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Comtesse de Noailles

 
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prince d'amour
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BeitragVerfasst am: Di März 24, 2015 8:47 pm    Titel: Comtesse de Noailles Antworten mit Zitat

Ich habe gar keine Thread zur Gräfin gefunden. Habe ich etwas überlesen oder stimmt es tatsächlich?

Ihr lieben, ich habe kaum Information über Sie, daher wollte ich mich eben informieren.

Ich würde gerne Wissen ob es stimmt das Ihr Mann eher an Männern interessiert war, siehe den Coppola Film, oder auch was aus Ihr wurde?
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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Mi März 25, 2015 8:00 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe mal gesucht, aber auch keinen Artikel zu Madame Etiquette hier im Forum gefunden, dabei hätte ich schwören können, dass wir schon einen haben Wink

Die Noailles gehörten zu den einflussreichsten Familien des Landes.
Ihr Mann war sehr angesehen bei Hofe und wohl äußerst erfolgreich auf dem Schlachtfeld unter Ludwig XV.
Er war mit Madame de Maintenon verwandt - seine Mutter war ihre Nichte.

Anne d'Arpajon, Comtesse de Noailles, so der richtige Name von Madame Etiquette, war bis 1774 die erste Ehrendame Marie Antoinettes - davor war sie die erste Ehrendame von Königin Maria Leszczyńska.
Als Marie Antoinette Königin wurde, setzte sie die Noailles ab, woraufhin diese sich den Tanten des Königs anschloss und somit zur "Opposition" gegen Marie Antoinette wechselte.

Sie wurde mit ihrem Ehemann am 27.06.1794 hingerichtet.


Da wir ja im Bereich "Konfliktbeziehungen" sind Mr. Green ... Marie Antoinette scheint Mme de Noailles nicht gerade gemocht zu haben Wink
Die Dame war halt aber auch schon 41 Jahre alt und wohl ziemlich steif, als MA mit ihren zarten 14 Jahren den frz. Hof betrat.

Mich wundert es ein bisschen, dass der junge König es 1774 zuließ, dass seine Gemahlin eine der einflussreichsten Familien Frankreichs so vor den Kopf stößt Shocked
Das war ja aber wohl überhaupt eines der großen Probleme des jungen Königspaares, dass sie es sich mit den alten Familien verscherzen und Emporkömmlinge wie die Polignacs bevorzugten.
Ich denke mal, die Noailles sind das perfekte Beispiel dafür, wenn es um den Bruch des Königshauses mit dem altehrwürdigen Adel geht.
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Mi März 25, 2015 10:07 am    Titel: Antworten mit Zitat

@ Maria Antonia
Bei den Noailles muss man aufpassen.
Denn es gab viele bedeutende Namensträger der Familie.

Derjenige, der bei Louis XV ein Stein im Brett hatte und ein recht erfolgreicher Feldherr war, das war Adrien-Maurice de Noailles (1678-1766). Er zeichnete sich vor allem durch den Rückzug der französischen Armeen 1743 und der Verteidigung der Rheinlinie im selben Jahr aus. Die gravierende Niederlage seiner Armee bei Dettlingen 1743 ging nicht auf sein Konto. Er war persönlich bei der Schlacht garnicht anwesend. Gramont hatte wohl entweder etwas falsch verstanden oder von sich aus angegriffen.
Noailles wirkt auf mich wie ein väterlicher Mentor gegenüber dem König. Kein Wunder, war er ja fast 40 Jahre älter als derselbe und hatte weitreichende Erfahrungen durch die vielen Feldzüge an denen er bereits teilgenommen hatte. Vor allem gegenüber Philipp V. von Spanien musste er immer wieder die Wogen glätten, da Außenminister d'Argenson da viel Porzellan zerschlagen hatte. Man kann wohl sagen, dass Noailles im Österreichischen Erbfolgekrieg neben Belle-Isle, Fleury und d'Argenson einer der einflussreichsten Staatsmänner war.

Auch die beiden Söhne von Adrien-Maurice de Noailles mit Namen Louis und Philippe wurden Marschälle von Frankreich. Beide Brüder konnten keine nennenswerten militärischen Erfolge vorweisen, scheinen aber dann unter Louis XVI wegen ihrer langjährigen Dienstzeit und ihrer Familie in den Rang erhoben worden zu sein - m.E. sehr bezeichnend für das nicht funktionierende militärische System in Frankreich.
"Madame Etiquette" war mit Philippe de Noailles(1715-94), Duc de Mouchy vermählt. Schon im Siebenjährigen Krieg hatte er sich aus dem Militär zurückgezogen. Es kann sein, stecke da nicht so drinnen, dass sich die Sympathie des Königs vom Vater auf den Sohn übertragen hat.
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prince d'amour
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BeitragVerfasst am: Di Jul 25, 2017 5:12 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Also hielt sie sich trotzdessen noch am Hof auf? Muss ja eine sehr peinliche Situation gewesen sein. Rolling Eyes

Sehr interessanter Einwurf Brissotin. Aber was hätte man tun können. Es könnte ja nur Offizier werden, wer Adliger Abstammung war. Oder wie hätte es verbessert werden können?
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Verfasst am: Di Jul 25, 2017 5:12 pm    Titel: Ähnliche Themen

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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Mi Jul 26, 2017 9:55 am    Titel: Antworten mit Zitat

prince d'amour hat Folgendes geschrieben:
Also hielt sie sich trotzdessen noch am Hof auf? Muss ja eine sehr peinliche Situation gewesen sein.

Das kam aber schon desöfteren vor. Denke mal an die zahlreichen Minister, die oftmals wie Belle-Isle oder Emmanuel Armand de Vignerot du Plessis (einer der zahlreichen Richelieus).

Was die Generalität anbelangt. Bisweilen wurde ja schon mit Augenmaß befördert. Ich meine z.B. Loewendahl und de Saxe. Sinnvoll wäre gewesen die Marschälle ab einem gewissen Alter zu pensionieren. Natürlich auch teuer, aber besser als alte überforderte Männer wie Coigny mit verantwortungsvollen Aufgaben wie dem Leben einiger zigtausend Mann zu betrauen. Lafayette und Rochambeau waren welche von den wenigen - dann aber auch erst zur Revolutionszeit - die nicht aus den führenden Familien stammten, die sich auch mal bewiesen hatten. Insgesamt waren die französischen Monarchen sehr nachsichtig mit ihren Generälen. Mir ist ein Fall eines Generals (ich glaube Maréchal de Camp) de Gensac bekannt, der für die unnütze Kapitulation von Lauterburg zum Tode verurteilt, aber dann von Louis XV fast völlig begnadigt wurde.
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prince d'amour
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BeitragVerfasst am: Fr Jul 28, 2017 9:03 am    Titel: Antworten mit Zitat

Aber war de Saxe nicht bis zum frühen Ende ein ausgezeichneter Marschall? Nicht nur durch die Freundschaft zu Madame Pompadour.

Gab es nicht bei der Amtsübernahme Louis XVI, eine totales Ungeleichverhältnis unter der Anzahl der Offiziere?

Im Film von Coppala wird nur noch zur Gräfin gesagt, dass ihr Mann sie mit dem Stallburschen betrog. Und Sie noch dem Tod der Königin erstmal von der Bildfläche verschwand. Was offenbar niemanden störte. Diese gewisse Antipathie kam eventuell auch wegen der hohen Stellung bei der Dauphine.

Noch eines was mich wundert, in der Szene in der das morgendliche Ankleiden dargestellt wird, stellt sie jede Prinzessin königlichen Geblüts vor. Bei der Prinzessin von Lamballe jedoch, betont sie explizit, dass sie königlichen Geblüts durch Heirat wäre. Stimmt das? Auch wenn Sie einer Nebenlinie entstammte war sie doch trotzdem schon vor der Heirat königlichen Geblüts oder.
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Di Aug 01, 2017 1:43 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe de Saxe auch als Ausnahme aufgeführt, dass man nicht sagen kann, ich hätte übersehen, dass es das auch gab.

Generell gab es in der französischen Armee viel zu viele Generäle. Daher kam die Praxis, dass erst vor der Schlacht entschieden wurde, welchem Maréchal de Camp (vergleichbar vielleicht mit einem Generalmajor) eine Brigade zugewiesen wurde. Das bedeutete, dass General und Brigade kein gewachsenes homogenes Verhältnis zueinander besaßen. Teilweise wurden dennoch Brigaden von Brigadiers kommandiert, die eine Art bessere Obristen waren. Dabei gab es bei 130 Infanterieregimentern und ca. 80 Kavallerieregimentern um 1766 nicht weniger als 540 Lieutenants Generaux und Maréchaux de Camp.
Ich habe mich jetzt nicht damit beschäftigt, ob die Zahl der Generäle unter Louis XVI reduziert wurde, was ja logisch gewesen wäre, weil ja auch die Zahl der Regimenter aus Einsparungsgründen verringert wurde.

Mir kam die ganze Ankleidungsszene ungereimt vor. Mancher Faux pas ist wohl denkbar, aber die mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit nächste Königin zu verärgern indem man sie frierend rumstehen ließ, kann ich mir nicht recht vorstellen. Ich habe mir jetzt ein bisschen die Väter und Großväter etc. der Princesse de Lamballe angeschaut. Kann schon sein, dass man es bevorzugte darauf zu verweisen, dass sie primär durch ihren Gatten das Recht der princes et princesses de sang genoss. In männlicher Linie stammte sie von Charles-Emmanuel Ier, duc de Savoie (1562-1630) ab. Da ist erstmal nix königliches dran oder hab ich was übersehen?
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