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Marguerite de Valois (Reine Margot), 1553-1615

 
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eliasdo
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BeitragVerfasst am: Fr Aug 24, 2012 7:53 pm    Titel: Marguerite de Valois (Reine Margot), 1553-1615 Antworten mit Zitat

Ich freue mich über den Valois Bereich und eröffne gleich einen neuen Thread.

Denn eine der der interessantesten Personen aus der Zeit des französischen Ancien Régime (in meinen Augen) stammt aus der Maison de Valois: Marguerite de Valois, auch bekannt als Reine Margot.

Sie war nicht nur die Tochter von Henri II. und Catherine de Médicis, Schwester der drei Könige Charles IX., François II. und Henri III., sondern auch letzte lebende und direkte Nachfahrin der königlichen Valois Dynastie, erste Ehefrau des ersten Bourbonen auf dem Doppelthron von Frankreich und Navarra, Henri IV. und durfte selbst nach der Annulierung der Ehe bis an ihr Lebensende den Titel der Königin von Frankreich und Navarra fortführen, auch wenn sie diesen ab Dezember 1600 mit seiner zweiten Frau Marie de Médicis, der wahren Königin teilen musste.

Sie war stetig den Launen ihrer Brüder ausgesetzt nachdem sie in heiratsfähigem Alter wieder an den Louvre geholt wurde. War in Zwistigkeiten mit der Familie verwickelt, erdachte Intrigen und verstand sich zwischendurch auch gut mit ihr. Sie "gestand" Affären mit ihren Brüdern, was diese teilweise auch bestätigten. Es ist aber nicht wirklich bewiesen ob dies stimmte oder ob sie diese erzählte um einen Vorteil daraus zu gewinnen bzw jemanden zu kompromittieren. Schließlich wechselte Sie auch die Fronten zwischen Ihnen, verbündete sich erst mit ihrem Bruder Heinrich und schlug sich dann auf die Seite ihres kleinen - von den anderen verachteten - Bruders Alençon. Den sie als Thronfolger etablieren wollte. Sie hatte auch eine Affäre mit dem Duc de Lorraine-Guise bzw liebte diesen, die Verbindung wurde ihr aber von der Mutter Catherine de Médicis und ihrem Brüdern Henri und François II. Untersagt. Die längst ahnten, dass die Guisen mit allen Mitteln versuchten auf den Thron zu gelangen.

Margot erlebte die wirren Zeiten der Religionskriege direkt vom Louvre aus, sie wurde von ihrer Mutter und dem Bruder als Spielball und Unterpfand zwischen den Religionen eingesetzt. Und es wurde die Hochzeit mit Henri III. de Navarra arrangiert, den sie nicht heiraten wollte weil er in ihren Augen ein Bauer und obendrein Hugenotte war. Ihre Hochzeit mit ihm hat bis heute den bitteren Beigeschmack der Bartholomäusnacht, die während der mehrtägigen Feierlichkeiten stattfand und deshalb auch die Bluthochzeit genannt wird.

Ihr frisch angetrauter Gatte wurde im Louvre festgesetzt bis ihm viel später die Flucht gelang, ohne Margot. Die 1582 von ihrem Bruder, dem König Henri III. (françois II. war zwischenzeitlich gestorben) vom Hof und aus Paris verbannt wurde.

Später musste sie in die Scheidung von ihrem Mann einwilligen und kehrte illegal nach Paris zurück wo sie um das ihr zustehende Erbe ihrer Mutter kämpfen wollte. 1607 zog sie endgültig in die Hauptstadt zurück und unterhielt den ersten Salon der Stadt. sie förderte Künstler und gab unzählige Empfänge.

Reine Margot wurde - seltsamerweise - eine sehr enge Vertraute der Königin Marie de Médicis. Durfte sogar deren Krönung beiwohnen und bestärkte und unterstützte Maria in deren Regentschaft nach dem tödlichen Attentat auf Heinrich IV. einen Tag nach Marias Krönung. Marie de Médicis ließ sich von ihrer Vorgängerin beraten und empfing sie oft auch bei Bällen und Vergnügungen. Margot übernahm sogar Aufgaben des Protokolls, wie Treffen, Empfänge und Verhandlungen im Namen von Marie de Médicis. Margot machte den älteren Sohn von Marie, den späteren Louis XIII. zu ihrem alleinigen Erben und sie wurde sogar Patin von Gaston, dem jüngeren Bruder von Louis. Beide mochten sie sehr gerne.

Um Margot ranken sich viele Geschichten und Mythen, da sie als Frau ihrer Zeit sehr weit voraus war. Sie sagte was sie dachte, war stolz, verschwenderisch, mischte sich ein, hatte Liebhaber (wahrscheinlich weniger als man munkelt) und genoß ihr Leben in vollen Zügen. Das gefiel nicht jedem zu ihrer Zeit am Hof und es wurden viele Geschichten über sie verbreitet die sie verunglimpften aber anscheinend war ihr das Egal. Sie verlangte die selben Freiheiten, die für die Männer der Renaissance ganz normal waren.

Sie gilt auch als eine der ersten Memoirenschreiberin königlichen Geblüts weltweit (sie verfasste ihre Autobiografie in Form von Memoiren).

Auch sie wird im Juli 1616 in Saint-Denis beigesetzt, nachdem sie bereits im März 1615 gestorben war. Aber auch ihr Grab wird während der Revolution zerstört und ihre sterblichen Überreste in ein Massengrab geworfen.

Alles in allem bin ich der Meinung, dass sie (unbeabsichtigt) ein sehr abwechslungsreiches Leben mit vielen Höhen und Tiefen geführt hat und um sie herum zeitbedingt sehr viele wichtige Ereignisse der französischen Geschichte stattfanden. Leider habe ich es noch nicht geschafft ihre Memoiren zu lesen, da noch so viel auf der Liste steht aber ich bin schon sehr sehr gespannt!
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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Mo Aug 27, 2012 8:41 am    Titel: Antworten mit Zitat

Eine wirklich interessante Frau, das muss man sagen.

Ich poste hier mal die Beiträge aus dem einstigen Bourbonen-Forum:

Princesse hat Folgendes geschrieben:
Beitrag vom 10.12.2008, 10:37 Uhr:


Die erste Ehefrau von Henri de Navarre: http://de.wikipedia.org/wiki/Margarete_von_Valois

Eine Tocher von Katharina de Medici. Ihre Hochzeit und die blutige Bartholomäusnacht muss traumatisch für Marguerite und Henri gewesen sein.

Die Spannungen zwischen Katholiken und Hugenotten prägten ihr Leben und auch ihr Verhältnis zum zunächst hugenottischen Henri de Navarre.

Die beiden sahen sich die beiden selten (Marguerite wurde aufgrund von Intrigen gegen ihren Bruder, den König, für längere Zeit aus Paris verbannt) und führten uneheliche Beziehungen. Über Marguerites unkonventionellen Lebensstil wissen wir aus ihrer Autobiographie, die sie als eine der ersten Frauen überhaupt verfasste.

Schließlich wurde die kinderlose Ehe annulliert und Henri, nunmehr katholisch und französischer König, heiratete Maria de Medici.

Glaubt ihr, sie haben sich trotz allem geliebt?


MariaAntonia hat Folgendes geschrieben:
Beitrag vom 10.12.2008, 11:11 Uhr:


Ich glaube nicht, dass sich die beiden geliebt haben.
Zum einen ist das unter königlichen Eheleuten eh kaum der Fall gewesen - wenn, dann hat man sich höchstens respektiert und gemocht.

Aber, Marguerite war in meinen Augen irgendwie so eine Lebenslustige, die stets mit dem Hof und ihrer Mutter aneckte, ihrem Mann mit der Mätressen-/Günstlingswirtschaft in nichts nachstand und das Leben in vollen Zügen genoss.
Soweit ich weiß, wurde sie hin und wieder vom Hof verbannt.

Kann mir vorstellen, dass sie nicht gerade eine Vorzeige-Prinzessin war.
Alexandre Dumas unterstellt ihr ja sogar intime Beziehungen zu ihren Brüdern - zumindest spricht das die Verfilmung von "La Reine Margot" an.

Dann wird sie auch noch mit einem Verwandten verheiratet, von dem sie weiß, dass der ganze Hof ihn wegen seiner Religion verachtet.
Die Bartholomäusnacht an der Hochzeit ist zudem nicht gerade förderlich, eine innige Beziehung zum Gatten aufzubauen.

Ich glaube eher, die beiden haben teils mehr schlecht als recht zusammen gelebt, naja und manchmal auch gar nicht, weil Marguerite mal wieder verbannt war Very Happy

Später jedoch schien sie ein recht gutes Verhältnis zu ihrem Ex-Mann und dessen neuer Frau Marie de Medicis gehabt zu haben.


Princesse hat Folgendes geschrieben:
Beitrag vom 10.12.2008, 11:19 Uhr


Da stimme ich dir vollkommen zu...

Ich glaube auch ihr negatives Bild in der Nachwelt hängt auch viel mit ihrer Mutter, Katharina de Medici zusammen, die ja regelrecht als "Hexe" verschrien war (obwohl sie ein äußerst schweres Schicksal zu tragen hatte, mit dem Tod so vieler ihrer Kinder)... nun ja, an Intrigen und gerüchteweise gar an der Bartholomäusnacht war sie jedenfalls wirklich nicht unschuldig. Dieses "Image" färbte wohl auf Marguerite auch ab...

Traurig finde ich auch, wie ihre erste große Liebe der Staatsräson geopfert wurde. Henri de Lorraine wurde einfach mit Catherine de Clèves verheiratet und sie konnte ihn nie wiedersehen. Das ist wohl einer der Gründe, warum sie fortan verbittert war und Henri nicht lieben konnte... Wahrscheinlich wollte sie ab da nur noch ihren Spass haben.


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Trianon
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BeitragVerfasst am: Do Jul 04, 2013 5:51 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich konnte gestern bei einem Spaziergang in Wien auf der Wollzeile bei einem Buchhändler/Antiquariat - neben einer Biografie von Mme Roland - auch eine Ausgabe der Memoiren von Marguerite de Valois aus dem Jahr 1922 erstehen.
War total aus dem Häuschen als ich sie zufällig beim druchsehen gefunden habe. Freu mich schon sehr darauf ihre Berichte zu lesen und hoffe doch einiges Interessantes herauszufinden Smile
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Johanna_Gabriela
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BeitragVerfasst am: So Dez 01, 2013 5:46 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe über Margot auch einiges gelesen, nämlich hier:
Benedetta Craveri, Königinnen und Mätressen, 2. Auflage, München, 2010

"La reine Margot - Die verlorene Krone" - Seite 69/Seite 99.

Arme Margot. Sie hätte Königin von Frankreich werden können, wären da nicht ihre Brüder im Weg gewesen. Von ihrem Mann ganz zu schweigen.
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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Mo Dez 02, 2013 9:28 am    Titel: Antworten mit Zitat

Johanna_Gabriela hat Folgendes geschrieben:
Arme Margot. Sie hätte Königin von Frankreich werden können, wären da nicht ihre Brüder im Weg gewesen. Von ihrem Mann ganz zu schweigen.

Naja, was das angeht, darf sie sich nicht beschweren, sie hatte schließlich mehr Chancen, Königin von Frankreich zu sein, als jede andere frz. Prinzessin überhaupt.
Ersteinmal war das Los frz. Prinzessinnen eher das, ins Ausland an einen ungeliebten, häufig verfeindeten Königshof verheiratet zu werden.
Das blieb ihr erspart, als Gemahlin von Heinrich durfte sie in ihrer Heimat bleiben - sogar mit der Chance, Königin ihres eigenen Landes zu werden.
Sie war kein Kind von Traurigkeit und mich wundert es nicht, dass Heinrich eine andere zu seiner Gemahlin und Königin zu machen.
Dennoch behielt Marguerite den Titel der Königin und lebte in ihrem Land, residierte wie eine Königin, war der Mittelpunkt ihres eigenen Hofstaates UND zudem blieb sie mit dem Königspaar befreundet - da sollte man sie eher nicht bedauern, sondern beglückwünschen Wink

Wie gesagt, als frz. Prinzessin hätte es sie wahrlich schlimmer treffen können.

Johanna_Gabriela hat Folgendes geschrieben:
wären da nicht ihre Brüder im Weg gewesen.

Auch hier nochmal: Dass sie überhaupt dank ihrer Heirat mit Heinrich die Chance erhielt, Königin ihres eigenen Heimatlandes zu werden, war eine riesige Ausnahme. Wegen der Gesetze in Frankreich standen nicht ihre Brüder ihr im Weg, sondern die Tatsache, dass sie als Frau grundsätzlich kein Anrecht auf den Thron hatte.
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Verfasst am: Mo Dez 02, 2013 9:28 am    Titel: Ähnliche Themen

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Johanna_Gabriela
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BeitragVerfasst am: Mo Dez 02, 2013 7:10 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wegen der Gesetze in Frankreich standen nicht ihre Brüder ihr im Weg, sondern die Tatsache, dass sie als Frau grundsätzlich kein Anrecht auf den Thron hatte.


Wer hat die Gesetze gemacht ? Eh klar, die Männer.

Das finde ich unfair. Crying or Very sad

Gut, dass sich seit damals inzwischen so manches geändert hat vgl. z.B. Elisabeth I. (1533-1603), Victoria (1819-1901), wobei bei letzerer auch der Zufall (Tod des Vaters, keine legitimen Nachkommen des Onkels bzw. die legitimen früh verstorben) eine Rolle gespielt hat.

Wie meinst du das mit: "Sie (Margot) war kein Kind von Traurigkeit." ? Hat sie ihren Mann betrogen ?

Quod licet Minerva, non licet Serva. (das bekannte Sprichwort abgewandelt).

Pffh. Wieder unfair. Die Männer dürfen fremdgehen, die Frauen nicht.
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eliasdo
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BeitragVerfasst am: Mo Dez 02, 2013 8:13 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Johanna_Gabriela hat Folgendes geschrieben:
Wie meinst du das mit: "Sie (Margot) war kein Kind von Traurigkeit." ? Hat sie ihren Mann betrogen?


"Margot" entsprach einfach nicht dem gängigen Frauenbild ihrer Zeit, bzw hat sich nicht in die damals einer Frau zugedachten Rolle hineindrängen lassen.
Nicht nur in Bezug auf ihr "Liebesleben". Sie galt bei Zeitzeugen als Stolz und freigiebig, redegewandt, wissensdurstig, sehr gebildet und aufgeschlossen gegenüber den Wissenschaften.

Um sie ranken sich ja auch viele Gerüchte und Geschichten, teilweise belegt, teilweise aus Ihren Memoiren, teilweise nicht wirklich belegt. Wie es sich halt so mit den diversen "Quellen" vergangener Zeiten verhält. Und das gilt natürlich besonders für Paradiesvögel wie Marguerite. Sie selber hat diese Gerüchte niemals kommentier oder etwas dagegen unternommen, was die Gerüchteküche bis heute natürlich noch weiter angefacht hat.
Von Orgien, Affairen etc mit ihrem Bruder (oder auch unter anderem mit ihm), bis ihn zu Ihrer Haltung in Bezug auf die eigenständige Wahl eines Gatten (woraus ja letztendlich bekanntlicherweise nichts wurde), erzählen Autoren und Biografien ja viele Sachen. Zumindest wegen der Gerüchte in Bezug auf ihren Bruder, mussten sich beide in jungen Jahren einer Anhörung/Untersuchung Fügen. ich weiß aber aus dem Stehgreif grade nicht, was die Konsequenz war. ich meine, dass sie für einige Jahre zur Sicherheit (standesgemäßen Erziehung) im Einverständnis oder auf Anweisung Ihrer Mutter Catherine de Médicis "ausquartiert" wurde und erst später an den Louvre zurückkehren durfte. Kann das gerne nochmal nachschlagen.
Wie viel Wahrheit in diesen unterschiedlichen Quellen liegt, wieviel hinzugedichtetes um ihr zu schaden, wird man wohl nicht mehr wirklich ermitteln können.
Flirts und Liebhaber werden ihr sehr viele (auch sehr bekannte, wie Henri la tour d'auvergne), allerdings sind all diese nicht wirklich belegt. Als sicher belegt gilt ihre Beziehung zu Henri I. de Lorraine (Haus Guise)

Schlecht wird es ihr aber nicht gegangen sein, schon gar nicht, nachdem Sie sich nach Ihrer Verbannung vom Hof dennoch irgendwann wieder in Paris niederließ. Es wird berichtet, dass sie sehr großzügig und verschwenderisch gelebt hat, der ihr gebliebene Titel einer Königin von Frankreich wird ihr neben dem verbliebenen Valois vermögen sicherlich ein gutes Leben ermöglicht haben. Wie oben schon erwähnt stand sie ja ab einem gewissen Zeitpunkt der Regentin Marie de Médicis (sogar zu deren Krönung war sie Anwesend -> siehe auch Gemälde von Rubens) und vor allem deren Sohn Louis sehr nah, den sie zu ihrem Alleinerben einsetzten. Von seinem Bruder Gaston wurde sie Patentante. Marie holte wohl sogar oft Margots Rat in unterschiedlichen Angelegenheiten ein. In ihrem Hôtel gaben sich irgendwann auch viele Persönlichkeiten die Klinke in die Hand...

Lange Rede kurzer Sinn: Margot war ein doch für ihr Zeitalter sehr freier Geist mit einem gar nicht so schlechten, unterdrückten Leben :) Mit ihrem Geld, Beziehungen und Einfluss aber ohne die doch oft mühselige Verantwortung einer Regentin oder Königin, war sie wahrscheinlich viel besser dran in in ihrer Position
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Trianon
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BeitragVerfasst am: Mi Dez 04, 2013 11:40 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube auch nicht unbedingt dass es Marguerite darauf angelegt hätte eine regierende Königin zu werden, sie war zwar ihrer Zeit durchaus voraus, aber die Rolle der Renaissancefürstin als Kunstmäzenin und gepriesene Schönheit hat ihr sicherlich mehr zugesagt als Regierungsgeschäfte.
Sie hat mit dieser besonderen Rolle als Titelträgerin und dem damit verbundenen Status sicherlich besser ihr Leben leben können als als wirkliche Königsgemahlin. So war es ihr frei zu entscheiden was sie tun wollte und ich denke dass ihr das besonders wichtig war, nachdem ihr zuerst ihre Mutter und ihre Brüder alles vorgeschrieben haben und sie dann in dieser Ehe "feststeckte". Da hätten mit Sicherheit so einige Frauen mit ihr tauschen wollen damals...
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Johanna_Gabriela
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BeitragVerfasst am: Fr Dez 06, 2013 4:39 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Trotzdem mag ich sie nicht besonders gut leiden. Wink

Jedem das sein.

MA ist mir tausend Mal lieber von ihrer Art und ihrem Verhalten her.
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Verfasst am: Fr Dez 06, 2013 4:39 pm    Titel: Ähnliche Themen

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