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Was mögt ihr nicht an MA?
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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    MARIE ANTOINETTE - Forum Foren-Übersicht -> Diskussionen, Fragen, Antworten zu sonstigen MA-Themen
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Antoinette
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BeitragVerfasst am: Sa Jan 24, 2009 8:10 pm    Titel: Was mögt ihr nicht an MA? Antworten mit Zitat

Hola ihr Lieben,

man hat ja an jedem etwas, was man nicht mag. Da wollte ich fragen, was es bei euch an MA ist.

Ihre "Verschwendungssucht" ist nicht umbedingt das, was ich nicht asn ihr mag. Vorallem, weil man es gut nachvollziehen kann.
Was ich aber nicht mag, ist, dass sie manchmal ZU stolz war. Wenn jemand nicht leiden konnte, hatte dieser jemand ja kaum eine Chance es anders zu amchen. Ich denke da an Rohan oder auch die DuBarry. Wobei ich das im nachhinein ja nicht so gut beurteilen kann, aber so erschien es mir.

Ich bin gespannt, was ihr zu schreiben habt. Gerne auch mit Begründung Wink
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saludos cariñosos
Antoinette
Marie Antoinette~historical comics~Kät-Toons~das Kahnerium~Lady Tudor - der Renaissance-Blog
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Trianon
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Anmeldedatum: 04.03.2008
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BeitragVerfasst am: Sa Jan 24, 2009 8:30 pm    Titel: Antworten mit Zitat

JA stimmt ihr extremer Stolz in manchen Situationen den muss ich nicht haben :zwinker
Ihre Sturheit in manchen Fällen und ihre Blindheit bei wichtigen Angelegenheiten mag ich auch nicht, beim Bio lesen denk ich mir oft: "Mensch mach was! Siehst du nicht dass dir das nur schadet?"
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"Die ehemalige Prinzessin mit ihrem verschleierten Blick, der den Himmel zu suchen schien, und ihrem sanftem Lächeln,
glich einer vom Paradiese herabgestiegenen Heiligen."

Henri Sanson über Mme Élisabeth
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Lolo
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BeitragVerfasst am: Sa Jan 24, 2009 8:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, so auf die Schnelle fällt mir eigentlich gar nichts ein. dontknow Aber es gibt bestimmt Dinge, die mir nicht so sehr gefallen, aber da müsste man wohl ins Detail gehen. Charakterlich kann ich mich sehr gut mit ihr identifizieren, daher hab ich nichts dagegen, dass sie auch mal aneckt und an einigen Stellen vielleicht nicht perfekt ist (also zu stolz oder zu wenig nachsichtig), aber der Mensch an sich ist nun mal kein Heiliger.

Fatal war eventuell die Entscheidung auf der Flucht mit so viel Staat zu reisen und auf Luxus nicht zu verzichten, das war ein Fehler, den die Königin zu großen Teilen zu verantworten hatte. Aber auch das ist lediglich eine falsche Entscheidung gewesen, insofern...
Wenn mir was demnächst was einfällt, dann melde ich mich nochmal. :zwinker


Lolo
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Princesse_de_Lamballe
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Beiträge: 1999

BeitragVerfasst am: Sa Jan 24, 2009 8:41 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Mir würde da jetzt auf den ersten Blick auch eher nichts einfallen, persönlich kenne ich sie ja leider nicht :zwinker

Das einzige womit ich mich nicht so identifizieren kann ist dass sie ja wohl nicht so gern gelesen hat und sich eher zerstreut hat und nicht so wissbegierig war. Wenn ich so viele faszinierende und wichtige Persönlichkeiten kennenlernen würde bzw die Möglichkeit hätte, so viel zu lernen und zu erfahren, ich glaube ich würde die ganze Zeit nur Neues erfahren wollen :zwinker

Aber gut ich lebe ja auch in einer anderen Zeit und für mich wäre das alles nicht selbstverständlich... von da her hab ich eigentlich keinen wirklichen Kritikpunkt. Ihre "Verschwendungssucht" kann ich nur zu gut nachvollziehen und "den Staat ruiniert" hat sie damit ja wenn überhaupt nur zu einem winzigen Teil... dafür könnte ich ihr nicht böse sein rofl
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***avec mes cordiales love salutations***
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Madame Victoire
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BeitragVerfasst am: So Jan 25, 2009 1:51 am    Titel: Antworten mit Zitat

Für mich ist eine ihrer schlechtesten Eigenschaften, daß sie nie versucht hat, ihr Land kennenzulernen. Weder durch Bücher noch durch Reisen.
Und als sie anfing sich dafür zu interessieren war es zu spät.
Sie hätte viele Sympathien gewinnen können, wenn sie durch die französischen Provinzen gereist wäre - und viele wichtige Erkenntnisse.
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claudia
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Anmeldedatum: 07.03.2008
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BeitragVerfasst am: So Jan 25, 2009 6:01 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ihre Verschwendungssucht,das unüberlegte (das kenn ich auch von mir)das sie nicht gerne las,ihre Vorliebe für die Farbe blau........Liebe Grüsse!
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Antoinette
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Anmeldedatum: 04.03.2008
Beiträge: 4256
Wohnort: el culo del mundo

BeitragVerfasst am: So Jan 25, 2009 8:10 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Lolo hat Folgendes geschrieben:
Hm, so auf die Schnelle fällt mir eigentlich gar nichts ein. dontknow
Lolo

Ich musste auch erst mal überlegen Wink Weil die Sache mit der Verschwendungssucht kann ich ja noch sehr gut nachvollziehen und dasist für mich daher noch irgendwie okay.
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Antoinette
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Amalia-Katharina
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BeitragVerfasst am: Fr Mai 21, 2010 6:57 am    Titel: Antworten mit Zitat

Das sie ihr Land wohl nicht kennen lernen wollte und den anschein nach auch wenig Interesse dafür zeigte. Vielleicht war sie bis zum Ende doch im Herzen eine Österreicherin geblieben...
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Das Verhängnis unserer Kultur ist, dass sie sich materiell viel stärker entwickelt hat als geistig.

Albert Schweitzer
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Verfasst am: Fr Mai 21, 2010 6:57 am    Titel: Ähnliche Themen

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Johanna_Gabriela
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BeitragVerfasst am: Di Mai 13, 2014 12:31 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Das mag ich auch nicht an MA, dass sie nur in Paris und Versailles und einigen anderen Schlössern gewesen ist, doch nie in die Provinzen gereist ist.

Die Möglichkeiten des Reisens hat es ja schon gegeben: Man denke an MAs Brüder Joseph, Leopold und Maximilian, die sehr viel gereist sind. Ferdinand, ein weiterer, Bruder, eher weniger.

Vielleicht hat MA das stundenlange Sitzen in der Kutsche nicht behagt ?
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Trianon
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BeitragVerfasst am: Di Mai 13, 2014 1:14 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke nicht dass man ihr diese Dinge persönlich anlasten kann, das wird wohl eher etwas generelles gewesen sein. Auch Maria Leszynska war nicht wirklich auf Reisen durch Frankreich, Ludwig XV. hat wohl auch nicht wirklich sein ganzes Land gesehen.
Selbst die früheren Monarchen sind doch großteils nur herumgereist um von einem Schloss ins andere zu kommen oder vom Loiretal nach Paris. Ich will mich zwar jetzt auch nciht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich denke fast dass es evtl generell in Frankreich nicht üblich war das ganze Land zu bereisen, ähnlich wie es "Tradition" war dass der König nicht sein Land verlassen sollte.
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Johanna_Gabriela
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BeitragVerfasst am: Di Mai 13, 2014 8:46 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Auch MA's Mutter, Maria Theresia, ist nicht viel gereist: 1x Florenz (1738), 1x Frankfurt am Main (1745) und 1x Innsbruck (1765) - so ich mich nicht irre.

Vielleicht hat MA das von ihr "geerbt". Wink
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Mi Mai 14, 2014 11:42 am    Titel: Antworten mit Zitat

Trianon hat Folgendes geschrieben:
Ich denke nicht dass man ihr diese Dinge persönlich anlasten kann, das wird wohl eher etwas generelles gewesen sein. Auch Maria Leszynska war nicht wirklich auf Reisen durch Frankreich, Ludwig XV. hat wohl auch nicht wirklich sein ganzes Land gesehen.
Selbst die früheren Monarchen sind doch großteils nur herumgereist um von einem Schloss ins andere zu kommen oder vom Loiretal nach Paris. Ich will mich zwar jetzt auch nciht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich denke fast dass es evtl generell in Frankreich nicht üblich war das ganze Land zu bereisen, ähnlich wie es "Tradition" war dass der König nicht sein Land verlassen sollte.

Ich dachte immer Louis XV galt als sowas wie ein Reisekönig, der Versailles nicht sehr mochte und gern unterwegs war?
Seine Gattin war ja eher der häusliche Typ. Möglicherweise mochte sie das Reisen nicht so gern. Außerdem scheint es ja nicht so, als ob Louis XV ihre Anwesenheit auf Reisen sonderlich geschätzt hätte, zumindest wenn man an die berühmte Episode aus dem Österreichischen Erbfolgekrieg denkt.

Bei Marie Antoinette habe ich aber durchaus den Eindruck, dass dieser Zug an ihr, nicht zu reisen, ihrem persönlichen Geschmack entsprach. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Louis XVI etwas gegen einen solchen Wunsch der geliebten Gemahlin einzuwenden gehabt hätte, solange es sich mit den Herrscherpflichten vertrug.

Solche ausgiebigen Italienreisen wie sie der junge Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau unternahm, waren aber sicherlich für regierende Fürsten großer Staaten undenkbar. Das erkennt man bereits daran wie knapp bspw. die Italienaufenthalte von Herrschern wie Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz bemessen waren.
Zum anderen ist vielleicht der Antrieb nicht so groß zu reisen, wenn man selber am Nabel der Welt wohnt. Gott und die Welt kam schließlich nach Paris und Versailles. Dabei fällt aber in den Reisedokumenten oft auf, dass die fürstlichen Reisenden Versailles in der 2. Hälfte des 18.Jh. eher widerwillig mitmachten, da ihnen das Zeremoniell dort weniger behagte und es den aufgeklärten Fürsten wie Markgraf Karl Friedrich von Baden(-Durlach) primär darum ging, die Geistesgrößen seiner Zeit in Paris zu treffen und mit ihnen zu plaudern.

Vorstellbar wäre aber sicher gewesen, dass Marie Antoinette sowas wie Hafenanlagen in Bordeaux oder national bedeutende Monumente besucht hätte. Sowas kam wahrscheinlich allerdings nur in Frage, wenn die Königin nicht gerade schwanger war.
Die allgemeinen Regierungsgeschäfte liefen ja auch auf den Reisen der großen Potentaten unbeeindruckt weiter.

Naja, möglicherweise hat aber auch einfach der Charakter ihres zurückhaltenden Gatten auf sie zurück gewirkt und das führte zu dem, was man "keine gute Publicity" heutzutage nennen würde. Hätte sie was daran ändern können? Hm, ja, vielleicht. Aber wahrscheinlich mangelte es ihr dazu an einer wirklichen Motivation.
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Ein Präsident kann doch mehr ausrichten als ein Amtmann. (Aus "Gustav Aldermann" F.T. Hase 1779)
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AustroBavarian
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BeitragVerfasst am: Mi Mai 21, 2014 2:24 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Was ich NICHT an MA mag?
Oh, diese Frage zu beantworten ist für einen Bewunderer der Königin eine echte Herausforderung.

Und doch sind unübersehbar da, die dunklen Flecken in ihrer Biographie, wie z.B.:

- Ihr Desinteresse an den politischen und gesellschaftlichen Zuständen in Frankreich
- Ihre Vergnügungssucht und leichtsinnige Spiel-Leidenschaft um hohe finanzielle Einsätze
- Ihre Naivität in der Halsband-Affäre
etc. etc. etc.

Und doch: Wäre ich damals an ihrer Stelle gewesen - ich hätte wahrscheinlich auch keinen Grund gesehen, das Leben in dieser glitzernden Scheinwelt nicht in vollen Zügen zu genießen.

Ich traue mir aber nicht vorzustellen, wie ich mich in der schrecklichen Zeit der Revolution verhalten hätte, ob ich ebenso, wie die Königin, diesen knallharten Wandel zu einer solch aufrechten und charakterfesten Majestät hätte vollziehen können, oder ob ich mich nicht in hilfloser Verzweiflung, würdelos, vor den Revolutionsschergen am Boden gefunden und um mein Leben bettelnd gefunden hätte.

Gerade diese Wandlung, von der leichtlebigen Königin des Rokoko, der Theater-, Ball- und Spielsäle hin zur wahren Majestät, die auch den schlimmsten Anfeindungen und Demütigungen widersteht und selbst noch das Blutgerüst mit ihrer unumstößlichen Würde in einen Thron verwandelt, ist es, was mich bei Nennung ihres Namens mit Ehrfurcht erfüllt.

Vive la Reine!

Der AustroBavarian
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Und wenn uns erlaubt ist zu tun, was immer wir wollen, so ist es nicht einfach, stets nur das zu wollen, was richtig ist.
Louis XIV le Grand
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Do Mai 22, 2014 3:46 pm    Titel: Antworten mit Zitat

AustroBavarian hat Folgendes geschrieben:

Gerade diese Wandlung, von der leichtlebigen Königin des Rokoko, der Theater-, Ball- und Spielsäle hin zur wahren Majestät, die auch den schlimmsten Anfeindungen und Demütigungen widersteht und selbst noch das Blutgerüst mit ihrer unumstößlichen Würde in einen Thron verwandelt, ist es, was mich bei Nennung ihres Namens mit Ehrfurcht erfüllt.

Generell denke ich allerdings, dass man den "Wandel" in Marie Antoinette, weg von der Partydame hin zur eher "gesitteten" "Hausfrau" und majestätischen Königin auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann. Was in der Revolution geschehen ist und ihre Haltung dabei, will ich mal außen vor lassen. Man denke allein an das Auftreten Charles I. vor seiner Hinrichtung.

Nun, Marie Antoinette ist auch einfach reifer geworden und die Erfahrung eigene Kinder zu bekommen, wird sein Übriges dazu beigetragen haben, sie ruhiger zu machen. Wenn ich mich an die Biographien erinnere, die ihr Fehler vor allem in den Jahren kurz nach ihrer Ankunft in Versailles vorwerfen, so schüttle ich heute darüber den Kopf. Ich erlebe ja an mir selbst und meinen Altersgenossen, dass man nunmal mit 14/15 wie sie als Dauphine war weitaus impulsiver ist, auch beeinflussbarer, rechthaberischer und kurzsichtiger in seinen Entscheidungen. Der Hof damals allerdings verzieh solche Aspekte nicht. Da wurde man, mal ein paar kleinere Höfe ausgenommen, in der Regel rücksichtslos spätestens mit der Vermählung als ein Erwachsener behandelt und genoss keinerlei Welpenschutz (Nachsicht) der alten Hasen.
Dieser Aspekt ist freilich eher meinem subjektiven Empfinden verschuldet. Ein anderer lässt sich aber auch ganz "wisschenschaftlich" fest machen. Die Zeiten haben sich einfach gewandelt. Als Maria Antonia geboren wurde, beherrschten noch Spanisches Hofkleid, Kniefall und ein weitaus schärferes Zeremoniell den Habsburgerhof - und nicht nur diesen! In gesamt Europa verschwanden im Laufe der 1770er/80er Jahre viele fundamentalen Praktiken in der Hofhaltung, was früher undenkbar gewesen wäre. Den Gipfel fand sowas an Höfen wie dem Weimarischen, wo dann sogar unter Carl August die Hoftafel abgeschafft wurde und der Herzog wie ein Privatmann in seinen Gemächern im engsten Kreise seiner Familie dinierte und soupierte. Sicherlich ist es so weit in Frankreich nicht gekommen - aber (!) das war nunmal der Zeitgeist. Und diesem Zeitgeist hat sich Marie Antoinette m.E. keineswegs versperrt. Dem großen Hof in kleineren Schlössern zu entkommen, hatte ja schon Louis XV ausgiebig praktiziert. Die damit verbunden Ortswechsel waren offenbar noch nichts für dessen Gattin Maria Leszczyńska. Zu Ende gedacht entwertete dieses Vorgehen allerdings erheblich den Hof, machte ihn für die Höflinge unattraktiver (man denke mal an Preußen, wo so mancher unter Friedrich II. wegen seiner Sparpolitik in der Hofhaltung den Kammerherrndienst eher als Strafe empfand, zumal sehr dröge Strafe). Unmotivierte mächtige Adlige aber, sind auch rasch dabei, sich in die Provinz zurück zu ziehen, um dort mit ihrem Einfluss in den Parlements etc. "Unsinn anzustellen". Von daher ist die Angleichung des innerfamiliären Lebens und Alltags eine zweischneidige Sache. Freilich kostete das dann weniger Geld, belastetete weniger die Finanzen, aber es hatte auch mehr als nur eine Kehrseite.

Ich frage mich auch gerade wie häufig es vorkam, dass Gemahlinnen der Herrscher sich für Politik interessierten und Zweitens, ob das denn gut ging oder ob dann nicht der Herrscher der "aufdringlichen" Gemahlin schnell die kalte Schulter zeigte?
Als einzige Beispiele fallen mir auf Anhieb Carl Theodor von der Pfalz und Karl Friedrich von Baden-Durlach ein. Bei Ersterem führten die Einmischungsversuche dazu, dass C.T. sich zusehends von der Gattin entfremdete. Als sie über das gebärfähige Alter gekommen waren und die Ärzte vor dem Beischlaf warnten, hatte sich der Kurfürst endgültig von der anfänglichen Dominanz von Elisabeth Auguste dermaßen emanzipiert, dass er sie auf ein kleines Schloss (Oggersheim) abschob. Also nicht gerade ein Positivbeispiel.
Karl Friedrich von Baden-Durlach soll anfangs eine mitdenkende, sich einmischende Gattin gefürchtet haben. Caroline Luise, seine erste Gemahlin, begriff rasch, dass sie behutsam vorgehen musste, um es sich nicht mit ihm zu verderben und so kam es zu einer harmonischen Ehe, wo er maximal dann und wann ihren Rat gesucht haben soll.
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Brissotin
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Anmeldedatum: 10.03.2008
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BeitragVerfasst am: Mi Jul 02, 2014 12:43 pm    Titel: Antworten mit Zitat

claudia hat Folgendes geschrieben:
Ihre Verschwendungssucht,das unüberlegte (das kenn ich auch von mir)das sie nicht gerne las,

Bin jetzt nicht so firm, aber gab es dafür nicht eh Vorleser/innen? Wink

Was verrät uns eigentlich am besten, was die Menschen damals gelesen haben? Oftmals werden private Bibliotheken angeführt und deren Auswahl. Im Falle der Anna-Amalia-Bibliothek wurde schon mehrfach hinterfragt, was die darin aufgenommenen Bücher über den persönlichen Geschmack der Herzogin aussagen. Besonders große Bibliotheken besagen m.E. nicht viel über die Sammler. Wer hat schon damals als regierender Fürst/Herzog/König oder sogar "nur" als hauptberufliche Gattin allein schon durch die vorgegebenen zeremoniellen Aufgaben die Zeit gehabt, selbst bei einer überdurchschnittlichen Lebenszeit für die Epoche (also um die 70), tausende von Büchern zu lesen? Und wer las sie dann ganz? Es wurde ja schon von Zeitgenossen bisweilen moniert, dass die Bibliotheken eher aus Prestigegründen angelegt wurden bzw. auch viele unvollständige Werke (also nur ein Teil der Bände) darin zu finden waren.

Mich hat schon mehrfach erstaunt, dass viele Zeitgenossen im 18.Jh. die Literatur ihrer eigenen Epoche garnicht kannten, auch wenn sie selber Literaten waren. Ihre eigenen Werke legten zwar eine ungefähre bis genaue Kennerschaft der alten Klassiker, in erster Linie der Antike, aber auch der franz. Klassiker (Racine und Co), nahe, aber die Zeitgenossen waren ihnen nicht selten weitesgehend unbekannt. So kannte ein gut informierter Kenner wie Boswell, als er Deutschland besuchte, an bedeutenden deutschen Literaten offenbar nur Gellert und Gottsched. Und auch bei den beiden wirkt es so, als ob er sie nur dem Namen nach kennt ohne deren Werke (vielleicht durch die Sprachbarriere) einordnen zu können.
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Verfasst am: Mi Jul 02, 2014 12:43 pm    Titel: Ähnliche Themen

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