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Beste Historische Filme, die im 18.Jh. spielen
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Di März 12, 2013 12:19 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@ AustroBavarian
Ich habe jetzt von "Die Hure des Königs" den Anfang gesehen. Sehr gut gefielen mir die Drehorte. Zur Handlung kann ich noch nichts sagen, weil ich nur so die ersten 10 Minuten oder so sah. Darin kam mir allerdings Timothy Dalton als schön würdevoll vor. Der eine Maskenball wirkte ziemlich kunstfilmisch (alle in weißen Kostümen).
Danke nochmal für den Tipp.
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Lolo
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BeitragVerfasst am: Mi März 13, 2013 12:27 am    Titel: Antworten mit Zitat

Brissotin hat Folgendes geschrieben:

5.
Die Kostüme bereiten natürlich beinahe körperliche Schmerzen. Andererseits tut die verkrampft/unverkrampfte Art der DDR-Filme manchmal gut. Verkrampft, weil die Schauspieler immer sehr trocken wirken. Unverkrampft, weil man die ich sage mal moralischen Aspekte so unverblümt rüberbringt wie sie meines Erachtens auch in den Romane vorkommen, die den Filmen zu Grunde lagen.
Die Dialoge sind mir auch irgendwie im Gedächnis geblieben. Toll haben mir immer die Szenen von Burg Stolpe gefallen, wobei sie natürlich das Problem hatten, dass zu Napis Zeiten die Burg gesprengt wurde.


Die Serie würde ich wirklich gerne mal wieder sehen. Habe gestern im Bücherfundus um die Ecke für 3 Euro Kraszewskis "Gräfin Cosel" gekauft. Leider gab es die beiden anderen Teile nicht, aber ich wollte sowieso erstmal schauen, ob mir der Stil gefällt. Die Illustrationen sind jedenfalls nicht besser als die Ausstattung/Kostüme der Serie. Hätte man da mehr Aufwand und Recherche betrieben, wäre das eine richtig runde Sache gewesen. Was mich jedoch wundert, da solche klassischen künstlerischen Ausbildungen (eben auch Bühnen- und Kostümbildner) im Osten immer knallhart waren und die Aufnahmebedingungen sehr schwierig waren. Vermutlich lag es wie so oft am Materialmangel?
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Mi März 13, 2013 10:10 am    Titel: Antworten mit Zitat

@ Lolo
Glaube ich nicht. Die DDR hatte ja eine bedeutende Textilindustrie. Mangel herrschte ja vorwiegend an Produkten, die man teuer importieren musste oder aber, die man selber produzierte, aber ausschließlich für den Export hergestellt wurden (z.B. bei der Edition Leipzig verwundert ja auch fast der so unpolitische Grundton der Publikationen, der sich dadurch erklärt, dass man die Bücher mit ständigen Verweisen auf Marx, Engels und Lenin wohl nicht hätte ins kapitalistische Ausland verkaufen können.)
Ich kenne aus der DDR keine Filme, die sich um ein authentisches Kostümbild bemühten. Das scheint mir auch nicht wirklich den von Dir genannten Aspekten zu widersprechen. Ich denke einfach, man lieferte das, was man vom Theater oder so her kannte (also z.B. keine Krawatten sondern diese Sabberlätzchen bei den Herren).
Ich habe wahrscheinlich auch ein Buch aus der Reihe, wovon Du die "Cosel" hast. Ich habe "Graf Brühl".
Es gab von Kraszewski folgende Romane mit der Thematik: "August der Starke", "Gräfin Cosel", "Flemmings List", "Graf Brühl", "Aus dem Siebenjährigen Kriege" und "Der Gouverneur von Warschau". Drei davon wurden verfilmt.
Ich fand bis jetzt immer "Graf Brühl" am spannensten, weil es recht anschaulich den egoistischen Weg eines Mannes an die Spitze eines Staates zeigt. Ich fand nichtmal, dass es so arg gegen ihn gerichtet geschrieben war.
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Do März 14, 2013 10:15 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe gestern mal "Gräfin Cosel" geschaut.

Also abgesehen davon, dass
die Damenkostüme furchtbar sind,
die historischen Ereignisse oft falsch oder verzerrt dargestellt (1. Bsp.: Preußen wäre nicht in den Nordischen Krieg eingetreten (war es sehr wohl, Eroberung von Rügen u.a.), 2. Bsp.: Karl XII. reitet durch die Schlacht bei Poltawa (als er eigentlich nur rumgetragen wurde), 3. Bsp.: Karl XII. hält sich viele Jahre bei Dresden auf (eigentlich nur 2), 4. Bsp.: die Cosel kommt erst nach dem Vertrag von Altranstädt nach Dresden (was aber schon 1705 geschah)...)
die Musik eigentlich fast nie in die Zeit passt (dabei gab es doch viele namenhafte Komponisten im Dresden dieser Zeit),
die Drehorte in der Regel nicht in den Zeitschnitt passen (Zwinger erst in den 1710ern errichtet, taucht hier z.B. 1709 beim Besuch des Königs von Dänemark auf, Pillnitz wird schon um 1706 gezeigt, da selbst das Bergpalais erst 1721 fertiggestellt wurde, vom Wasserpalais ganz zu schweigen, die Hofkirche gar war noch zu Zeiten der Veduten von Bellotto in den 1740ern im Bau begriffen, Festung Stolpen war 1716 noch nicht gesprengt (das hätte man aber auch durch geschickteres Filmen kaschieren können etc. ....)
war der Film ganz OK.

Am besten gefielen mir eigentlich ein paar Schauspieler wie Dietrich Körner als August II. und Alfred Struwe als Flemming, der ab 1712 korrekterweise als Feldmarschall tituliert werden müsste. Wenn die Szene mit der Wette vielleicht auch nicht historisch stimmig ist, so kommt das Verhalten Augusts doch m.E. dem historischen August recht nahe.
Bei den Schauspielern gefiel mir am wenigsten der von Karl XII. (der wie ein Schulbub wirkte und seltsamerweise nicht Karls charakteristische Kurzhaarfrisur hatte!) und die von der Gräfin Cosel.
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Duc de Berry
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BeitragVerfasst am: Do März 14, 2013 7:28 pm    Titel: Antworten mit Zitat

zu diesen Filmen habe ich immer noch ein sehr zwiespältiges Verhältnis.
Überraschend gut an der Ausstattung sind stets die Perücken, das klappt ja sogar bei TV Dokumentationen. Auf die Perücke von August III. bei der Krönung bin ich echt neidisch!

Allerdings finde ich es schade, dass August der Starke immer als alter Sack dargestellt wird, der Mann war sicherlich auch mal jung. Und wenn Gräfin Cosel das "schönste Weib in Sachsen" sein sollte, dann bin ich doch arg froh Hesse zu sein Mr. Green

Zitat:
die Musik eigentlich fast nie in die Zeit passt


ja das Te Deum, dass zur Krönung zu hören ist, stammt von Anton Reicha (1770-1836) ist aber trotzdem ein tolles Werk.
Aber es gibt auch viele Überraschungen, zu einem Hofball hört man eine Chaconne von Lully, dann später z.B. die Ouverture von Hasses Cleofide... man kann da sicherlich nicht vorwerfen, dass man sich keine Mühe gab, was passendes zu finden. Aber ich glaube die Auswertung der "Dresdener Hofmusik" fand erst nach der Wende statt und dann vor allem in Form von Aufnahmen durch die Musica Antiqua Köln.
Da gibts schlimmeres, wie die schon angesprochenen Damenklamotten.

Was mich wesentlich mehr irritiert sind diese endlosen Längen und Szenen die nichts zur Handlung beitragen und letztlich verwirren, wie z.B. die Szene im Hause der Hasses.

Über die Darstellung Friedrich II. weiß ich auch nicht so recht was ich denken soll. Irgendwie passt es, aber irgendwie auch nicht. In jedem Fall ein Unsympath.
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Mo März 18, 2013 2:11 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Duc de Berry hat Folgendes geschrieben:

1.
Was mich wesentlich mehr irritiert sind diese endlosen Längen und Szenen die nichts zur Handlung beitragen und letztlich verwirren, wie z.B. die Szene im Hause der Hasses.

2.
Über die Darstellung Friedrich II. weiß ich auch nicht so recht was ich denken soll. Irgendwie passt es, aber irgendwie auch nicht. In jedem Fall ein Unsympath.

1.
Bin erst dabei "Brühl" anzuschauen. Die Schauspielerriege gefällt mir bis jetzt allerdings durchweg sehr gut (Rolf Hoppe!, Ezard Haußmann, Gunter Schoß). Nur der Beichtvater wirkt mir total deplatziert und unglaubwürdig - der ein Italiener? Uaha!

Nebenbei: Die Szene im Hause Hasse (oder zumindest was ähnliches), kommt auch im Roman vor. Es geht wohl darum, auch den künstlerischen Hintergrund der Zeit irgendwie anzudeuten.

2.
Diese Fluchtszene in "Gräfin Cosel" wirkte einfach so gestelzt. Auch sah man Feldmarschall Flemming dabei, der aber zum Zeitpunkt des Zeithainer Lagers (1730) bereits 2 Jahre tot war.
Nebenbei: Warum trägt eigentlich Flemming nie ne Uniform?

Rein äußerlich hat der Schauspieler vom Kronprinz Friedrich (Silvio Hildebrandt) rein garnichts mit dem historischen gemein, sieht auch zu alt aus im Vergleich zu seinem Vater.

Naja, die Coseln soll ja keine Sächsin sein. Soviel muss ich schon zur Ehrrettung der sächsischen Damen sagen. Aber Du hast schon Recht. Man versteht eigentlich in keiner Szene, warum der August so wegen ihr hin und weg ist. Ich fand sie wenig gut aussehend (gerade auch nach dem Schönheitsideal der Zeit) noch kokett und anziehend (eher prüde und spröde).

Zur Musik: Ich weiß nicht, ob es nicht damals schon (1980er) Vorläufer der Hofkapelle Batzdorf bspw. (die sich ja auf Hasse etc. spezialisiert haben) in Sachsen gab.
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Duc de Berry
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BeitragVerfasst am: Di März 19, 2013 1:07 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Zur Musik: Ich weiß nicht, ob es nicht damals schon (1980er) Vorläufer der Hofkapelle Batzdorf bspw. (die sich ja auf Hasse etc. spezialisiert haben) in Sachsen gab.


kann sein, aber Barockmusik war in der DDR eher ein Stiefkind.
Im Grunde gabs ja nur Ludwig Güttler, der hat damals auch schon Dresdener Komponisten aufgenommen, nebst dem Standart Barockzeugs.

Ganz typisch ist wohl das Leipziger Bach Collegium mit ihm gewesen, aber irgendwie ist das auch sehr klischeehaft besetzt mit Quietsche-Barocktrompete, Oboe, Violine, Cello, Kontrabass und Cembalo - gespielt wurde mit viel Vibrato und immer gleicher Besetzung egal für was.
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BeitragVerfasst am: Di März 19, 2013 1:32 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@ Duc de Berry
Gut. Wäre mir aber persönlich lieber gewesen als der Reicha am Anfang von der "Gräfin Cosel". Die Musik ist wirklich sehr schön. Aber sie katapultiert meine Empfindung einfach ganz herb in eine andere Zeit, eben weil es eine Musik ist, die man nicht unemotional übergehen kann. Vor meinem geistigen Auge sah ich jedenfalls ganz das Gegenteil einer barocken Krönungsfeierlichkeit. Da denke ich (kein Wunder bei Reicha) an die Werke von Méhul, Gossec oder andere großartige Komponisten der 1790er. Wink
Gut vielleicht sollte dies, den Fehler bzw. die nachteiligen Folgen im späten 18.Jh. für Sachsen ankündigen. Sachsen war dann ja bis weit in die 1780er hoch verschuldet...
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Verfasst am: Di März 19, 2013 1:32 pm    Titel: Ähnliche Themen

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Duc de Berry
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BeitragVerfasst am: Di März 19, 2013 6:24 pm    Titel: Antworten mit Zitat

das größte Problem ist, das vieles von der Hofmusik zur Zeit August des Starken bei der Bombadierung durch Friedrich II. in Flammen aufging.
z.B. das gesamte Schaffen von Volumier, dem frz. Ballettmeister und Komponisten am sächsischen Hof ist perdu, ebenso die weltlichen Werke von Schütz.

Das dürfte dann auch die vielen anderen Komponisten betreffen die vor Heinichen, Zelenka und Hasse dort tätig waren.
Aber gerade von Zelenka oder auch Heinichen hätte es nette Vertonungen des Te Deum gegeben.
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BeitragVerfasst am: Mo März 25, 2013 10:58 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin jetzt mit "Graf Brühl" durch. Very Happy

Ich muss sagen, dass mir diese zwei Filme (Der Roman gliedert sich ja auch in 2 Bücher.) deutlich besser gefallen als die zwei zur Gräfin Cosel.

Die Schauspieler sind überwiegend sehr gut und das ist einer der Hauptvorzüge gegen die zwei Folgen zu Gräfin Cosel. Als bester Hauptdarsteller fiel Rolf Hoppe ins Gewicht. Man fühlte sich ja beinahe an das Method Acting eines Rod Steiger erinnert. Egal ob vor musikalischem Genuss dahinschmelzend, höchst betrübt oder in die Enge getrieben von den Hofintrigen - besser kann man das nicht spielen! Sehr gut gefiel mir auch der Darsteller des Grafen Sulkowski, Gunter Schoß, der für mich einfach wirklich den gewieften Strategen (nur in höfischen Ränken) ebenso rüberbrachte wie den letztlich doch einen Ticken schwächeren Gegenspieler Brühls. Irma Münch als die Königin fand ich auch ganz hervorragend, auch wenn sie ihr äußerlich nur ein klein wenig ähnelt. Aber diese königliche Haltung war doch stets erkennbar - die starke Frau neben August III..
Ganz großartig fand ich auch die Schergen auf beiden Seiten, sowohl den Rat Ludovici (Hannes Fischer), als auch Hennicke (Eberhard Esche) und Menzel (Leon Niemczyk). Den Hennicke hätte ich auch glatt als Stasi-Offizier durchgehen lassen, wie zugleich sachlich, aber doch auch wissend er immer dreinblickte. Die Nöte solcher Anhängsel (wie auch die des einen Kammerdieners) mit ihrer Abhängigkeit und letztlich in welch gefährliche Lage sie sich damit persönlich manöverieren konnten, fand ich sehr eindringlich geschildert.
Die größte Fehlbesetzung war für mich die Darstellerin der Fautina Hasse, Marita Böhme. Nicht nur dass die Darstellerin für die Rolle viel zu alt aussah. Sie hörte sich einfach nur an wie eine Straßengöre und nicht wie eine gefeierte Opernsängerin des 18.Jh.. Ich musste die ganze Zeit an die ältere der beiden (prolligen) "Edeldamen" in Helge Schneiders "Texas - Doc Snyder hält die Welt in Atem" denken. Mr. Green
Ähnlich unglaubwürdig war für mich der Darsteller Guarinis, Volkmar Kleinert, der eben nie als der ränkeschmiedende Italiener (!) aussah oder spielte.
Ansonsten war die Darstellerriege aber sehr solide besetzt. Brühl, seine Gemahlin und auch der Festungskommandant vom Königsstein wirkten überzeugend.

Ich habe vorgestern ein bisschen den Roman überfolgen. Einiges wurde im Film etwas überspitzt. Manche Dialogpassagen hingegen sind 1:1 übernommen. Vor allem die Zeichnung des Königs trifft genau das Bild, welches man durch den Roman bekommt. Es ist ein bisschen schade, dass die Handlung ein bisschen dadurch zerfällt, dass ein Teil des Romans schon in dem 2. Film zu Gräfin Cosel vorkommt. Das ehemals vertraute Verhältnis von Sulkowski und Brühl - v.a. wichtig um die eine Medaille mit dem Spruch darauf zu verstehen - geht dadurch ein bisschen verloren.

Mag sich Kraszewski auch einige Freiheiten gegenüber der Geschichte genommen haben, welche die Filmproduktion noch ausbaute (der polnische Erbfolgekrieg wird garnicht erwähnt!), so ist doch ein spannendes Gemälde des sächsischen Hofes entstanden - im Unterschied zu den beiden Filmen zu Gräfin Cosel wirklich packend erzählt. Die Spannung bezieht ihr Pulver sowohl aus den oft dunklen Räumen und Machenschaften wie aus den z.T. sehr guten Schauspielern.

Die Kostüme, die Gläser etc. kann man natürlich komplett vergessen. Die Gewehre bei der Jagd sahen wie Originale aus (die deswegen auch nicht abgefeuert wurden (?)), wirkten daher auch, nicht nur weil es Radschloss- statt Steinschlossgewehre waren, im Vergleich zu den Kostümen deplatziert.

Vielleicht jetzt nicht einer der besten Filme zum Zeitschnitt, aber in Teilen sehenswert. Very Happy
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 06, 2013 10:55 am    Titel: Antworten mit Zitat

Salut!

Passt zwar nicht ganz hier rein, aber ich frage dennoch mal in die Runde, woher diese Filmszenen stammen, die ich bei YT gefunden habe? http://www.youtube.com/watch?v=0Q61rm1IaXI
Auf der einen Seite wirkt es recht stimmig. Die Mannschaftsuniformen sehen zwar nicht korrekt aus, aber auch nicht so arg nach Plastik. Dann scheint es einen ziemlichen Aufwand gegeben zu haben.
Auf der anderen Seite sind natürlich diese Szenen mit dem Robben völliger Schwachsinn. Wozu hätte das ein Linieninfanterist 1745 gebraucht? Und der dicke Louis XV mit den bescheuerten Federn am Hut, wirkt dann natürlich total lächerlich. Scheinbar hatten die Filmemacher einen ganz groben Eindruck von der Schlacht bei Fontenoy (große britische Angriffskolonne gegen die Stellungen v.a. der franz. Garden), vermixten das dann aber mit viel Fantasy. Wie üblich gehen die Soldaten ohne aufgepflanzte Bajonette in den Nahkampf - Sicherheit! Wink Wie bei Braveheart fligen irgendwie Köppe durch die Luft - Action statt Sicherheit! Wink
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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 06, 2013 3:57 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Brissotin hat Folgendes geschrieben:
aber ich frage dennoch mal in die Runde, woher diese Filmszenen stammen, die ich bei YT gefunden habe? http://www.youtube.com/watch?v=0Q61rm1IaXI

Das Youtube-Video kann ich irgendwie leider nicht öffnen... irgend ein Fehler ist aufgetreten Question
Naja, jedenfalls findet sich darunter in den Kommentaren die Frage nach dem Name des Films und als Antwort wird der 2003er-Film "Fanfan der Husar" genannt.
Den Film kenne ich, aber da ich das Video nicht schauen kann, weiß ich nicht, ob diese Antwort stimmt Mr. Green
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Di Mai 07, 2013 10:48 am    Titel: Antworten mit Zitat

MariaAntonia hat Folgendes geschrieben:
Brissotin hat Folgendes geschrieben:
aber ich frage dennoch mal in die Runde, woher diese Filmszenen stammen, die ich bei YT gefunden habe? http://www.youtube.com/watch?v=0Q61rm1IaXI

Das Youtube-Video kann ich irgendwie leider nicht öffnen... irgend ein Fehler ist aufgetreten Question
Naja, jedenfalls findet sich darunter in den Kommentaren die Frage nach dem Name des Films und als Antwort wird der 2003er-Film "Fanfan der Husar" genannt.
Den Film kenne ich, aber da ich das Video nicht schauen kann, weiß ich nicht, ob diese Antwort stimmt Mr. Green

Ah, merci!

Muss ich irgendwie übersehen haben, das erklärt natürlich alles! Very Happy
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Duc de Berry
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BeitragVerfasst am: Fr Mai 17, 2013 8:48 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab noch einen – eher ein Zufallstreffer


„Piratenjagd“ (Kidnapped)

Der saudumme Filmtitel lässt kaum erahnen, dass es sich hierbei um einen wirklich gut gemachten Film handelt, basierend auf einem Roman von Stephenson (Die Schatzinsel)

Es wird das Jahr 1751 geschrieben, der Jakobitenaufstand unter Bonnie Prince Charles ist niedergeschlagen.

Es geht um den jungen Schotten David Belfour, der nach dem Tode seines Vaters zu seinem bisher unbekannten Onkel geschickt wird. Dieser, ein skrupelloser Geizhals, will seinen Neffen schnellsten loswerden – denn dieser hat Ansprach auf seinen Besitz.
So verkauft er David an einen zwielichtigen Kapitän, der David in Amerika auf dem Sklavenmarkt verkaufen will.
Parrallel wird die Geschichte eines Rebellen erzählt, Alan Breck Stuart, der nach wie vor versucht Gelder für den geflüchteten Bonnie Prince Charles zu sammeln.
Durch einen Zufall geht er an Bord des zwielichtigen Kapitäns – David und Alan schließen schnell Freundschaft und verbünden sich gegen die Halsabschneider.
Schließlich kentert das Schiff und die zwei Freunde stranden erneut an der schottischen Küste. Sie werden in die Ermordung des Statthalters der Highlands verwickelt und es beginnt eine wilde Jagd durch die Highlands, bis David schließlich mit Alan seine Rechte durchsetzen kann.


Mit Piraten hat der Film reichlich wenig zu tun.
Vergisst man mal den Filmtitel so kann man einen wirklich schön gemachten Film – mit gewaltiger Überlänge – genießen.
Tolle Landschaftsaufnahmen, gute Schauspieler, tolle Ausstattung. Mag sein, dass es hier und da Freiheiten in Bezug zur Romanvorlage gibt, aber darüber kann man hinwegsehen.


Den gleichen Plot gibt es auch noch als Mehrteiler in einer deutschen Verfilmung aus den 70ern - diese Verfilmung kenne ich jedoch noch nicht
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AustroBavarian
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 27, 2013 5:03 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe mir gestern mal wieder "Farinelli" angesehen. Auch wenn die Handlung wohl zu 99,9 % frei erfunden ist und mit dem echten Farinelli kaum etwas zu tun haben dürfte, liebe ich diesen Film. Diese grandiosen Bühnenbilder und dann diese Stimme!!! (technisch gemischt aus der Stimme einer Sopranistin und einem Counter-Tenor) - im Auto habe ich mir heute gleich noch die Soundtreck-CD reingeschoben.

Und für meine abendliche Fitness-Stunde auf dem Heimtrainer liegt schon die DVD "Sacrifcium" mit Cecilia Bartoli bereit, bei der sie Kastraten-Arien im Schloss und Schlosstheater von Caserta bei Neapel singt.

Diese Musik macht mich süchtig!!!

Hier ein Ausschnitt aus Farinelli:
http://www.youtube.com/watch?v=EVbyR1zJ9DQ

http://www.youtube.com/watch?v=WuSiuMuBLhM

Und hier die Bartoli mit "Sacrificium - Die Kunst der Kastratetn:"
http://www.youtube.com/watch?v=pGnJZYnlmPM

Liebe Grüße
vom AustroBavarian
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Und wenn uns erlaubt ist zu tun, was immer wir wollen, so ist es nicht einfach, stets nur das zu wollen, was richtig ist.
Louis XIV le Grand
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Verfasst am: Mo Mai 27, 2013 5:03 pm    Titel: Ähnliche Themen

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