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Louis XIV - Le roi soleil
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Lolo
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 01, 2010 4:56 pm    Titel: Louis XIV - Le roi soleil Antworten mit Zitat

Mir fällt gerade auf, dass wir gar keinen Thread zum Sonnenkönig haben. Zumindest konnte ich keinen finden. Shocked

Mir kam letztens nämlich nochmal folgende Karikatur von William M. Thackerey in den Sinn, die viele sicherlich aus der Schule kennen:



Ein bisschen unwürdig, dieses Thema ausgerechnet mit dieser Karikatur zu beginnen. Aber ich habe mich nochmal daran erinnert, wie in der Schule das Thema Sonnenkönig und Absolutismus vermittelt wurde. Eigentlich kam von Louis XIV. nicht mehr bei mir an, als dass er ein eitler, selbstverliebter Despot war. Damit hatte sich das Thema auch schon mehr oder weniger erledigt. Denn es dient ja meist nur als Vorlage, um dann schnell vorzuspulen zur Französischen Revolution. Was die Funktion und den Nutzen der Könige betrifft, werden dann solche Karikaturen gezeigt, die dann bereits "alles" sagen.
Im Nachhinein sehr ärgerlich, das Ganze.

Lolo
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Duc de Berry
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 01, 2010 5:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Das eine solche Karikatur in einem Schulbuch auftaucht müsste eigentlich schon sehr deutlich zeigen, wie auch in der Demokratie unserer Tage, die ja auch nichts anderes als ein weiteres Regime ist, andere Gesellschaftsformen bzw. andere Denkweisen demontiert und lächerlich gemacht werden um sich selbst als höchste und beste Form darzustellen.

Ich habe Schulbücher (vor allem Sozialkunde und Geschichte) immer abgelehnt (dafür auch von einigen Lehrer - nicht allen - die Quittung bekommen)
Dennoch denke ich, dass es gut war, dass ich eben nicht alles für bahre Münze genommen habe was in diesen Büchern steht.
Ich habe mir mein Wissen und meine Meinung aus andere Quellen erarbeitet.

Man darf nicht vergessen, im dritten Reich waren es gerade die Schulbücher die vom Staat manipuliert wurden.
Und das findet immer noch statt, vielleicht auf andere Weise - aber die Schule ist nunmal eine Erziehungsanstalt, die die Menschen dahin gehend formen soll, dass sie als Arbeitskräfte für die Wirtschaft verwendet werden kann - alles andere ist unwichtig.

Aus diesem Grund gibt es auch keine individuelle Förderung - weil das von der Oberschicht gar nicht gewünscht wird.
Und selbstsändiges Denken wird bestraft - das habe ich am eigenen leib zu spüren bekommen.
Daher hege ich auch eine gewisse Verachtung für das Schulsystem.
Aber das ist ein anderes Thema Rolling Eyes
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Finn
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 01, 2010 6:38 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Duc de Berry hat Folgendes geschrieben:
Das eine solche Karikatur in einem Schulbuch auftaucht müsste eigentlich schon sehr deutlich zeigen, wie auch in der Demokratie unserer Tage, die ja auch nichts anderes als ein weiteres Regime ist, andere Gesellschaftsformen bzw. andere Denkweisen demontiert und lächerlich gemacht werden um sich selbst als höchste und beste Form darzustellen.


Hm naja, ich finde es zwar auch nicht gut, dass solch eine Karikatur in einem Schulbuch auftaucht, aber Karikaturen dieser Art hat es im Prinzip schon immer gegeben und war zum Teil die einzige Möglichkeit Kritik zu äußern. Außerdem bin ich froh in einer Demokratie zu leben und mitbestimmen zu können, wie das Land regiert wird. Wir können froh sein, dass wir das dürfen. Andere Länder haben diese Möglichkeit nicht. Unter einem Regime verstehe ich etwas anderes. Ich möchte z. B. nicht in einer absolutistischen Monarchie leben, in der eine Person sämtliche Macht innehat.
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Giuseppe
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 01, 2010 9:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Also gegen unsere aktuelle Staatsform, Demokratie und Regierung gibt es auch Karikaturen.
Das schätze ich ja an unserer Demokratie: Alles wird hinterfragt, man kann alles kritisieren. Und natürlich sollte man auch den Absolutismus kritisieren.
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"Von oben herab muss reformiert werden, wenn nicht von unten hinauf revolutioniert werden soll." - Karl Julius Weber
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Duc de Berry
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BeitragVerfasst am: Do Sep 02, 2010 5:42 am    Titel: Antworten mit Zitat

Da habt ihr mich falsch verstanden.

Ich bin ein absolut überzeugter Demokrat und sage dass es immer noch nicht genug Demokratie gibt.


Das Problem das ich in dieser und anderen Karikaturen in Schulbüchern gesehen habe, ist, das eben alles kritisiert und lächerlich gemacht wird - nur nicht sich selbst - und das bekommt dann einen ganz komischen Geschmack.
Denn eben dieses ständige Hinterfragen, so habe ich die Erfahrung gemacht, ist gerade nicht erwünscht.




Was das eigentliche Thema betrifft "Louis XIV" ist die landläufige Meinung in Deutschland eben durch die Geschichte geprägt - und es ist natürlich klar, dass die Opfer eine andere Sicht der Dinge haben als die Täter.

Das deutsche Areal ist von den frz. Truppen nun mehrfach ziemlich heimgesucht und regelrecht überfallen worden.
Vor allem der pfälzische und spanische Erbfolgekrieg haben nachhaltig für einen regelrechten Hass auf Frankreich gesorgt.

Und wenn man es objektiv betrachtet, so waren die Kriege Louis XIV völlig sinnlos, sie haben Frankreich nichts eingebracht und den Staat zum ausbluten gebracht (eigentliche alle Staaten Europas, die in die Kriege mit hinein gezogen wurden).


Politisch hat er Frankreich jedenfalls weit nach vorn gebracht, neue Gesetzte, ein gerechtes Steuersystem, dass die Reichen belastet und die Armen entlastet (was dann aber unter dem herzog von Orleans zum großen Teil wieder rückgängig gemacht wurde)

Er bändigte den Adel, der in Frankreich extrem gefährlich und opportunistisch war.
Dennoch muss man wissen, dass der Absolutismus, niemals so war, wie das eben in Schulbüchern steht.
Er hatte keine Allmacht - auch der Sonnenkönig musste sich dem Parlament in Paris beugen, er musste die Entscheidung der Gerichte akzeptieren und seine eigenen Gesetzte befolgen.
Besonders diesen Punkt hat er in seinen Memoiren ganz besonders hervorgehoben (und ist wohl das berühmteste Zitat des Königs:

"So mancher Untertan gäbe wohl einen schlechten Herrscher ab: Dem Ranghöheren zu gehorchen, ist um ein Vielfaches leichter, als sich selbst in der Gewalt zu haben, und wenn uns erlaubt ist zu tun, was immer wir wollen, dann ist es nicht einfach, stets nur das zu wollen, was richtig ist."

Der Absolutismus war nur Anspruch - aber keine Realität.


Hingegen der oft wiederholten Meinung, die Hofhaltung in Versailles und der Bau des Schlosses hättet die Staatsfinanzen ruiniert, weiß man Heute sehr genau, dass es eben nicht das Schloss gewesen ist, sondern die Kriege.

Und Louis XIV hat ja nicht nur Versailles über 50 Jahre erbauen lassen.

- er stellte das Chateau Chambord fertig
Das Renaissance Schloss an der Loire, das Francois I. begonnen hatte

- er gestaltete Fontainebleau um, vor allem die Gärten.

- Vincennes wurde zu einer residenz ausgebaut.

- Saint Germain en Laye wurde ebenfalls ausgebaut und die gesamte Terrassenanlage zur Seine hin erneuert.

- Natürlich der Louvre (Ostflügel) und die Modernisierung des Tuillerienpalastes.
Nicht zu vergessen die Gärten.


Schlossneubauten die er ebenfalls mitfinanzierte, bzw. ganz bezahlte:


- Chantilly, der Palast des großen Condé mit den gewaltigen Gartenanlagen.

- Sceaux (auch hier enorme Parkanlagen mit Kanälen)

- Meudon (Residenz des Dauphin)

- Marly Le Roi (sein privates Refugium)

- Clagny (der Palast der Montespan in der Nähe von Versailles)

- Maintenon (Modernisierung + Gärten)

und einige weitere

darunter die Hôtels in Paris (Soubise, Lambert, modernisierung des Palais du Luxembourgh, Palais Royal , Bau des Invalidendoms, Ausbau des Kanal- Abwassersystems in Paris, Anlegung der großen Plätze, Ministerien und Prachtstraßen (Champs Elysees) usw.)


Wenn man sich diese ganzen Projekte ansieht, dann kann man das wirklich nur noch als Bauwut bewundern und / oder kritisieren.


Und wenn man nun sieht, dass diese Aufwendungen nur einen Bruchteil der Kriegsausgaben (vor allem Flotte und stehendes Heer) ausmacht, dann wünscht man sich direkt, er hätte doch lieber nochmehr bauen sollen.


Louis XIV ist aus heutiger Sicht ein absoluter despot, ganz klar, aber wenn man mal die heutige Sicht außer acht lässt und versucht ihn im Kontext seiner Zeit zu sehen, dann war er ein extrem moderner Staatsmann, der die Lebensqualität seines Volkes verbessert hat.
Denn man muss auch sehen was vorher war, wie es Beispielsweise im heiligen römischen Reich dt. Nation zuging.


Kulturell hat Frankreich einen Quantensprung hingelegt.
Es wurde innerhalb weniger Jahrzehnte in Sachen Kunst und Kultur zur führenden Nation - überholte sogar Italien.
In Sachen Kulturförderung (besonders Musik) war Louis XIV Beispiellos (wie auch in vielen anderen Dingen, sowohl postiv wie auch negativ)


Was allerdings fatal war, und deshalb scheint wohl die Figur des Königs auch so große Ablehnung in Deutschland zu finden.
Die deutschen Fürsten versuchten von Hannover bis München, von Köln bis Dresden seinem Vorbild nachzueifern, ohne jedoch über den gleichen modernen Staat, noch über die finanziellen Mittel zu verfügen.

Für die Schlossbauten in Deutschland wurde das Volk wirklich ausgeplündert und kaum eine Residenz ist wirklich so erbaut worden, wie geplant.
Auch der Kaiser in Wien wollte Versailles übertreffen - doch zwischen dem heutigen Schönbrunn und jener residenz die F. von Erlach einst plante liegen Welten.

In Kassel sollte eine monströser Barockpark entstehen, größer und Eindrucksvoller, als alles was es je gebeben hatte.
Allein die Kaskade vom Gipfel des Karlsberges, wo auf dem monumentalen Oktogonschloss der Herkules thront, stürzt über 300 Meter ins Tahl und das wäre nur der kleinste Teil des Gartens gewesen.

In Deutschland wurden Frondienste (bessere Sklaven) dazu mißbraucht, diese Visionen umzusetzen.

In Frankreich wurden die Arbeitskräfte bezahlt.


Versailles ist natürlich das Symbol des Sonnenkönigs, aber man darf den Palast nicht als pure Luxuxhütte für die oberen 10.000 verkennen.
Den luxeriös war es wohl kaum mit 20.000 Menschen auf engstem Raum leben zu müssen + die täglichen Tausenden von besuchern (denn das Schloss war damals auch schon so überlaufen)

Man könnte das Schloss und vor allem auch den Park in seiner damaligen Gestalt, am ehesten mit einem Messegelände eines einzigen Ausstellers begreifen.
Denn hier wurde eben alles an Handwerk und an Kunst gezeigt, was Frankreich hervorgebracht hatte:
die Malerei
die Dekorationen
Die Architektur (Versailles war damals absolute Avantgard)
Die Gartenkunst und deren Technik
Die Bildhauerei
Die Musik (die den ganzen Tag überall zu hören war)
natürlich auch die Kutschen und Sänften
und eben auch die Mode

Da eben auch jedermann Zugang zu dieser Anlage hatte, liegt es auf der Hand, was der König damit erreichen wollte.

Eine Machtdemonstration, war es allemal, da dieser Ort ja auch noch aus einem völlig ungeeignetem Ort geschaffen wurde.
Und die Miniaturflotte auf dem Kanal verfehlte ihre Wirkung ebenso nicht.



Ich sehe vor allem die kulturelle Leistungen an denen ich mich noch Heute erfreue, weniger die Politik und seine Kriege.
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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Do Sep 02, 2010 7:15 am    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Duc de Berry, ich mag deinen Beitrag sehr Very Happy , bin ganz begeistert von deinen Fürs und Widers und gebe dir absolut Recht.

Da ich selbst die Politik der Vergangenheit gern umgehe, weil sie mir z.T. einfach ein Rätsel ist, steht für mich beim Sonnenkönig auch dessen Politik hinten an, was mein Interesse angeht Rolling Eyes
Man kommt nicht drum herum, das ist klar, aber z.T. lässt sie sich ausblenden.

Ich habe Louis XIV in der Schule auch als DEN absoluten Herrscher kennengelernt, es fiel auch das Wort "Tyrann" usw. - eben das typische Schul"wissen".

Inzwischen stehe ich sehr positiv zu diesem Menschen, zumindest zu dem, was er uns zu zeigen wünschte.
Relativ verwirrt bin ich über die Art, wie er sein Leben lebte - derart öffentlich, dass es einem schon unheimlich wird.
War das real, was er seinen Mitmenschen täglich darbot ? War ER das ? Oder schauspielerte er ?
Mir kommt diese ganze "Zeremonie", die täglich bei Hofe ablief wie ein Puppenspiel oder Theaterstück vor. Und alle spielten fleißig mit, denn nur dann wurde man wahrgenommen.
Das zu erschaffen und aufrecht zu erhalten, war wohl des Königs Meisterwerk. Hat er auch Künstler unterstützt, so war er doch der eigentliche wahre, große Künstler an seinem Hof.
Ich würde gern wissen, wie der König war, wenn er mal nicht König war... aber, solche Momente gab es wohl kaum.

Inzwischen beschäftigt mich der König mehr als Bauherr.
Es ist so, als hätte er gewusst, dass sein Versailles durch alle Jahrhunderte die Menschen begeistert.
Ich finde es beeindruckend, überall im Schlosspark dem König zu begegnen. In jeder Statue, in jedem Boskett, überall spricht er zum Betrachter, erzählt seine Geschichte und warnt davor, sich gegen ihn zu stellen.
Er ist auch heute noch in Versailles allgegenwärtig (sofern es einem gelingt, die uninteressierten Touris ausblenden zu können).

Aus heutiger Sicht:
Ich bin mir nicht sicher, ob der Sonnenkönig heute generell als Tyrann gesehen wird.
Die, die sich näher mit ihm beschäftigen, wissen, dass dem nicht so ist.
Die, die von ihm nicht viel kennen, bringen ihn höchstwahrscheinlich gerade mal mit Versailles in Verbindung.
Ich glaube, der König ist inzwischen mehr eine Art "Mythos" und ich bin ganz begeistert, dass er es geschafft hat, zu einem Mythos zu werden.
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Lolo
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BeitragVerfasst am: Do Sep 02, 2010 4:28 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich freu mich über eure Antworten. Man sieht was für ein wirklich sprichtwörtliches weites Feld das Thema Louis XIV. ist, vor allem wenn dann auch noch die moderne Rezeption dazu kommt.

Bei der Frage nach der Privatheit des Königs - im Unterschied zur öffentlichen Person - kann ich mir auch keinen rechten Reim darauf machen, denn Louis kommt mir wie ein geborener Machtmensch vor. Dementsprechend auch geboren für diese Repräsentationsmaschinerie, die er in Gang geworfen hat. Ich glaube es war einfach seine Veranlagung und eine bestimmte Neigung zu dieser Art von Machtausübung. Ansonsten kann ich mir nicht vorstellen, jemand könnte das ungewollt jahrzehntelang präzisieren und durchsetzen.
Also stellt sich mir die Frage nach der Privatheit im Zusammenhang mit Louis XIV. erst gar nicht. Was natürlich eine Fehleinschätzung sein kann.

Es gab ja nach ihm eigentlich nur noch Könige, die eben nicht für diese Art von Herrschaft gemacht waren. Ich glaube nämlich nicht, dass die absolute Herrschaft an sich im 18. Jahrhundert nicht mehr zeitgemäß war, es fehlten nur die entsprechenden Personen, die sie an die Strömungen der Zeit angepasst und umdefiniert hätten, also nach eigenen Maßstäben gestaltet hätten. Vielfach wurden die Zeremonielle ja nur übernommen und fortgeführt, erschienen den meisten wohl ziemlich sinnentleert, ganz einfach weil den Herrschern selbst so wenig daran lag. Auch eine aufgeklärte Herrschaft braucht einen Repräsentationsrahmen und Monarchie lebt von Entrückung und Glorifizierung. Das hatte Louis XIV. instinktiv gespürt, andere hatten dafür eben weniger Gespür.

Lolo
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AustroBavarian
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BeitragVerfasst am: Di Sep 20, 2011 7:28 pm    Titel: Louis XIV Film Kurzbiographie Antworten mit Zitat

Auch wenn ich beruflich unterwegs bin, brauche ich ein bisserl Versailler-Esprit um mich - und logge mich regelmäßig ins Forum ein, surve aber auch sonst zum Thema durchs Internet.

Diese 3-teilige Biographie (jeweils ca. 15 Min.) habe ich soeben auf youtube entdeckt und möchte sie Euch nicht vorenthalten. Ich hab's mir gleich runtergeladen - gesehen noch nicht. Bin dzt. auf einem Seminar und habe nur ein kleines Netbook dabei, freue mich aber schon, die 3 Teile zu Hause am großen Bildschirm zu betrachten. Hoffe, dass es gut gemacht ist.

Teil 1: http://www.youtube.com/watch?v=G1_KjXf1jeE

Teil 2: http://www.youtube.com/watch?v=f73uYqjBJ...re=related

Teil 3: http://www.youtube.com/watch?v=1V8wpZj1Z...re=related

Liebe Grüße
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Louis XIV le Grand
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Verfasst am: Di Sep 20, 2011 7:28 pm    Titel: Ähnliche Themen

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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 21, 2011 1:00 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gehts genauso, bin auch gerade auf einem Seminar. Um 14 Uhr startet es, daher guck ich nur kurz im Forum vorbei Very Happy
Die Biografie schaue ich mir dann wohl erst am Wochenende an, wollte mich aber schnell mal fürs Verlinken bedanken !


P.S.:
Ggf. verdient dieser Film ja nen eigenen Thread ?
Wenn's so ist, können wir das Thema gern abspalten.
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Lolo
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 21, 2011 6:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ach toll, danke für die Links. Und viel Spaß auf euren Seminaren. Aber die sind wohl schon vorbei. Wink

Lolo
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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 21, 2011 7:48 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Nur für heute Wink
Morgen und übermorgen gehts weiter mit dem Seminar.
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AustroBavarian
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 21, 2011 8:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Wäre froh, wenn dieses Seminar schon vorbei wäre - geht in mehreren Abschnitten (immer 1 Woche) noch bis Mitte Nov. und schließt dann mit einer ziemlich heftigen Prüfung ab. Geht über so ziemlich alles, was mit Finanz zu tun hat (das hätten wohl besser unsere lieben Politiker besucht, die gerade unsere Staatsvermögen verspekulieren schreck1

"Unser" Louis XIV war im Geldausgeben ja auch nicht schlecht - aber von seiner Ära ist wenigstens etwas für die Nachwelt erhalten geblieben. Ja, "seinen" Colbert müssten wir heute haben - auch wenn Colberts Wirtschaftspolitik heute so nicht mehr umsetzbar wäre - aber er wäre sicherlich geistig so flexibel, auch für unsere Zeit passende Lösungsvorschläge unterbreiten zu können.

So, jetzt aber zurück zu Louis XIV: Über ein Antiquariat habe ich mir die deutsche Ausgabe seiner Memoiren besorgen können (aufgelegt im Jahr 1931). Auch ein Grund, warum ich mich auf's Wochenende freue und ich mir nach all den finanzmathematischen Theorien auch mal wieder vernünftige Literatur zu Gemüte führen kann.

So, jetzt muss ich wieder zu den anderen Seminarteilnehmern. Es gibt noch eine abendliche Diskussionsrunde. Wie ich mich darauf freue Rolling Eyes

Liebe Grüße
vom AustroBavarian
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Louis XIV le Grand
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Johanna_Gabriela
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BeitragVerfasst am: Di Sep 27, 2011 4:58 pm    Titel: Interessante Info am Rande Antworten mit Zitat

Ludwig XIV. hat viele Familienmitglieder überlebt und ein mehr oder minder hohes Alter als König erreicht.

- Seinen Vater (+ 1643 ? )

- Seine Mutter (+ 1666)

- 6 von 6 ehelich geborenen Kindern

- 1 Enkel, 1 Frau des Enkels - ja sogar 1 Urenkel (den älteren Bruder von Ludwig XV., 1708-1710) - alle + 1710

- Seinen Bruder - Philipp von Orleans (+ 1701)

- Seine 1. Schwägerin - Henriette, 1. Frau von Philipp, (+ 1669)

- Seinen Neffen Alexander (1673-1676); Sohn von Philipp und dessen 2. Frau Liselotte

-

Eine ziemlich traurige Statistik. "Armer" Ludwig XIV.
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prince d'amour
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BeitragVerfasst am: Di Feb 12, 2013 3:24 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Beim Tode Ludwig XIV. war Frankreich das reichste Königreich Europas mit überdurchschnittlichen Staatseinnahmen, welche die Finanzen anderer Staaten bei weitem übertraf. Allerdings betrugen die Staatsschulden durch die harten Anforderungen des Spanischen Erbfolgekrieges zwei Milliarden Livres, ein Betrag der erst im Jahr 1725 endgültig getilgt war. Dies änderte aber nichts an der enormen Leistungsfähigkeit der Wirtschaft. Frankreich verfügte über das zweitgrößte Handelsvolumen und eine deutlich positive Handelsbilanz; nur die Holländer vermochten höhere Gewinne mit ihren internationalen Handelskompanien zu erzielen. Frankreich war ein strukturell stabiles und ressourcenstarkes Land, das mit über 20 Millionen Einwohnern das mit Abstand bevölkerungsreichste Land Europas war.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_XIV.#Wirtschaft)

Wenn die Staatsschulden zum Tod Ludwig XIV.´s zwei Milliarden Livres betrugen, müsste Frankreiche jedes Jahr 200 Millionen Zinsen zahlen. Das ist irgendwie unvorstellbar für mich, das so eine exorbitante Summe so schnell beglichen wurde.

Deswegen würde es mich interessieren wie hoch die Einahmen Frankreichs um 1715-1725 waren?

Dann hätte ich noch eine Frage zu Louis de Bourbon, dem Sohn Ludwigs XVI.´s.

Zitat:
Der Grand Dauphin trug seinen Beinamen zurecht, denn er war recht groß.


(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Louis_de_Bourbon,_dauphin_de_Viennois)

Was galt damals wohl als sehr groß? Mich würde generell interessieren ob auch die Körpergrößen der Herscher oder auch des Adels irgendwo dokumentiert wurde?
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"Ein Hofstaat ist eine Versammlung edler und vornehmer Bettler"

Talleyrand über den Hof Versailles
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Brissotin
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BeitragVerfasst am: Mi Feb 13, 2013 1:33 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Irgendwie muss ich diesen Thread übersehen haben.

Die Karikatur im Eingangsbeitrag finde ich nicht herabwürdigend. Das scheint mir eine oft verwendete Bildsprache. Was steckt hinter den Dingen? Die Karikatur zeigt, dass Louis XIV eigentlich zum Zeitpunkt des berühmten Gemäldes von Rigaud ein alter Mann war, der am Stock ging und wahrscheinlich kaum mehr Haare hatte, was ich für eine Spekulation des Künstlers halte. Die Person wird erst Louis XIV im Zusammenhang mit seiner Kleidung.
Generell ist gegen eine solche Karikatur nichts einzuwenden. Nur frage ich mich, nach dem Sinn in einem Lehrbuch. Die "Kritik" wurde ja vom Künstler im Nachhinein (1840) geübt. Was soll uns die Karikatur also vermitteln außer einer Rezeption? Desweiteren würde ich sogar vermuten, dass mit der Beschäftigung mit einer solchen Karikatur der zeitliche Rahmen eines Lehrplanes gesprengt wird und vom Wesentlichen ab- und zu Unwesentlichen hingelenkt wird. Bei mir in der Schule kam Ancien Régime kaum vor. Man sprang vom 30-jährigen Krieg zur Franz. Rev. und die Zusammenhänge wurden quasi nicht erläutert.

Sehr schön fand ich die Überlegungen von Maria Antonia formuliert. Der Mensch Louis XIV scheint mir auch hinter der Fassade aus Gloire und Kunstwerk zu verschwinden. Möglicherweise ging aber Louis XIV auch schlichtweg derart in seiner Rolle als König auf, die er selbst geschaffen hatte, dass er selber dazwischen nicht unterschieden hätte. Er war der König, er war der Sonnenkönig und lebte diese Rolle evtl. mit Haut und Haaren.
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Ein Präsident kann doch mehr ausrichten als ein Amtmann. (Aus "Gustav Aldermann" F.T. Hase 1779)
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