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MAs "Kaufsucht"
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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    MARIE ANTOINETTE - Forum Foren-Übersicht -> 1774-1789 absolute Königin von Frankreich
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Trianon
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BeitragVerfasst am: Do Jun 01, 2017 11:27 am    Titel: Antworten mit Zitat

Brissotin hat Folgendes geschrieben:
Bei Marie Antoinette à la Rose z.B. erkenne ich ein wenig aufwendiges Seidenkleid mit wenig Spitze. Auch die Kleider aus Samt mit Pelzbesatz auf den Bildern von Vigée Lebrun scheinen mir keineswegs kostbar.

Mich würde in solchen Fällen aber "Misswirtschaft" nicht verwundern. Die Königin selbst wird kaum gewusst haben was Stoffe, Pelze, Spitze etc wirklich wert waren - da hätte man ihr vermutlich allerhand billige Ware zu hohen Preisen verkaufen und einen satten Gewinn einfahren können. Natürlich möchte ich hier nun niemanden dieser Dinge anklagen, aber es wäre zumindest sehr vorstellbar gewesen.

Brissotin hat Folgendes geschrieben:

Das ist natürlich richtig. Diese "armen Leute" werden aber sicher die Königin eh nur vom Hörensagen gekannt haben. Gingen diese in den Salon und sahen mit eigenen Augen die Porträts der Königin?

Vermutlich nicht, nein. Aber bekannte Porträts wird man eventuell als Stiche vervielfältigt haben - vielleicht waren sie dadurch mehr bekannt? Immerhin wollte man ja genau mit den schlichten Portraits der letzten Jahre das Image aufbessern, also müssten sie ja irgendwie unters Volk gebracht worden sein
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"Die ehemalige Prinzessin mit ihrem verschleierten Blick, der den Himmel zu suchen schien, und ihrem sanftem Lächeln,
glich einer vom Paradiese herabgestiegenen Heiligen."

Henri Sanson über Mme Élisabeth
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Do Jun 01, 2017 11:49 am    Titel: Antworten mit Zitat

Trianon hat Folgendes geschrieben:

Mich würde in solchen Fällen aber "Misswirtschaft" nicht verwundern. Die Königin selbst wird kaum gewusst haben was Stoffe, Pelze, Spitze etc wirklich wert waren - da hätte man ihr vermutlich allerhand billige Ware zu hohen Preisen verkaufen und einen satten Gewinn einfahren können. Natürlich möchte ich hier nun niemanden dieser Dinge anklagen, aber es wäre zumindest sehr vorstellbar gewesen.

Das ist schon richtig. Herrscher, die sich mit dem Wert der Dinge (Baustoffe, Waffen, Kleidung) intensiv beschäftigten, wurden oftmals eher als Sonderlinge behandelt. Selbst bei nachgeborenen Prinzen wie Erzherzog Johann wurde das Interesse für Mineralien etc. eher seltsam beäugt.

Kupferstiche erfreuten sich schon einer großen Beliebtheit. Für die Massen waren aber eher Holzschnitte erschwinglich. Kann natürlich sein, dass ich da zuviel von meinen Erfahrungen aus der Mitte des 18.Jh. auf das Ende des Jahrhunderts übertrage. Embarassed
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prince d'amour
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BeitragVerfasst am: Fr Jun 02, 2017 11:29 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke nicht, dass man die Königen mit unterschiedlichen Stoffqualitäten hinter das Licht führen konnte. Sie war sicher mehr als ein versierter Profi in Stoffkunde. Und letzten Endes musste sie ja wenigstens in etwa, Ihre Kostem überschlagen können.

Ich habe mich jedoch auch schon öfter gefragt warum sie nicht eine Schar Schneiderinnen beschäftigte, die nur für Sie kreierten. Würden dadurch nicht Ausgaben gespart worden sein?
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Talleyrand über den Hof Versailles
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Mi Jun 07, 2017 3:44 pm    Titel: Antworten mit Zitat

prince d'amour hat Folgendes geschrieben:


Ich habe mich jedoch auch schon öfter gefragt warum sie nicht eine Schar Schneiderinnen beschäftigte, die nur für Sie kreierten. Würden dadurch nicht Ausgaben gespart worden sein?

Ich habe jetzt keine Hofkalender aus Frankreich vor Augen. Normalerweise gab es Hofprofessionisten, welche scheinbar überwiegend Hoflieferanten waren, die außerhalb des Schlosses wohnten und auch andere Kunden belieferten. Daneben gab es kleine Schneidereien, die sich innerhalb der Schlösser befanden, wo niedrigere Hofbediente - bei Herrscherinnen auf jeden Fall weibl. Geschlechts - die Kleider ausbesserten. Ich denke, dass die Ausbesserung der großen Galakleidung schon eine wichtige Sache war.

Evtl. könnte es ein Aspekt gewesen sein, dass man bei zusätzlichen fest angestellten Handwerkern diese auch an der Gesindetafel hätte mitversorgen müssen. Außerdem war der Hof als Hauptabnehmer für Luxusgüter eine wichtige Einnahmequelle für die angrenzende Residenzstadt. Man hätte sich dort wahrscheinlich darüber empört, wenn die zumindest vorhandene Chance einen Auftrag vom Hof zu bekommen dadurch zunichte gemacht worden wäre.
Man sieht das ja sehr schön am Beispiel Ludwigsburg, wo die ganze Stadt mit ihren Handwerkern, Wirtshäusern etc. wieder verödete, als am Ende der Herrschaft Carl Eugens die Residenz wieder nach Stuttgart verlegt wurde.
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prince d'amour
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BeitragVerfasst am: Mi Jun 07, 2017 5:02 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist na natürlich ein Argument. Frage mich ob sie genauso viel für ihre kleine bezahlt hat wie andere Frauen die bei Madame Beton gekauft haben. Wir wissen über die Finanzen sowieso relativ wenig wahrscheinlich hat sie gar nicht so viel Geld ausgegeben wie gemeinhin bekannt ist.
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Verfasst am: Mi Jun 07, 2017 5:02 pm    Titel: Ähnliche Themen

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Antoinette
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BeitragVerfasst am: Fr Jun 09, 2017 11:53 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich meine mich zu entsinnen, dass es zu MAs Erwerbe schon recht gute Übersichten gibt. Ich meine, Cronin hatte da in der Doppelbiographie mal was geschrieben, aber ich weiß es nicht mehr so genau.

Letzendlich muss man aber bei der Bewertung einer "Kaufsucht" mehrere Dinge beachten:
- Die Stilisierung ihrer Ausgaben, um ihren Ruf zu schädigen.
- Was galt für eine Königin als angemessen? (Stichwort Prunk)

Wenn mich mein Gedächtnis nicht trübt, dann wurde MA mal wegen dem bekannten Portrait im blauen Kleid mit der Rose angegangen, weil es zu dekadent sei. Als das ähnliche Bild mit dem lockeren Stoff veröffentlicht wurde, hieß es gleich, sie wäre zu schlicht für eine Königin.
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saludos cariñosos
Antoinette
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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Mi Jun 14, 2017 7:28 am    Titel: Antworten mit Zitat

Antoinette hat Folgendes geschrieben:
Wenn mich mein Gedächtnis nicht trübt, dann wurde MA mal wegen dem bekannten Portrait im blauen Kleid mit der Rose angegangen, weil es zu dekadent sei. Als das ähnliche Bild mit dem lockeren Stoff veröffentlicht wurde, hieß es gleich, sie wäre zu schlicht für eine Königin.

Ja daran musste ich auch gerade denken.
Sie wollte ja mit diesem Kleiderwechsel die Gemüter beruhigen, doch dann meckerten die Schneidereien, weil die Königin zu schlicht gekleidet war.
Nicht vergessen darf man, dass gerade im Fall von MA die Königin die "Trendsetterin" war. Nicht auszudenken, was geschieht, wenn sich die Trendsetterin plötzlich schlicht kleidet - der ganze Hof würde es nachahmen und schon wären kleine Existenzen gefährdet, die ihre prunkvollen Gewänder nicht mehr an die Frau brächten.
Ich glaube nicht, dass es so leicht für eine so wichtige Person war, sparsam zu sein.

Vielleicht war der Fall Marie Antoinette nur einfach deshalb so spektakulär in Sachen "Kaufsucht" und "Prunk", weil sie nach gefühlt Jahrhunderten die erste Königin war, die in Sachen Mode und Auftreten den Ton angab.

Ihre Vorgängerinnen waren nicht gerade sparsam! Allerdings hielten sie sich eher im Hintergrund auf.
Da waren es die Mätressen, die die Aufmerksamkeit erregten.
Zu Zeiten MAs gab es keine Mätresse, die Hausherrin selbst erregte Aufsehen. Wer kann es ihr verübeln? Mr. Green Ich finde es weit verwerflicher, wenn fremde Emporkömmlinge das Geld des Königs ausgeben... die eigene Frau hingegen, das ist doch legitim Laughing
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prince d'amour
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BeitragVerfasst am: Mi Jun 14, 2017 8:28 am    Titel: Antworten mit Zitat

Das stimmt vollkommen. Obwohl ja auch ihre schlichten Gewänder sehr teuer waren, da sie von mdm. Bertin gefertigt wurden. Ich frage mich dann immer, wie die kleinen Adligen da mithalten konnten? Sie wurden sicher verspottet wenn sie mehr als einmal das gleiche trugen?

Wo wurden Marie Antoinettes Kleider, Schuhe, Hüte etc. überhaupt aufbewahrt? Darüber habe ich noch nie etwas gelesen.
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Fr Jun 16, 2017 2:31 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Auf dem Bild mit der Rose trägt sie doch ein sehr schlichtes Kleid.
Wir meinen doch jetzt dasselbe, oder?
https://commons.wikimedia.org/wiki/Marie_Antoinette?uselang=de#/media/File:Louise_Elisabeth_Vig%C3%A9e-Lebrun_-_Marie-Antoinette_dit_%C2%AB_%C3%A0_la_Rose_%C2%BB_-_Google_Art_Project.jpg
Selbst der Gesichtsausdruck wirkt nicht irgendwie dekadent. Auffällig ist, dass es sich um ein inoffizielles Porträt handelt. Es zeigt sie weder in Staatsrobe (Gala) noch mit Herrschaftsinsignien. Nichtmal mit Vorhang oder dergleichen. Nur dadurch, dass wir wissen, dass es Marie Antoinette sein soll, können wir sie von einer x-beliebigen Dame unterscheiden.

Die Gemälde mit aufwändigem Staatskleid, worauf Marie Antoinette als Königin dargestellt wird, stammen durchweg aus den 1770ern.
Selbst bei diesem von Vigée Lebrun gemalten Bild fällt auf, dass der Stoff recht schlicht ist. Auf dem Gemälde von Dagoty von 1775 sieht man Hermelin an den Ärmeln. Die viele Spitze an den Ärmeln gehörte ja zu franz. Hofkleidern.
Es mag sein, dass Marie Antoinette ab einem gewissen Zeitpunkt einfach ausreichend viele offizielle Staatsporträts hattte. Auch ihre Vorgängerin ließ sich ab einem gewissen Zeitpunkt - ich glaube in den frühen 1740ern - nicht mehr in Galarobe porträtieren.

Hat jemand einen konkreten Wortlaut mit dem man diesem Gemälde mit der Rose eine dekadente Ausstrahlung vorwarf?
An der Kleidung kann es ja irgendwie nicht gelegen haben.
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prince d'amour
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BeitragVerfasst am: Fr Jun 16, 2017 8:56 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke nicht direkt das Gemälde, aber man brachte es sicher mit dem Hameau und diesem Circle zusammmen. Die Königin spielt Schäferin und verursacht damit Unsummen, etc.

Warum brauchte sie in den 80ern keine Staatsporträts mehr?
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