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Königin Maria Leszczynska (1703-1768)
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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Do Aug 25, 2011 3:57 pm    Titel: Königin Maria Leszczynska (1703-1768) Antworten mit Zitat

Maria Leszczyńska
(23.06.1703-24.06.1768)
Ehefrau von König Louis XV
Königin von Frankreich und Navarra



Beim Schauen des Films "Louis XV - Abstieg eines Königs" haben sich mir ein paar Fragen zur Königin aufgeworfen.

Besonders überrascht hatte mich, dass die Königin in ihrer Trauer um den verstorbenen Sohn total abwesend wie im Trance wirkte und in düsterer Vorahnung ihren eigenen baldigen Tod sah. Dabei hielt sie einen Stock in der Hand, der mit einem Totenkopf geschmückt war.
Dieser Fakt wurde bereits in der Animé-Serie "Chevalier d'Eon" aufgegriffen. Ich fand das darin total skuril und tat diese esoterische Art der Königin als reine Fiktion ab.
Nun aber wird genau das explizit im Dokufilm thematisiert, ohne dass genauer darauf eingegangen wird.
Was steckt dahinter ? Beruht dies auf Tatsachen ?
Weiß das jemand zufällig ?


Woran starb die Königin eigentlich ?
Im web findet man nur Aussagen, die - wie im Film - darauf hinweisen, dass sie vor Kummer starb.
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eliasdo
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BeitragVerfasst am: Fr Aug 26, 2011 8:51 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo MariaAntonia. Ich Versuch dir mal zu helfen. Laut Cronin's Biographie über Louis XVI und MA (er bezieht sich an dieser stelle auf Mme Campan) war Maria sehr sehr ängstlich und geisterfürchtig (strengst katholische Königin aus Polen). Geister und übrigens Mäuse jagten ihr die größte Angst ein.

Sie schuf irgendwann die neue Mode, sich in den Anblick eines Totenschädels zu vertiefen um sich so die Eitelkeit weltlicher Dinge bewusst zu machen. Ihr Schädel war mit zöpfen verziert und mit Kerzen beleuchtet (wohl nicht der Stab den sie im Film in der Hand hielt). Das greift eine frühe kunstart auf, die Genre Malerei. Diese berief sich ja auf den Grundsatz "Memento morii", gedenke dem Tod. Diese Malerei sollte dem Betrachter die Vergänglichkeit der Jugend und des Lebens vor Augen führen. Und genau das praktiziert Maria Leszczińska später in ihrer Zeit mit dem Totenkopf. Ihrer soll angeblich der Schädel der Courtisane Ninon de Lenclos gewesen sein, aber das halte ich eher für reinen Hoftratsch Wink

Maria passte halt nicht wirklich nach Versailles. Der Prunk und die Verschwendungssucht waren nicht in ihrem Sinne. Deshalb bildete sich um sie ja auch eine eigene Gruppierung auf der anderen Seite von König, Pompadour und Choiseul. Sie hatte ihren Sohn, den Dauphin, ihre Schwiegertochter und die Mesdames auf ihrer Seite. Die ja alle eher gläubig orientiert waren und die nicht einverstanden mit dem Leben des Königs und vor Allem der Pompadour waren.

Sie war ja auch 6 Jahre älter als Louis und nicht aus den selben Adelskreisen gekommen. Weshalb sie den meisten in Versailles gesellschaftlich leider völlig unterlegen. Laut den Höflingen war sie auch nie der Mode nach gekleidet sondern trug seltsame Pelze und Pfauenfedern und weigerte sich strikt Rouge zu tragen.

Alles in allem liebte sie ihren Mann jedoch über alles, was aber nicht wirklich erwidert wurde vom König.

Ich mag sie zumindest sehr gerne weil ich sie sehr menschlich und angenehm finde. :)

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen?!
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"jamais vous ne trouverez une amie plus vraie et plus tendre que moi" (Mme Élisabeth)


Zuletzt bearbeitet von eliasdo am Sa Aug 27, 2011 3:26 pm, insgesamt einmal bearbeitet
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Antoinette
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BeitragVerfasst am: Sa Aug 27, 2011 3:01 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Das Maria nicht so in Versailles reinpasste, hatte ich mir auch gedacht. Aber leider kann ich dir bezüglich der Todesursache auch nicht helfen :(

Aber Danke für die Infos, Elias!
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saludos cariñosos
Antoinette
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eliasdo
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BeitragVerfasst am: Sa Aug 27, 2011 3:45 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke das sie zumindest nicht an einer Krankheit starb. Nach dem Tod einiger Ihrer Kinder starb 1765 der Dauphin, das jahr darauf ihr Vater und 67 auch noch die Dauphine (die übrigens wirklich mehr oder weniger vor Trauer starb. Das Essen verweigerte, in sich zusammenfiel und dann so ausgemergelt war, dass sie keine Kraft mehr hatte eine Krankheit zu überstehen). Dazu kamen bei Maria noch all die Sorgen und Gedanken um den Lebenswandel ihres Gatten und der fortwährende (glanzvolle und einflussreiche) Anblick der Pompadour bei Hofe und die zweigeteilten Lager in denen es stetig zu Anschuldigungen und hässlichen Gerüchten kam, besonders von der Seite Choiseuls....

Puh, das ist sicherlich zu viel für eine eher in sich gekehrte, 65-jährige Frau. Ihr Alter wird wahrscheinlich der Hauptgrund für ihren Tod gewesen sein aber all das negative Drumherum und die Trauer wird natürlich ein übriges dazu getan haben. Die Psyche hat da ja leider oft sehr viel mit zu tun.
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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Sa Aug 27, 2011 4:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die aufklärenden Beiträge Very Happy

Zitat:
Ihr Schädel war mit zöpfen verziert und mit Kerzen beleuchtet

Ich glaube, dann ist die Darstellung im "Chevalier d'Eon"-Anime sogar noch besser als jetzt im Film. Denn wenn ich mich richtig erinnere, wurde dieser Schädel - der im Anime mit der Königin sprach - kindlich dargestellt und hieß "Belle" oder so... da muss ich nochmal nachschauen.
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Johanna_Gabriela
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BeitragVerfasst am: So Aug 28, 2011 1:35 pm    Titel: Antworten mit Zitat

65 Jahre und 1 Tag alt - ist ja krass. Shocked

Abgesehen davon tut mir Maria leid: Weniger wegen dem Verheiratet werden, sondern vielmehr wegen dem großen Kindersegen: 8 Töchter, 2 Söhne - davon sterben einige im Kindesalter.

Der Mann hält sich - etwas überspitzt formuliert - für "Gott" d.h. ist von sich selbst überzeugt, nur ja keine Fehler zu machen etc.

Möge Maria in Frieden ruhen.
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Madame Victoire
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BeitragVerfasst am: Mo Sep 05, 2011 5:28 pm    Titel: Antworten mit Zitat

eliasdo hat Folgendes geschrieben:


Sie war ja auch 6 Jahre älter als Louis und nicht aus den selben Adelskreisen gekommen. Weshalb sie den meisten in Versailles gesellschaftlich leider völlig unterlegen.


Ich habe irgendwo gelesen (ich glaube in dem Buch "Behind the scenes in Versailles"), daß sie darunter auch sehr litt. Ihr Vater wäre ja eigentlich König von Polen gewesen, aber leider waren er und seine Familie völlig verarmt. Das seine Tochter den König von Frankreich heiratete war für ihn ein reiner Glücksfall. Als er nach Versailles kam, um dem Brautpaar einen Besuch abzustatten, wurde er zwar mit allen Ehren empfangen, so als wäre er wirklich König von Polen. Doch hinter seinem Rücken machten sich die Höflinge lustig über seine schäbige unmodische Kleidung.

Maria Lescziniska war es auch, die mit einer lästigen Etikette brach: Sie entschied sich den Handkuss abzuschaffen,den der Dauphin, die Dauphine und Mesdames ihr jedesmal geben mußten, wenn sie ihr begegneten.
Sie meinte, es würde reichen, wenn sie ihr den Handkuss nur bei der ersten und der letzten Begegnung des Tages geben würden.
Bei den Höflingen löste diese Änderung der Etikette eine Welle der Empörung aus. Sie meinten, damit wäre das Ende jeglichen Respekts und Verehrung gekommen.
Das machte sie noch unbeliebter.



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eliasdo
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BeitragVerfasst am: Mi Aug 08, 2012 5:00 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Erweiterung meines -> geposteten Beitrags im Thread
"-> Fehlen von Mätressen - Mit-Ursache für MAs schlechten Ruf ?"

(dort musste ich einen Ausflug machen, durch den ich wahrscheinlich zu sehr vom Thema weggedriftet wäre! Ich finde den Vergleich der beiden Königinnen in Bezug auf ihr öffentliches Ansehen im Zusammenspiel mit dem Faktum "Ehegatten mit- und ohne Maîtresse" aber sehr interessant... Deshalb hier nun der ausführlichere Bereich über Marie Leszczyńska)


Diesen folgenden Vergleich finde ich nun ganz interessant, da er zeigt wie sehr starke Maîtressen von der Königin ablenken konnten, wenn dieses sogar teilweise die selben Laster an den Tag legte, die Marie-Antoinette negativ angerechnet wurden

Marie Leszczyńska contra Mailly-Neslé, Madame de Pompadour & Co.

Wie Marie-Antoinette am Anfang, war ihre direkte Vorgängerin Marie Leszczyńska - ebenfalls eine "Ausländerin" (allerdings verbündetes Ausland) ja eine sehr beliebte Königin. Jedoch wuchs ihre Beliebtheit, obwohl sie ebenfalls ihre Makel hatte und in ihrem Selbstverständnis sicherlich nicht viel anders war, als andere Adelige ihrer Zeit. Während das Ansehen des Königs immer geringer wurde, wuchs das der Königin. Denn während er seine Maîtressen aushielt, wurde sie immer frommer, betätigte sich sehr karitativ und bekam den Beinamen "die gute Königin".

Ich denke, dass sie zwangsweise nie unangenehm auffallen konnte, da sich der Blick der Öffentlichkeit (Volk und Hof!!) auf die Eskapaden ihres Mannes, seine unzähligen Liebschaften und vor allem auf seine "starke" oder besser gesagt "auffällige" Maîtresse, die Marquise de Pompadour fiel. Deren Verhalten bzw einfaches Dasein völlig von der König ablenkte.

Denn so gut, hilfsbereit und vor allem sozial engagiert Marie Leszczyńska auch war, auch sie hatte ihre Laster, die gar nicht mal so weit von denen Marie-Antoinettes entfernt waren.

- ihre Schwäche für Essen und Süßes im Überfluss, dass nicht nur die Kasse ihrer Maison Bouche belastete, sondern ja auch von einer gewissen "Maßlosigkeit" zeugt.
- ihre Vorliebe für das Spielen. Sie häufte dabei immense Spielschulden an.
- ihr soziales Engagement. Sie stiftete, half Bedürftigen oder auch verarmten Adeligen, spendete Lebensmittel und sogar ihre alte Wäsche. Dies hinterlies einen weiteren Schuldenberg.

Ihr Gatte übernahm - im Gegensatz zu Marie-Antoinette's Louis XVI. - nicht einmal die Rechnungen. Die wurden letztendlich von ihrem Vater bezahlt, mit dem sie sehr verbunden war. Sogar von ihrem Erbe, kurz vor ihrem eigenen Tod, machte sie noch eine Stiftung (mir fällt der Name grade nicht ein, aber mit dem selben Konzept wie Saint-Cyr von Madame de Maintenon).

Auch dies wurde ihr dann wieder gut angerechnet. Angeblich sollen Menschen mit Fackeln von Versailles bis nach Saint-Denis auf beiden Wegseiten gestanden haben, um "ihrer guten Königin" den dunklen nächtlichen Weg zu weisen, als man ihren Leichnam in die Katedrale brachte.

Ich denke aber sie wäre so früher oder später sicherlich auch wie jeder andere in die Schusslinie geraten, wenn nicht zu ihren Lebzeiten alle mit dem König und der Pompadour "beschäftigt" gewesen wären und nach ihrem Tod dann der zweite "Paradiesvogel" Dubarry an der Seite von Louis XV. aufgetaucht wäre. Seine Maîtressen waren in meinen Augen so polarisierend, das sie definitiv von den Lastern und schlechten Angewohnheiten Marie Leszczyńskas abeglenkt haben. Diesen "Vorteil" hatte Marie-Antoinette definitiv nicht[/url]
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Verfasst am: Mi Aug 08, 2012 5:00 pm    Titel: Ähnliche Themen

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Trianon
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BeitragVerfasst am: Do Aug 09, 2012 8:12 am    Titel: Antworten mit Zitat

Da hat nicht zufällig jemand die franz. Doku über Ludwig XV. und Maria Leszcynska am Sonntag gesehen, oder? Wink

Ganz genau. Auch diese Königin hatte ihre Laster die genug Schulden anhäuften, da sie aber generell weniger im Rampenlicht stand wurde das weitaus weniger registriert als bei MA. Da hatte man ja bereits eine bessere Zielscheibe, außerdem war ja die Königin "arm dran" weil ihr Mann sie öffentlich mit den offiziellen Mätressen demütigte.
Dass aber sie mehr oder weniger froh darüber war ihn nicht mehr in ihr Bett zu lassen, hatte sie durchaus auch einen Nutzen davon.

Aber noch einmal zur Doku - fand ich toll dass endlich einmal auch diese heute eher unbekannte Königin näher beleuchtet wurde! Eine durchaus interessante und vielseitige Persönlichkeit - die innige Beziehung zu ihrem Vater wurde auch sehr rührend immer wieder angesprochen. Dass sie testamentarisch verfügen ließ, dass ihr Herz am Grab ihres Vaters bestattet werden sollte, ist sicherlich der größte Beweis dafür.


eliasdo hat Folgendes geschrieben:
Sogar von ihrem Erbe, kurz vor ihrem eigenen Tod, machte sie noch eine Stiftung (mir fällt der Name grade nicht ein, aber mit dem selben Konzept wie Saint-Cyr von Madame de Maintenon).

Dabei handelt es sich um das Couvent de la Reine in Versailles, eine Schule für arme adelige Mädchen und sollte auch ein Rückzugsort für die Königin sein, sollte sie den König überleben. Die Fertigstellung war allerdings erst 1772
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eliasdo
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BeitragVerfasst am: Do Aug 09, 2012 8:36 am    Titel: Antworten mit Zitat

@ Trianon:
Jein Wink Habe im TV leider nur das Ende mitbekommen, habe die Doku aber schon einmal vor einiger Zeit im Ganzen auf einem sehr bekannten online-video-portal (Name von der Redaktion gestrichen) gesehen. Sie ist wirklich sehr gut. Ich war aber übrigens sehr überrascht, dass dort sehr viele Szenen aus der Doku "Le soleil noir" gezeigt wurden, die so auf meiner DVD gar nicht vorhanden, sprich rausgeschnitten sind. Szenen mit ihrem Vater und auch mehrere Szenen in Versailles. Ich muss mal schauen ob es auf der DVD einen Bereich "Deleted scenes" gibt. Die würd ich nämlich gerne mal im ganzen sehen, da es ja anscheinend alles Infos bzw Szenen über Marie Leszczyńska sind, die entfernt wurden.

Finde es aber auch in den Biografien über die Pompadour oder Louis XV. (aus denen man ja wenigstens ein bischen was über Marie L. erfahren kann) sehr bewundernswert, dass Marie sie so voller Würde immer wieder wohlwollend empfängt ("besser die als eine andere") und nur wenn sich die Stellung der Maîtresse mit ihrer tiefen Religiösität überschneidet, die Favoritin ihres Mannes ausbootet. Sicherlich hatte sie auch angst vor der Reaktion des Königs, falls sie seine Maîtresse schlecht behandeln würde oder schneidet.

Andererseits finde ich es genau so bewundernswert von der Marquise de Pompadour, dass sie den König immer wieder dazu anhält die Königin einzubeziehen, an seine Aufenthaltsorte einzuladen und vor allem höflich und gebührend mit ihr umzugehen. Das sie als Maîtresse versucht keine wirkliche Feindin zu sein, sondern die Königin in ihrer Stellung auf jeden Fall zu achten und "ihr zu gefallen". Allerdings weiss ich nicht, ob Marie Leszczyńska deshalb vor Freude durchs Schloss gehüpft ist. Ich weiss auch von Fällen, bei denen sie dennoch versuchte die Marquise zu "testen" bzw sie vielleicht auch ein wenig herablassend zu behandeln. Was jedoch meist nach hinten losging, da Madame de Pompadour anscheinend auf jedem Terrain sehr bewandert war und immer entsprechend geschickt auf diese "tests antworten" konnte.

Alles in allem finde ich, dass Marie Leszczyńska eine sehr interessante Persönlichkeit war, schade dass es keine wirklichen Biografien (auf deutsch und nur) über sie gibt. Vergessen ist sie sicherlich nur, weil sie nicht unangenehm auffiel.
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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Fr Aug 10, 2012 8:16 am    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank, eliasdo, für die tolle Zusammenfassung.
Ich finde, MLs Lebensweise bei Hofe - zwar fromm, aber keinesfalls sparsam usw. - rehabilitiert unsere MA ein wenig, zumindest in Bezug auf die Frage, ob MAs hohe Ausgaben ursächlich für ihren schlechten Ruf waren. Sicherlich trugen sie dazu bei, aber "gerecht" im Hinblick auf das selbe Verhalten ihrer Vorgängerin (und vieler anderer Königinnen in Europa) ist das sicherlich nicht.

Was mich bei ML (ich nutze einfach mal diese Abkürzung, weil ihr Name so ewig lang ist Mr. Green ) so sehr fasziniert, ist ihr deutlicher "Aufstieg".
Klar, sie war immerhin eine königliche Prinzessin. Doch kurz vor ihrer Wahl zur Gemahlin des frz. Königs war das Los ihrer Familie ja besonders schwer. Der Vater hatte den polnischen Thron verloren und die Familie lebte im Exil - machtlos und offenbar ohne Chance auf bessere Zeiten.
Und dennoch wurde diese machtlose Prinzessin als Gemahlin erwählt - wo sonst eigentlich Ehen aus Gründen der Machterweiterung (hier: Frankreichs) geschlossen wurden.
Welch ein Aufstieg !
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BeitragVerfasst am: Fr Aug 10, 2012 10:47 am    Titel: Antworten mit Zitat

Als Königin von Frankreich muss man doch auch gewisse Ausgaben tätigen um sich selbst auch dementsprechend zeigen zu können. Sieht man ja auch am Skandal mit MAs Bild in der Chemise - das war wieder zu wenig königlich für die Menschen. Man kanns den Franzosen eben nicht recht machen Rolling Eyes Mr. Green
Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass ML (gute Idee mit der Abkürzung, ich weiß eh nie wie man diesen Namen schreibt Laughing ) die königlichen Portraits revolutioniert haben soll. Sie war nämlich die erste Königin die sich in einem offiziellen Staatsportrait nicht mit den königlichen Attributen schmückte und auch nicht in großer Staatsrobe gewandet ist:

Lediglich die Krone und der Mantel am Tisch weisen darauf hin dass es sich um die Königin handelt...

ML hatte wirklich wahnsinniges Glück. So unbedeutend wie sie war überhaupt aufzufallen - sie verdankt im Prinzip ihre hohe Stellung ja kurioserweise gerade einer Mätresse. Mme de Prie, Geliebte des Prinzen von Condé war ja damals mehr oder weniger die Machtperson im Land und hat die Ehe eingefädelt damit ihr besagte Königin nicht in die Quere kommt und ihr für immer dankbar ist.
Der Plan ist zwar für die Marquise nicht ganz aufgegangen, aber ML wurde damit vom "Aschenbrödel" zur ersten Dame Frankreichs.

Auch niedlich find ich ja die Geschichte wie die Familie damals im Exil davon erfahren hat: Als der Vater den Brief mit der guten Nachricht las und vor Glück weinte, meinte ML ob er denn wieder König von Polen sei. Woarauf er verneinte und sie mit Königin von Frankreich betitelte.
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BeitragVerfasst am: Do Jul 23, 2015 9:26 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Angenommen die Königin hätte den König überlebt, rein Hypothetisch. Welchen Titel hätte Sie getragen und welche Apartements bewohnt? Oder wäre Ihr ein Wittum übetragen?
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Trianon
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BeitragVerfasst am: Sa Jul 25, 2015 11:10 am    Titel: Antworten mit Zitat

Schwierig - der Titel "Königinmutter" wäre in diesem Falle wohl entfallen, eventuell "Königinwitwe"?
Welche Appartements sie bewohnt hätte, das lässt sich wohl überhaupt nicht evaluieren, da es ja nicht wirklich festgesetzte Appartements für die jeweiligen Titel gab, die Räumlichkeiten wurden ja ständig ausgetauscht und verändert.
Ich schätze mal aber dass in diesem Fall wohl sich die verwitwete Königin in ein Kloster zurückgezogen hätte. Sie war ja äußerst fromm und nie wirklich mit dem Hofleben in Versailles einverstanden.
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prince d'amour
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BeitragVerfasst am: Sa Jul 25, 2015 5:40 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Oh an die Möglichkeit eines Klosters habe ich gar nicht gedacht.
Aber trotz religiösität, meinst Du nicht sie war sehr an Ihre vielen Diener und Hofdamen gewöhnt um diese im Kloster zu missen?
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