen Tänzen wurde doch mehr auf Anmut und Grazie geachtet als auf das Herumhopsen, also glaube ich dass die Tänzer da nicht so herumgehüpft sind. Wenn doch, dann werden sie wohl eher passendere Frisuren gehabt haben, denn wenn man so tanzt ist das Schiff schnell draussen ja Wink


Autor: Antoinette Verfasst am: Mi Jul 30, 2008 6:51 pm Titel:
antoinette_verehrer hat Folgendes geschrieben:
Ja stimmt, sieht eher bürgerlich aus. Bei den höfischen Tänzen wurde doch mehr auf Anmut und Grazie geachtet als auf das Herumhopsen, also glaube ich dass die Tänzer da nicht so herumgehüpft sind. Wenn doch, dann werden sie wohl eher passendere Frisuren gehabt haben, denn wenn man so tanzt ist das Schiff schnell draussen ja Wink

Das denk ich mir auch. Ob man sich mit so hohen Frisuren überhaupt großartig schnell bewegen konnte, bezweifel ich ^^


Autor: Cécile Verfasst am: Do Jul 31, 2008 12:32 pm Titel:
Warum nicht? Ich denke das ist alles eine Übungssache, ich kann auch nicht in Highheels laufen und andere tanzen drin Wink

Im Barock wurde übrigens auch bei rein höfischen Tänzen sehr viel herumgehopst, die Kunst dabei ist halt gerade dabei nicht wie ein Trampeltier auszusehen Wink
Zu MAs Zeit waren die Tänze zwar reine Bühnentänze geworden, aber das hatte sie ja als Kind auch gelernt (siehe das Gemälde von ihr und ihren Geschwistern), von daher wird sie das gekonnt haben.
Gerade im späten 18.Jh. waren bürgerliche Tänze, die Contredanses sehr beliebt und im Hameau wird bestimmt kein Menuett getanzt worden sein sondern eher etwas "einfaches".


Autor: Trianon Verfasst am: Do Jul 31, 2008 12:40 pm Titel:
Nun ja aber im Hameau wird sie auch sicher nicht gerade mit einer hohen Turmfrisur herumgelaufen sein. In der Zeit in der die bürgerlichen Tänze beliebt wurden, wird wohl auch die einfachere Mode gekommen sein...


Autor: Antoinette Verfasst am: Do Jul 31, 2008 1:14 pm Titel:
So weit ich weiß, waren die Frisuren generell wieder kleiner als MA ihr Hameau genoß.


Autor: Mischa Verfasst am: Do Jul 31, 2008 1:42 pm Titel:
Ich habe vorher noch nicht von diesem Hameau gehört aber soweit ich es bei Wiki verstanden habe (korrigiert mich wenn ich falsch liege) war dies ein kleines Dorf im Park des Schosses Versailles, welches nach MA's Vorlieben entworfen wurde um sich dort hin zurückzuziehen & fast bürgerlich zu wohnen.

Wenn ich das so richtig aufgefasst habe, wird sie sicherlich nicht mit einer ausgefallenen Frisur dort rumgelaufen sein & ich finde es auch eher fraglich, ob dort je ein fest war & somit einen Anlass zum Tanzen gab.

Heutzutage sind ja show tänze, also die vor einem Bühnenpublikum vorgestellt werden, ziemlich anstrengend. In "Le Roi danse" finde ich die show tänze des Königs aber nicht sonderlich schweißtreiben, obwohl ich sagen muss, dass ich nur ausschnitte gesehen habe. Ich denke MA wird niiie bürgerlich getanz haben. Dazu war sie sich bestimmt zu fein.


Autor: Antoinette Verfasst am: Do Jul 31, 2008 1:53 pm Titel:
Also die Frisuren wurden so um 1780 kleiner, aber breiter, das Hameau wurde 1783 bis 1788 gebaut, also als diese Frisuren vertreten waren. Daher kann man gut drauf schließen, dass sie das Hameau nicht mit einer Turmfrisur nutze.
Ja, das Hameau wurde von MA wirklich ncicht für Feste genutzt, sie nutze es ja schließlich als kleinen Fluchtort.


Autor: Trianon Verfasst am: Do Jul 31, 2008 1:55 pm Titel:
Das stimmt so nicht. Damals gab es dort auch eine Scheune unweit des Maison de la Reine, die im Inneren einen Ballsaal beherbergte. Also wird sie wohl auch kleine Feste und Feierlichkeiten im intimsten Kreis abgehalten haben...


Autor: Antoinette Verfasst am: Do Jul 31, 2008 1:59 pm Titel:
antoinette_verehrer hat Folgendes geschrieben:
Das stimmt so nicht. Damals gab es dort auch eine Scheune unweit des Maison de la Reine, die im Inneren einen Ballsaal beherbergte. Also wird sie wohl auch kleine Feste und Feierlichkeiten im intimsten Kreis abgehalten haben...

Sorry, ich hatte das so im Kopf.


Autor: Trianon Verfasst am: Do Jul 31, 2008 2:03 pm Titel:
Macht ja nix Wink Wollte es nur richtig stellen.
Aber jetzt lieber wieder zurück zum Thema...


Autor: Mischa Verfasst am: Do Jul 31, 2008 4:04 pm Titel:
Zitat:
[...]wichtiger waren ihr da die neusten Frisuren, die schicksten Kleider und der teuerste Schmuck – um diese Sucht zu befriedigen, unterhielt sie eine ganze Dienerschaft von Schneiderinnen, Näherinnen, Friseuren und Juwelieren, die täglich um sie herum bereit waren. Dieses Leben war teuer, sodass sogar die Königin zeitweise zahlungsunfähig war.[...]

Mitte der 1770er Jahre erreichten die sogenannten Hoch- oder auch Turmfrisuren ihr Optimum, so erreichte Marie Antoinette mit 91,44 cm die wohl höchste dokumentierte Haarpracht.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kleidermode_des_Rokoko


In einem Friseur Prüfungsbuch von einer Kolegin steht:

Halt baten Drahtgestelle & Füllmaterialien, so das es möglich war, Schiffe & Vogelkäfige einzufrisieren.

Wenn ich Gesellenpfüfung habe, mache ich eine Rokoko Frisur :) was es alles gibt


Autor: Princesse_de_Lamballe Verfasst am: So Feb 15, 2009 1:48 pm Titel:
Kürzlich hab ich von einer Frisur gelesen, die Marie Antoinette in der Zeit nach der Geburt des Dauphin als sie gewisse Haarprobleme hatte getragen haben soll: "Le Catogan", die offenbar ziemlich leger und weniger schwer war als die aufwendigen Poufs.

Kennt ihr zufällig ein Bild davon, um es sich besser vorstellen zu können? Meine bisherige Internetrecherche hat diverseste angebliche "Catogans" ergeben, und so weiß ich leider nicht, wie die Original-Frisur aussieht Wink


Autor: Lolo Verfasst am: Sa März 28, 2009 10:13 am Titel:
Ich habe hier ein paar interessante Infos und Bilder zur Haarmode im 18. Jahrhundert gefunden, es handelt sich um eine Zusammenfassung einer Ausstellung, die es im Jahr 2003 zu diesem Thema in London gegeben hat.

Preposterous Headdresses and Feathered Ladies

Die Beschreibungen sind alle in englisch, aber es sind sehr viele historische Stiche zum Thema zu sehen, einfach mal nach unten scrollen und staunen!

Lolo


Autor: Trianon Verfasst am: Sa März 28, 2009 4:03 pm Titel:
Vielen lieben Dank für den Link! Tolle Stiche sind da zusammengetragen worden, sehr interessant vor allem da ich ja auch gerade die Memoiren von Leonard lese Wink


Autor: Lolo Verfasst am: Sa März 28, 2009 4:08 pm Titel:
Einige sind wirklich extrem witzig, wie ich finde. Vor allem jenes, welches den Besuch einer französichen Aristokratin in London zeigt, das Haarteil ist ja wirklich an Größe nicht zu übertreffen. Aber die meisten sind sehr lustig, es sind ja auch größtenteils Karikaturen.

Lolo


Autor: MariaAntonia Verfasst am: Sa März 28, 2009 4:13 pm Titel:
Ja, vielen Dank, der Link ist toll !!! Very Happy

Ich lach mich grad über dieses und dieses Bild kaputt rofl
Das erste ist ja echt der Wahnsinn Laughing Da muss man aufpassen, dass man nicht als höchster Gegenstand der Umgebung gilt und vom Blitz getroffen wird...


Autor: Princesse_de_Lamballe Verfasst am: Sa März 28, 2009 4:17 pm Titel:
Das hier find ich grad als Reiterun auch köstlich:
http://www.library.yale.edu/Walpole/html/exhibitions/hair/image052.jpg

Laughing


Autor: Trianon Verfasst am: Sa März 28, 2009 4:20 pm Titel:
Die armen Damen der Gesellschaft hatten es aber auch wirklich schwer! Was da alles passieren hat können Laughing


Autor: Forenking Verfasst am: Sa März 28, 2009 4:20 pm Titel: Ähnliche Themen





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