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Reaktionen aus dem Ausland

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    MARIE ANTOINETTE - Forum Foren-Übersicht -> Die Französische Revolution
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Lolo
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BeitragVerfasst am: Di Okt 27, 2009 6:57 pm    Titel: Reaktionen aus dem Ausland Antworten mit Zitat



Ich habe hier beim Lernen gerade dieses Illustration aus dem Jahr 1792 gefunden, vom Engländer Thomas Rowlandson angefertigt. Sie stellt die britische Liberty der neu errichteten französischen Liberty gegenüber und fordert die Betracher auf, die bessere der beiden Freiheiten zu wählen. Die Bilder sprechen ja bereits für sich, darunter sind aber jeweils in Worten noch einmal die Unterschiede gegenübergestgellt:

Britische Liberty: Religion, Moral, Loyalität, Rechtstreue, Unabhängigkeit, persönliche Sicherheit, Gerechtigkeit, Erbe, Schutz, Eigentum, Industrie, Nationaler Wohlstand, Glück

Französische Liberty: Atheismus, Meineid, Rebellion, Verrat, Anarchie, Mord, Gleichheit, Wahnsinn, Grausamkeit, Ungerechtigkeit, Verrat, Undankbarkeit, Faulheit, Hungersnot, Nationaler & Privater Bankrott (Ruin), Unglück

Lolo
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Zuletzt bearbeitet von Lolo am Di Okt 27, 2009 10:25 pm, insgesamt einmal bearbeitet
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MariaAntonia
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BeitragVerfasst am: Di Okt 27, 2009 7:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Oh, ein schönes Thema ja

Europa reagierte ja mit Schrecken auf die Brutalität der Frz. Revolution.
Vor allem, als der König hingerichtet wurde, stellte man diesen als Heiligen dar, der von Geiern und Dämonen getötet wurde.

Dieses hier stammt auch aus England, allerdings erst 1819 veröffentlicht, mit dem Titel "Die Waffen der Radikalen":


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| Marie Antoinette | Château de Versailles | La Parisienne | Frankreichs Bourbonen |
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Finn
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BeitragVerfasst am: Di Okt 27, 2009 7:51 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Offiziell reagierte man zwar mit Bestürzung, aber ich kann mir schon vorstellen, dass die Feinde Frankreichs das als einmalige Möglichkeit ansahen Frankreich zu schwächen, auch wenn ich jetzt keine Beispiele zur Hand habe.

Im Prinzip hatte die Revolution großen Einfluss auch auf das Ausland und dessen Ideologie fand vielerorts Anhänger. Wenn wir uns vor Augen halten, dass unsere heutigen deutschen Menschenrechte ihren Ursprung in der Erklärung der Menschenrechte vom 26. August 1789 haben, ist das schon sehr faszinierend.
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Antoinette
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BeitragVerfasst am: Di Okt 27, 2009 8:49 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Die Zeichnungen sind wirklich faszinierend und irgendwie auch erschreckend! Ich fand´s auch immer noch heftig, dass da kaum was gekommen ist, also an Taten. Ich wisst was ich meine, oder?! ^^
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saludos cariñosos
Antoinette
Marie Antoinette~historical comics~Kät-Toons~das Kahnerium~Lady Tudor - der Renaissance-Blog
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Lolo
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BeitragVerfasst am: Di Okt 27, 2009 10:15 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe hier einen Aufsatz über die Reaktionen und Meinungen verschiedener deutscher (intellektueller)Zeitgenossen zur Französischen Revolution gefunden.

Auszug:
Zitat:
Prinzipiell läßt sich konstatieren, daß die Französische Revolution zu Beginn von einem überwiegenden Teil der deutschen Intellektuellen begrüßt wurde. Die Realisierung der Aufklärung im politisch- praktischen Bereich war eine jahrzehntelange Hoffnung zahlreicher deutscher Dichter und Denker gewesen, die dementsprechend deren angestrebte Umsetzung im Nachbarland 1789 begrüßten.
...
Erst mit der zunehmenden Entmachtung König Ludwigs XVI. und den sich immer mehr radikalisierenden Forderungen von Seiten des Bürgertums und der Unterschichten, kam es zu einer Zunahme der Mahner. Mit der Ausrufung der Republik und der vollständigen Mißachtung von König Ludwig XVI. als Bürger Louis Capet begann Ende 1792 für zahlreiche deutsche
Intellektuelle die Phase der Abwendung von der Französischen Revolution. Die Inhaftierung des Königs im August 1792 wurde in den deutschen Staaten weitestgehend abgelehnt.


Lolo
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Trianon
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BeitragVerfasst am: Do Okt 29, 2009 6:25 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für den Aufsatz Lolo! Also ich kann mir sehr sehr gut vorstellen dass viele Menschen außerhalb Frankreichs ebenso gedacht haben. Am Anfang war die Revolution noch eine "gute Idee", man wollte eben veränderungen was ja in Ordnung ist. Aber dann sind sie eindeutig "ausgeflippt", was dann wohl auch so ziemlich jeden schockiert hat.
Als der König hingerichtet wurde, wurden zB in England unzählige Messen gelesen (an einer hat auch Mme duBarry teilgenommen) und die Totenglocken geläutet. An den Höfen wurde die Trauerzeit angeordnet. Das zeigt meiner Meinung nach recht gut dass man missbilligte was dort vor sich gegangen ist, schade nur dass so wenig unternommen wurde um das zu unterbinden...
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"Die ehemalige Prinzessin mit ihrem verschleierten Blick, der den Himmel zu suchen schien, und ihrem sanftem Lächeln,
glich einer vom Paradiese herabgestiegenen Heiligen."

Henri Sanson über Mme Élisabeth
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Verfasst am: Do Okt 29, 2009 6:25 pm    Titel: Ähnliche Themen

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Lolo
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BeitragVerfasst am: Mi Okt 13, 2010 9:30 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe gerade angefangen die Hornblower Bücher von C.S. Forester zu lesen. Es geht um einen jungen aufstrebenden Fähnrich bei der englischen Marine in den 1790ern Jahren. Sehr schmunzeln musste ich, als er gleich auf den ersten Seiten einen Trinkspruch loslies, der da lautete:

Nieder mit Robespierre!

Es ist zwar nicht wirklich eine Reaktion aus dem Ausland, da sie vor allem nicht zeitgenössisch ist (die Romane stammen ja aus dem 20. Jahrhundert), aber ich denke, es entspricht doch der Einstellung jener Zeit. Zumindest weiß ich jetzt, dass das Geschehen im Buch wohl zwischen 1789 und Juli 1794 spielt, als Robespierre noch lebte und Bekanntheit erlangte.

Wink Lolo
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Lolo
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BeitragVerfasst am: Sa Dez 11, 2010 5:32 pm    Titel: Antworten mit Zitat

So, hier habe ich noch ein Plakat deutscher Herkunft gefunden, leider total ohne Zusammenhang, daher weiß ich nicht genau aus welcher Ecke es stammt. Aber die kritische Tendenz ist deutlich erkennbar:



Leider kann man den Text in der Mitte des Plakates nicht entziffern.

Lolo
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Antoinette
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BeitragVerfasst am: Sa Dez 11, 2010 6:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Wow, aber es ist trotzdem interessant. Danke für das Posten!
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Antoinette
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BeitragVerfasst am: Mo Dez 13, 2010 3:01 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Das Augsburger Stadtarchiv unterstützt u.a. Schulen bei Themen zur Geschichte.

Hier der Link zum Thema "Die Schreckensherrschaft 1793/94 im Licht der Berichterstattung der "Augspurgischen Ordinari Postzeitung":

http://augsburg.de/index.php?id=17258

Liebe Grüße
vom AustroBavarian
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Lolo
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BeitragVerfasst am: Mo Dez 13, 2010 6:17 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für den sehr interessanten Link. Ich frage mich anhand der Übermacht der negativen Reaktionen, ob sich auch positive Schriftzeugnisse finden lassen. Es muss ja auch Vertreter gegeben haben, welche die Revolution nachhaltig unterstützten, auch während und nach der Schreckensherrschaft. Könnte ich mir zumindest vorstellen. Zu Beginn der Ereignisse (also 1789) stimmten ja viele Bürgerliche in Deutschland den revolutionären Kräften noch zu, was sich aber während der Terreur bald änderte.

Lolo
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BeitragVerfasst am: Do Dez 30, 2010 9:51 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe noch ein interessantes Zeitdokument zu den Reaktionen auf deutschem Gebiet gefunden, welches zum Teil auch meine zuvor gestellte Frage beantwortet. Das folgende Zitat stammt aus den Aufzeichnungen von Caroline de la Motte Fouque, die einen Fortsetzungsaufsatz zur Geschichte der Moden, vom Jahre 1785-1829 verfasste.

Sie beschreibt darin auch die Auswirkungen von Politik und Zeitgeschehen auf die Mode und umgekehrt. Sie lässt sich u.a. über die "Grillen" der feinen Gesellschaft aus, alles Neue begehrlich aufzusaugen und dabei das Gespür für Klasse zu verlieren; und zählt auf, was an Romanen, Theaterstücken und Vergnügen am Ende des 18. Jahrhunderts so alles kursierte.

Zitat:
"Zwischen dem Allen hindurch erscholl die Marseiller Hymne. Die entschiedensten Widersacher des französischen Unwesens sangen begeistert das kühne Freyheitslied, zierliche Lippen lispelten die auffordernden Worte; Niemand ward dadurch gestört. Die Trompeter der Garde du Corps in Potsdam bliesen, von ihren Oberen dazu befehligt, das entsetzliche Ca ira! les aristocrates à la lanterne! während schmutzige Straßenjungen mit lauter Stimme die schlecht übersezten Worte dazu ausschrien.

In ähnlicher Arglosigkeit fabrizierten Modehändlerinnen bonnets à la carmagnole und ehrbare Frauen sezten sie unschuldig am Tauftage ihrer Erstgeborenen auf. Selbst während unsere Truppen gegen die dreyfarbige Fahne zogen, und tausend blutige Opfer im Kampfe gegen die Neuerer fielen, verschmähete die wechselnde Mode die tricoloren Stoffe und Bänder nicht, die uns Paris herüberschickte. Die verrufene Farbenmischung hatte darum nicht weniger Reiz. Man fand es piquant, sie zu tragen.

Vielleicht, daß sich hierdurch die Phantasie einigermaßen mit dem Bilde der Sansculottes aussöhnte. Wenigstens mußte die Gewohnheit, so Manches im Leben auf sie zu beziehen, der ursprünglichen Vorstellung ihrer Scheußlichkeit das Krasse genommen haben, denn als ihre ersten französischen Kriegsgefangenen durch unsere Gegend kamen, drängten sich Viele, sie zu begrüßen. Ihr schmuzziges und wildes Ansehen hätte wohl zurückstoßen können, doch hielt dieß Niemand ab, den Rundtänzen der neuen Republikaner beyzuwohnen, und mehr wißbegierig als empört, die ausdrucksvollen Figuren dieser Tänze zu betrachten, von denen eine das Waschen der Hände in Aristokratenblute bedeutete, worüber die begleitenden Worte weiter keine Zweifel ließen. Mit deutscher Bewunderung für alles Fremde beschenkte man die Barbaren, kaufte ihnen artig geflochtene Ringe von Pferdehaar mit gefühlvollen Devisen und versagte es sich nicht, kleine, zierlich zusammengesezte Guillotinen, das spielende Produkt ihrer Muße auf dem Marsche, von ihnen zu erhandeln. "

aus Caroline de la Motte Fouqué - Geschichte der Moden 1785-1829

Wie man sieht, ist es damals wie heute so, dass die Mode ihre eigenen Wege geht und ein Reiz gerade in dem liegt, was als nicht p.c. gilt.

Lolo
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