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Louise de Lorraine-Vaudémont

 
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Trianon
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Anmeldedatum: 04.03.2008
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BeitragVerfasst am: Mo Aug 27, 2012 8:34 am    Titel: Louise de Lorraine-Vaudémont Antworten mit Zitat

Oh toll ein eigener Bereich für die Valois-Familie, das muss ich gleich ausnutzen und die eher weniger bekannten Gattinnen der Könige vorstellen Wink

Louise de Lorraine-Vaudémont (1553-1601) könnte man gut als Aschenputtel der Valois' bezeichnen. Sie war eines von 14 Kindern des Duc de Mercœur und wuchs in Lothringen als stilles, pflichtbewusstes und sehr religiöses Mädchen auf.
Während eines Besuches im Jahr 1574 lernte sie den späteren König Heinrich III. kennen, der auf den Weg nach Polen war um dort die Krone anzunehmen. Er war sehr angetan von Louise, da sie Ähnlichkeit mit seiner großen Liebe - die bereits verheiratete Marie von Clèves - hatte. Nachdem Heinrich französischer König wurde und Marie das Zeitliche gesegnet hat, holte er gegen den Willen seiner Familie Louise zu sich und heiratete sie 2 Tage nach seiner Krönung im Jahr 1575 in der Kathedrale von Reims.

Die neue Königin hatte allerdings nicht viel Freude an ihrem neuen Leben. Ihre Schwiegermutter war nicht sehr angetan von ihr, ihr Ehemann - den sie abgöttisch vererhrte - betrog sie und zu allem kam noch ihre Kinderlosigkeit dazu.
Nachdem ihr Gatte 1589 getötet wurde, zog sich Louise nach Chenonceau zurück, trug nur noch weiße Trauerkleidung - was ihr den Namen "Reine blanche" eintrug - und verfiel in schwere Depressionen. Nach ihrem Tod wurde sie zuerst im Kapuzinerkloster in Paris beigesetzt und 1817 in die Gruft von Saint Denis überführt.
_________________
"Die ehemalige Prinzessin mit ihrem verschleierten Blick, der den Himmel zu suchen schien, und ihrem sanftem Lächeln,
glich einer vom Paradiese herabgestiegenen Heiligen."

Henri Sanson über Mme Élisabeth
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Antoinette
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Wohnort: el culo del mundo

BeitragVerfasst am: Mo Aug 27, 2012 4:49 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab mal versucht, ein paar Infos zu finden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Louise_de_Lorraine-Vaud%C3%A9mont

Wie man sieht, Ergebnisse in deutscher Sprache sind äußerst mager. :(

Etwas auf englisch: http://ann-lauren.blogspot.de/2009/04/16-17th-cent-louise-de-lorraine.html

Aber eine süße Porzellanbüste hab ich gefunden: http://www.ebay.de/itm/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&_trksid=p4340.l2557&rt=nc&nma=true&item=170853728545&si=vdTpJ9lTRgr9XjpiTCfSEgmIByc%253D&viewitem=&clk_rvr_id=380352947636&orig_cvip=true&rt=nc Wink

Und so sah sie aus:

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Marie Antoinette~historical comics
-->Ein Weg zum Humor:das Kahnerium.Kät´n´Tweets.Insta_Kaet.Kät-Toons
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Teresa
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Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: Mi März 28, 2018 10:24 am    Titel: Re: Louise de Lorraine-Vaudémont Antworten mit Zitat

Trianon hat Folgendes geschrieben:
Oh toll ein eigener Bereich für die Valois-Familie, das muss ich gleich ausnutzen und die eher weniger bekannten Gattinnen der Könige vorstellen Wink

Louise de Lorraine-Vaudémont (1553-1601) könnte man gut als Aschenputtel der Valois' bezeichnen. Sie war eines von 14 Kindern des Duc de Mercœur und wuchs in Lothringen als stilles, pflichtbewusstes und sehr religiöses Mädchen auf.
Während eines Besuches im Jahr 1574 lernte sie den späteren König Heinrich III. kennen, der auf den Weg nach Polen war um dort die Krone anzunehmen. Er war sehr angetan von Louise, da sie Ähnlichkeit mit seiner großen Liebe - die bereits verheiratete Marie von Clèves - hatte. Nachdem Heinrich französischer König wurde und Marie das Zeitliche gesegnet hat, holte er gegen den Willen seiner Familie Louise zu sich und heiratete sie 2 Tage nach seiner Krönung im Jahr 1575 in der Kathedrale von Reims.

Die neue Königin hatte allerdings nicht viel Freude an ihrem neuen Leben. Ihre Schwiegermutter war nicht sehr angetan von ihr, ihr Ehemann - den sie abgöttisch vererhrte - betrog sie und zu allem kam noch ihre Kinderlosigkeit dazu.
Nachdem ihr Gatte 1589 getötet wurde, zog sich Louise nach Chenonceau zurück, trug nur noch weiße Trauerkleidung - was ihr den Namen "Reine blanche" eintrug - und verfiel in schwere Depressionen. Nach ihrem Tod wurde sie zuerst im Kapuzinerkloster in Paris beigesetzt und 1817 in die Gruft von Saint Denis überführt.


Aussagen, wie dass die neue Königin nicht viel Freude an ihrem neuen Leben hatte, würde ich mit Vorsicht betrachten. Gibt es dafür Belege wie zum Beispiel Briefe? Louise ist sicher nicht die einzige hohe Dame, auf die die Vorstellung späterer Generationen zur Frauenrolle übertragen wurde oder die zur Diffamierung ihres Ehemannes oder anderer Personen eine märtyrerähnliche Position zugestanden wurde.

Ein weiteres Klischee ist die Schwiegermutter, doch ist zu hier zu berücksichtigen, dass dies auch anderen französischen Königinnen (und nicht nur französischen Königinnen) nachgesagt wird. Da haben wir zum Beispiel Marguerite de Provence (Ehefrau von Ludwig (IX.) dem Heiligen oder Maria Stuart (Ehefrau von Franz II.)
Ein Indiz dafür, dass Katharina von Medici und Louise von Lothringen in Wirklichkeit gut miteinander ausgekommen sind: Katharina vermachte das Schloss Chennonceaux, das als ihr Lieblingsschloss gilt, ihrer Schwiegertochter.

Offensichtlich war Louise standesgemäß, die Herzöge von Lothringen waren durch mehrere Eheschließungen enge Verwandte des französischen Königshauses der Valois (und standen auch in Verwandtschaftsbeziehungen zu anderen Herrscherfamilien oder reichsfürstlichen Familien).

Der jüngere Bruder von Henri III. ist als (letztlich erfolgloser) Dauerbewerber um Königin Elizabeth I. von England in die Geschichte eingegangen. Der ältere Bruder Franz II. war mit Maria Stuart verlobt, der andere ältere Bruder Charles IX. mit Elisabeth von Österreich, einer Tochter von Kaiser Maximilian II.

Im Vergleich zu diesem drei Damen dürfte die Herkunft von Louise gerade für die späteren Generationen doch sehr bescheiden gewirkt haben. Hinzu kommt noch, dass sie viele Geschwister hatte und der Gewinn, den Henri III. aus dieser Ehe zog, nicht so recht zu erkennen ist. (Zumindest für die späteren Generationen der Historikerinnen und Historiker, vielleicht aber bereits für Zeitgenossen und Zeitgenossinnen.)

Louise und Henri hatten keine Kinder, die erwachsen wurden oder gar Spuren hinterlassen haben. (Ob die Ehe überhaupt kinderlos war, es nur Fehl- und Todgeburten gab oder die Kinder daraus nur kurz am Leben blieben, wäre eine eigene Frage.) Damit starb die männliche Linie der Valois-Familie mit ihm aus.

Erst Ende des 20. Jahrhunderts findet sich die ersten Ansätze in der Geschichtswissenschaft die Aktivitäten einer Herrscherin mehr Aufmerksamkeit zu schenken und nicht automatisch auf eine weibliche bzw. unwichtige Privat-Sphäre zu begrenzen. Zuvor wurden eigentlich nur Frauen als politisch tätig akzeptiert, die als Herrscherin aus eigenem Recht oder als Regentin für unmündige Söhne in Erscheinung getreten waren (sogar die Vertretung für abwesende Ehemänner wurde nur in Ausnahmefällen als politische Tätigkeit angesehen.)

Louise war offensichtlich nie Regentin für Henri III. oder hatte einen eigenen Länderbereich, in dem sie de facto ihn vertreten konnte. (Zudem dürfte sie hier im Schatten ihrer Schwiegermutter gestanden haben.)

Berücksichtigt man, dass Henri III. und seine Mutter historisch lange sehr negativ gesehen wurden, überrascht es eigentlich, dass Louise insgesamt als brave Ehefrau und Dulderin überlebt hat. Aber auch hier lässt sich nicht beurteilen, ob Louise einfach zu jenen Persönlichkeiten gehörte, die aufgrund ihrer Lebensführung über jeglichen Verdacht erhaben waren oder ob sie zum positiven Gegenpool stilisiert wurde. (Vorstellbar ist auch, dass ihre Unauffälligkeit ihr später positives Image als "Lichtfigur" verursacht hat.)

Wahrscheinlich teilt Louise das Schicksal vieler Herrscherinnen, die in der Geschichtsschreibung gewöhnlich als unbedeutend, da politisch angeblich inaktiv, abgetan wurden.
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