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Louis XIII
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eliasdo
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BeitragVerfasst am: Di März 27, 2012 11:52 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe Louis XIII erst jetzt hier entdeckt - einer meiner absoluten "Lieblinge" unter den Bourbonen und leider immer noch (dank der "großen" Literatur) total verkannt bzw mit völlig falschem Bild in den Köpfen der Menschen...

Da stell ich glatt mal die Frage: Weiss irgendwer von Euch ob man die Aufzeichnungen "Histoire particulière de Louis XIII" von Jean Héroard, dem Arzt von Louis XIII in deutsch bekommt? Leider konnte ich bis heute nichts dazu finden und würde diese Berichte echt gerne mal lesen. Vielleicht habt ihr ja mal was darüber gehört/gelesen. Kann auch ein antiquarisches Buch sein. Freue mich über jeden Tipp
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"jamais vous ne trouverez une amie plus vraie et plus tendre que moi" (Mme Élisabeth)
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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Do März 29, 2012 9:19 am    Titel: Antworten mit Zitat

Von diesen Unterlagen habe ich leider bislang noch nichts gehört.

Louis XIII begegnet einem in der MA-Biografie von Hermann Schreiber auffallend oft. Der Autor thematisiert darin mehrfach die Gerüchte, dass Louis XIV nicht vom König stammte. Ich musste ein paar Mal schmunzeln, weil die Beschreibungen dazu teils amüsant, aber auch richtig bös sind.
Hermann Schreiber scheint zu der Liga zu gehören, die dem "heimlichen Samenspender" danken, dass es den Sonnenkönig gab bzw. dass frisches Blut ins Königshaus kam. Beweise bringt er nicht dazu (das ist ja auch nicht das Thema des Buches); er mutmaßt eher.

Daher stellt sich mir die Frage:
Wie stark brodelte denn die Gerüchteküche zu diesem Thema damals ?
Ich meine, das ist ja nicht gerade ein Thema, das man getrost missachten darf, sondern durchaus gut Futter bekommen haben dürfte.
Eine gemeinsame Nacht... schwupps schwanger... langersehnter Sohn... Fortbestand der Dynastie...

Ich sag's mal so: wäre das bei MA so gewesen, hätte es auf Jahre kein anderes Thema mehr gegeben.
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eliasdo
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BeitragVerfasst am: Do März 29, 2012 10:03 am    Titel: Antworten mit Zitat

MariaAntonia hat Folgendes geschrieben:
Von diesen Unterlagen habe ich leider bislang noch nichts gehört.


Diese Unterlagen scheinen höchst interessant zu sein, den der Leibarzt hat von der Geburt von Louis XIII. bis zu seinem eigenen Tod 27 Jahre tägliche Aufzeichnungen über den König gemacht. Insgesamt über 11.000 handschriftliche Seiten! Und zwar über alles! Wann er aufsteht und schlafen geht, was er angezogen hat, was er isst, was und womit und mit wem er spielt, was er sagt, wie er heranwächst, Krankheiten, Vorlieben, Freund- und Feindschaften, den Umgang mit anderen, seiner Mutter etc etc etc.. Interessant ist hierbei, dass es keine "nachträglichen" und verschönten Memoiren sind, sondern um tägliche Notizen. Es gibt - laut den Historikern - keinen anderen französischen Monarchen über den es so präzise, fast lebenslange Aufzeichnungen gibt. Leider entstammen diesen auch die Traurigen Infos über die grausame und erzwungene Hochzeitsnacht mit Anne d'Autriche.

Ich finde das im Gesamten aber echt extrem spannend und frage mich warum es dies nur im Original gibt.. ich sehe, ich muss altfranzösisch studieren gehen Wink

PS: schade das es sowas von Marie-Antoinette und den anderen nicht gibt.


MariaAntonia hat Folgendes geschrieben:
Daher stellt sich mir die Frage:
Wie stark brodelte denn die Gerüchteküche zu diesem Thema damals ?
Ich meine, das ist ja nicht gerade ein Thema, das man getrost missachten darf, sondern durchaus gut Futter bekommen haben dürfte.
Eine gemeinsame Nacht... schwupps schwanger... langersehnter Sohn... Fortbestand der Dynastie...


Die Gerüchteküche brodelte in diesem Falle extrem! Das belegen viele Hetzschriften dieser Zeit, jedoch ist daran nicht viel wahres, wenn man sich einmal mit den Charaktären Anne d'Autriche und den angedichteten Liebhabern auseinandersetzt sieht man, dass ein "Fremgehen - besonders unter Stand (was die angeblichen Liebhaber waren! Insbesonders die niedere Herkunft des oft herangeführten Cardinal Mazarin) - nicht mit dem (dazu streng durch das spanisch royale) Selbstverständnis seiner Frau vereinbar gewesen wäre. Aber die Leute, besonders die vielen Gegner von Anne d'Autriche, brauchten ja etwas zum Reden und Vorwände um zB den Prinzen von Condé auf dem Thron zu installieren (weshalb er sich selber natürlich schön beteiligte)
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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Do März 29, 2012 10:31 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, das ist wahr. Hier ist man anhand der unglücklichen Umstände von Königin Anne schon eher dazu gezwungen, zu glauben, dass diese Geschichten reine Erfindung sind, um der Königin zu schaden.
Und bitte wer zweifelt wahrhaftig die absolute Königlichkeit des Sonnenkönigs an !? Also, ich nicht.


Zu dem Buch:
Wow, also das Buch dürfte eine absolute Kaufempfehlung sein.
Es wundert mich sehr, das daraus nicht mehrere Biografien entstanden sind - mit den Aufzeichnungen als Quelle.
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eliasdo
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BeitragVerfasst am: Do März 29, 2012 10:34 am    Titel: Antworten mit Zitat

Louis XIV anzweifeln?? Niemals!

Ich finde es auch schade. Zumal es zu Louis XIII in deutsch* kaum (gute) Biografien gibt. Hier schwirrt immer noch der König aus den Drei Musketieren in den Köpfen herum...

*ups, womit wir wieder beim französisch lernen wären Wink
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Verfasst am: Do März 29, 2012 10:34 am    Titel: Ähnliche Themen

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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Mo Jun 26, 2017 9:53 am    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt ja seit Ende letzten Jahres ein neues Buch über den Sonnenkönig, das sich mit einigen Anekdoten über ihn beschäftigt.
Darin wird auch kurz auf die Eltern des Sonnenkönigs eingegangen.

Mich hatte ja schon ewig die "lange Krankheit" Ludwigs XIII interessiert.
Ein paar Dinge haben wir schon zusammengetragen.
In besagtem Buch heißt zusammenfassend, dass Ludwig XIII wohl schon sehr lange unter dieser Krankheit litt - er soll schon vor der Zeugung Ludwigs XIV "schwerkrank" gewesen sein.
Im Buch wird das bisschen umschrieben; darin heißt es, Gaston sei erschrocken gewesen, als die Schwangerschaft der Königin bekannt wurde. Er habe sich schon auf seine Thronfolgerschaft gefreut, da mit einem königlichen Erbe schon gar nicht mehr gerechnet wurde und der König schwerkrank sei.
Gastons letzte Hoffnung war nun eine Königstochter... doch er erlitt einen Schock, als er erfuhr, dass die Königin einen Sohn gebar Laughing

Ludwig XIII war also schon vor der Geburt seiner Kinder offenbar schwerkrank - das könnte ja dann tatsächlich eine Tuberkulose gewesen sein... wie wir hier schonmal geschrieben hatten.

eliasdo hat Folgendes geschrieben:
Es gibt - laut den Historikern - keinen anderen französischen Monarchen über den es so präzise, fast lebenslange Aufzeichnungen gibt. Leider entstammen diesen auch die Traurigen Infos über die grausame und erzwungene Hochzeitsnacht mit Anne d'Autriche.

Dieser Satz ist mir leider jetzt erst aufgefallen Shocked
Was sagen diese Aufzeichnungen denn über die Hochzeitsnacht?
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eliasdo
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BeitragVerfasst am: Mo Jun 26, 2017 3:13 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Jean Héroard, der Leibarzt des jungen Louis XIII. schrieb in seinen tagebuchähnlich geführten Aufzeichnungen vom Alltagsgeschehen rund den Dauphin - über Gesundheitszustände, Alpträume, soziale Kontakte und Stimmungen bis hin zum Familienleben alles nieder, was den jungen Louis XIII. betraf. Dadurch wurde ein einzigartiges Bild über die Kindheit eines europäischen Monarchen des 17. Jh. überliefert.

Zum Beispiel beschreibt er das nicht sehr innige Verhältnis zwischen Louis und seiner Mutter Marie de Médicis. Héroard zeichnete das Bild einer matronenhaften, herrschsüchtigen Frau und wenig liebevollen Mutter, die stets den jüngeren Sohn Gaston bevorzugt. Ihr Verhalten scheint sogar die sonst übliche Distanz zwischen Eltern und Kindern an europäischen Fürstenhöfen dieser Zeit bei weitem zu übersteigen. Sie behandelt Louis bereits seit dessen frühester Kindheit geringschätzend. Er beschreibt im Gegensatz dazu die prägende Beziehung zwischen dem Vater Henri IV. und seinem Sohn, während der Umgang Maries distanziert und unpersönlich blieb und sich ihre „Zuneigung“ auf teure Geschenke oder Geldgaben beschränkte.

Bezüglich der „Hochzeitsnacht“ – Marie de Médicis war in Zugzwang, sie wollte das durch die Doppelhochzeit mit der Casa de Austria geschlossene Bündnis zwischen Frankreich und Spanien so schnell wie möglich auf feste Füße stellen, weshalb der umgehende „Vollzug“ der Ehe aus ihrer Sicht unabdingbar war (auch wenn man früh verheiratet wurde – Ana/Anne und Louis waren beide 14 Jahre alt, gab es für solche Angelegenheiten eigentlich eine altersabhängige „Schonfrist“). Diese halböffentliche Staatsangelegenheit, die umgehend von der Regentin verkündet werden musste, soll nicht wirklich funktioniert haben, weshalb diverse umgehende „Wiederholungsversuche“ durchgeführt werden mussten, die – wie wir heute wissen – nicht das erwirkt haben, was sie sollten.

Eher den Grundstein eines distanzierten Verhältnisses. Was Marie auch die kommenden Jahre weiter förderte, um ihre Macht zu erhalten. Ein Louis der auf sie als reine régente, später Königinmutter hört und eine reine régnante die keinen Thronfolger zur Welt bringt halfen ihr relativ lange, weiter die Strippen im Hintergrund zu ziehen.

Héroard verzeichnet nach dem Vollzug bzw den Versuchen die anschließenden Untersuchungsergebnisse am „Körper“ des jungen Königs

Schau mal im Netz unter:

JEAN HÉROARD, Ce qui s'est passé lors dela consommation du mariage du Roi. Voy. Revue rétrospective, 1re série, Bd. 2,S. 252, in: HÉROARD/EUDORE SOULIÉ/DEBARTHÉLMY, Hrsg., Journal de Jean Héroard sur l'enfance etla jeunesse de Louis XIII (1601-1628), extrait desmanuscrits originaux, Bd. 2 (1610-1628), Paris 1868, in: http://www.gutenberg.org/files/45655/45655-h/45655-h.htm, Abschnitt: Année 1615/ Nov 1615, Le 25, mercredi.



Und hier gibt’s auch noch den Band 1

JEANHÉROARD/EUDORE SOULIÉ/DEBARTHÉLMY, Hrsg., Journal de Jean Héroard sur l'enfance etla jeunesse de Louis XIII (1601-1628), extrait des manuscrits originaux, Bd. 1 (1601-1610), Paris 1868, in: http://www.gutenberg.org/files/45031/45031-h/45031-h.htm
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Johanna_Gabriela
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BeitragVerfasst am: Mo Jun 26, 2017 10:57 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Das finde ich schon irgendwie seltsam. Nicht mal im Ehebett haben die jungen Leute ihre Ruhe.

Immer wieder, auch bei anderen Paaren, ist das Hofzeremoniell im Weg, je nach Land und Jahrhundert, mit Zeugen, die dabei zuschauen, ob die Ehe wirklich vollzogen worden ist oder nicht. Shocked

Auch die Geburten und die Todesfälle sind ja alle öffentlich gewesen. Shocked
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"Gott erhalte - Gott beschütze unsren jungen Kaiser Franz."
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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Do Jun 29, 2017 7:16 am    Titel: Antworten mit Zitat

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