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Schönheitsideal im 18. Jahrhundert

 
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Johanna_Gabriela
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BeitragVerfasst am: Mi Jul 05, 2017 4:51 pm    Titel: Schönheitsideal im 18. Jahrhundert Antworten mit Zitat

Wer im 18. Jahrhundert so bezeichnet worden ist, wäre das im 21. Jahrhundert nicht bzw. anders "hübsch", da die Maßstäbe damals andere gewesen sind.

Eine schmale Taille, ja oder nein ? Breite Hüften oder doch nicht ? Eine üppige Oberweite, liegt das im Trend oder nicht ? Dunkle Haare oder blonde ?

Meine Fragen beziehen sich, allgemein, auf das 18. Jahrhundert.
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Do Jul 06, 2017 1:04 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ein recht gute Richtschnur sind die pornographischen Romane des 18.Jh., da diese meistens sowohl das Hässliche, als auch das Schöne herausstreichen.

Meines Erachtens war ein schöner Teint ganz wichtig, also eine helle Haut und rosige Wangen. Praktisch das, was durch das Schminken auch zu erzielen versucht wurde.
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=Jeanne-Antoinette_Lenormant_d%E2%80%99%C3%89tiolles,_marquise_de_Pompadour&uselang=de#/media/File:Boucher,_Fran%C3%A7ois_-_Marquise_de_Pompadour_at_the_Toilet-Table.jpg

Bei der Figur scheint man nicht ganz eindeutig in der Meinung gewesen zu sein. M.E. präsentiert Bouchers Bild der O'Murphy dennoch eine ideale Person: https://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_Boucher#/media/File:1751_Boucher_Ruhendes_M%C3%A4dchen_(Marie-Louise_O%E2%80%99Murphy,_Wallraf-Richartz_Museum)_anagoria.jpg
Dürre Frauen, also knochige Arme wie bei heutigen Modells, waren auf jeden Fall nicht in Mode. Übergewichtige Frauen werden auch als wenig anziehend beschrieben. V.a. wenn durch Schwangerschaften die Taille als verdorben beschrieben wird - also die Dame offenbar auseinander gegangen wird - wird deutlich, dass eine halbwegs schmale Taille in Mode war. Wespentaillen waren mit den Schnürbrüsten der Zeit nicht zu erreichen und da die Kleider eh wieder stark auftrugen, hätte es keinen Sinn ergeben. Bezeichnenderweise wurden oft Draperien verwendet, um zu breite Taillen zu kaschieren.

Das Alter fand man generell als eher abstoßend; würdevoll altern durften maximal Männer. Man denke an die Plastik des nackten Voltaire im Louvre. Ab einem gewissen Alter ließ sich die Gemahlin von Louis XV garnicht mehr malen, während es bei den Männern bis ins hohe Alter keine Scheu gab.

Während bei den Damen in der Kunst oftmals die Brüste entblößt sind, werden Männer oft im Hemd gezeigt (mythologische Darstellungen ausgenommen). Hier scheint das Gegenteil von der heutigen Tabuisierung der Brüste durch BHs im Gegensatz zur gesellschaftlichen Akzeptanz des nackten Oberkörpers bei Männern vorhanden gewesen zu sein.

Was den Intimbereich anbelangt sind die erotischen Romane der Zeit eindeutig. Bei Männern ist eindeutig mehr auch mehr. Überhaupt verweilen die Autoren (wiewohl allerdings auch nur Männer) beim äußeren Aussehen der Männer fast nur auf den Genitalien.

Bei den Männern sieht man m.E. eine Art Paradoxon. Sie werden gern in der Genremalerei (z.B. in de Troys Tableaux de mode) als schlank abgebildet, oftmals sehr schlank, haben aber pausbäckige Gesichter wie Kinder oder pummelige Mitzwanziger. https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Fran%C3%A7ois_de_Troy#/media/File:Jean-Fran%C3%A7ois_de_Troy_-_The_garter.jpg
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prince d'amour
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BeitragVerfasst am: Do Jul 06, 2017 11:15 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Würden diese damaligen pornographischen heute auch als solche gewertet? Oder waren Sie doch mehr seicht?

Ich kenne da als Autor auch nur de Sade.
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Fr Jul 07, 2017 9:21 am    Titel: Antworten mit Zitat

prince d'amour hat Folgendes geschrieben:
Würden diese damaligen pornographischen heute auch als solche gewertet? Oder waren Sie doch mehr seicht?

Ich kenne da als Autor auch nur de Sade.

Offengestanden lese ich keine modernen pornographischen Bücher, aber sie waren schon reichlich explizit.

Du kennst de Sade heißt, Du hast ihn gelesen?

Für die Mitte des 18.Jh. sind Cleveland ("Fanny Hill") und d'Argens ("Thérèse philosophe") zu nennen. Zahlreiches ist auch nur ohne Autor, also anonym überliefert.
Für die letzte Dekade sind Mirabeau, Nericat und eben de Sade bekannt.
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Verfasst am: Fr Jul 07, 2017 9:21 am    Titel: Ähnliche Themen

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prince d'amour
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BeitragVerfasst am: Fr Jul 07, 2017 5:38 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich lese auch keine pronographischen Werke der Moderne. Nur da unser Jahrhundert ja immer sehr offen ist, habe ich mich gefragt ob Inhalte damals züchtiger abgedruckt wurden.

Da Du dies verneinst, waren sie sicher illegal. Immerhin gab es ja die Zensur? 😂

Ich habe mich mal an Justine versucht, es hat mir aber nicht sonderlich gefallen. Ich habe nichtmal ein Viertel des Buches gelesen.

Handelt es sich bei jenem Mirabeau um jenen der bei der Revolution mithalf?
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Di Jul 11, 2017 2:10 pm    Titel: Antworten mit Zitat

prince d'amour hat Folgendes geschrieben:


Handelt es sich bei jenem Mirabeau um jenen der bei der Revolution mithalf?

Mirabeau ist Mirabeu le Tonneur. Gabriel Riquetti Vicomte de Mirabeau. Es ist der Mirabeau, der lange in Haft saß, z.B. in Chateau Joux, wo ich auch schon seine Zelle betreten habe. Er hat dort auch einiges von diesen Büchern verfasst.
Sein Bruder war ja Anführer einer royalistischen Legion und starb in Freiburg vor oder in einem Duell. Sein Grabstein ist leider seit einem Jahr oder so vom historischen Friedhof Freiburg verschwunden. Crying or Very sad
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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Di Jul 11, 2017 11:02 pm    Titel: Antworten mit Zitat

prince d'amour hat Folgendes geschrieben:
Handelt es sich bei jenem Mirabeau um jenen der bei der Revolution mithalf?

Ja um diesen Mirabeau handelt es sich Wink - er vertrat aber eher im gemäßigten Bereich die Ansicht, dass der König Teil des Systems bleiben muss, also im Rahmen einer Konstitutionellen Monarchie.
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Verfasst am: Di Jul 11, 2017 11:02 pm    Titel: Ähnliche Themen

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