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Augustus - der erste römische Kaiser

 
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Lolo
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BeitragVerfasst am: Sa Dez 19, 2009 6:48 pm    Titel: Augustus - der erste römische Kaiser Antworten mit Zitat

Alle reden immer über Caesar, aber eigentlich war Augustus (63 v.Chr. - 14 n.Chr.) der erste römische Imperator bzw. Kaiser. Auf jeden Fall ist er eine mehr als interessante Persönlichkeit der Antike. Momentan lese ich gerade die Kaiserbiografie von Jochen Bleicken, die wie ich gesehen habe, bald in einer neuen Auflage bei Amazon erscheint.


Augustus Statue in den Vatikanischen Museen, Rom; Quelle Wiki

Viele kennen ja die legendäre Schlacht bei Actium im Jahr 31 v.Chr. als Augustus (damals noch als Octavian) die Armeen von Königin Kleopatra und ihrem Geliebten Markus Antonius besiegte. Das war das Ende der ägyptischen Königin sowie das Ende Agyptens als eigenständiges hellenistisches Reich. Zuvor waren Octavian und Markus Antonius noch in einem Triumvirat (mit Lepidus) als die "Rächer" und Erben Caesars aufgetreten, der ja im Jahr 44 v.Chr. an den berühmten Iden des März ermordet wurde. Jedoch hatte Caesar mit seiner auf Lebenszeit errichteten Diktatur in der ausgehenden Römischen Republik einen Stein ins Rollen gebracht, der unaufhaltsam in Richtung Errichtung einer Militärmonarchie rollte, so dass auch seine Nachfolger die durch ihn zerrüttete res publica nicht mehr wiederherstellen konnten oder wollten. (Vor allem wollten sie es wohl nicht. Wink )

Die von Augustus errichtete Alleinherrschaft war ein äußerst erfolgreiches System, Prinzipat genannt, welches sich über mehrere Jahrhunderte halten konnte und während dem sich das Römische Reich sogar noch weiter ausdehnte. Auf diese Weise konnte die zu Zeiten der Republik gewonnene Vormachtstellung Roms auch im Kaiserreich erhalten werden. Die Republik war mit dem Prinzipat auch längst nicht ad acta gelegt worden, denn Augustus hatte sehr clever seine monarchische Position in die Strukturen der aristokratischen-senatorischen Ordnung eingebunden und seinen Reformen ein streng konservatives Äußeres gegeben. So war er hier scheinbar nur primus inter pares, der Erste unter Gleichen, eine Redewendung, die seitdem zu einem geflügelten Wort geworden ist.

Ohne die caesarischen Reformen wäre Augustus Prinzipat sicher nicht denkbar gewesen, dennoch war er ein besserer Stratege, sicherlich sogar noch rücksichtsloser als Caesar in der Verfolgung seiner Gegner. Man denke an die clementia des Diktators, die sprichwörtliche Milde Caesars, die Augustus jedoch seinen Gegnern in den Jahren seines Aufstiegs nicht gewährte.

Lolo
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BeitragVerfasst am: Sa Dez 19, 2009 7:25 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ein sehr spannendes und interessantes Leben! So richtig befasst hab ich mich mit dem ersten römischen Kaiser noch nicht, aber wenn man sich mit Cäsar bzw Kleopatra beschäftigt, gelangt man ja durch Umwege auch auf ihn Wink
Interessant finde ich auch dass er seine geliebte Schwester Octavia mit Marcus Antonius verheiratete von der er sich ja bekanntlich abwendete und nach Ägypten zu Kleopatra ging.
Was mich noch interessiert sind die verwandschaftlichen Verhältnisse. In welcher Weise war er denn mit Cäsar eigentlich verwandt?
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"Die ehemalige Prinzessin mit ihrem verschleierten Blick, der den Himmel zu suchen schien, und ihrem sanftem Lächeln,
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Henri Sanson über Mme Élisabeth
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Lolo
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BeitragVerfasst am: So Dez 20, 2009 8:11 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Oktavian war Caesars Adoptivsohn, wobei bei den Römern kein großer Unterschied gemacht wurde zwischen echten und adoptierten Söhnen. Politische Zöglinge wurden gerne mal adoptiert, zu Zeiten der Tetrarchie (unter Diokletian ab 284 n.Chr.) haben die vier Herrscher über Adoptivverhältnisse sogar eine pseudo-Herrscherfamilie hergestellt. Man konnte damals auch Kinder von noch bestehenden Familien (also nicht nur Waisen) adoptieren. Es waren meist dynastische und karriereorientierte Entscheidungen, die zu Adoptionen führten.

Leider wird Octavian in Filmen zum Thema gerne als Versager und Weichei dargestellt, weil meist der Fokus auf Kleopatra liegt und er dann der arglistige Feind ist. Was ich sehr schade finde, seine Regierung war zu erfolgreich und am Ende zu friedlich, als dass man daraus mal einen Film machen würde. Wenn überhaupt, dann geht es nur um seinen Aufstieg und da muss er immer als der Böse herhalten. Rolling Eyes

Lolo
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Trianon
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BeitragVerfasst am: Mo Dez 21, 2009 8:37 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ah danke für die Info! Interessant wie "fortschrittlich" die Römer auch auf diesem Gebiet waren und die Adoptivkinder genauso wie die wirklichen Kinder behandelten.

Lolo hat Folgendes geschrieben:

Leider wird Octavian in Filmen zum Thema gerne als Versager und Weichei dargestellt


So auch in der Serie "Rom", oder zumindest am Anfang, in der zweiten Staffel wird er dann entschlossener und selbstsicherer dargestellt. Schade eigentlich dass es keinen Film über ihn gibt. Weißt du zufällig ob es wenigstens Dokus gibt?
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Henri Sanson über Mme Élisabeth
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Lolo
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BeitragVerfasst am: Mo Dez 21, 2009 4:49 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, wirklich fortschrittlich waren sie nicht. Es gab legalen Kinderhandel, der erst unter Konstantin im 4. Jahrhundert verboten wurde, Kindesaussetzungen gab es auch zu Hauf. Außerdem galt damals die hausväterliche Gewalt, das heißt, der Vater hatte die komplette Gewalt über die gesamte Familie und durfte entsprechend auf über Leben und Tod in der Familie entscheiden. Da durfte sich normalerweise keine staatliche Instanz einmischen. Öffentliches und Privates Recht waren strikt getrennt. Irgendwie unvorstellbar aus heutiger Sicht.

Es gibt sicher einige Dokus, habe hier auf die Schnelle aber nur was Englisches auf youtube gefunden: http://www.youtube.com/watch?v=QUcX7i958IU



Lolo
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